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42erMichel

Unternehmen 12h - Lauf

Von 42erMichel am 21.04.2008

oder: Die Freude, dass 60 Minuten GA1 auch ein "Erholungstag" sein können

Ein HALLO an alle Laufbegeisterten, dort draußen an den Bildschirmen!

Im Januar hatte ich hier im Blog schon mal angekündigt, dass ich am 22.06. diesen Jahres an einem 12h - Lauf teilnehmen wolle, um den lang in mir gewachsenen Schritt zu vollenden: vom Marathon zum Ultra!

Nun sind seither doch schon - sowohl bei euch als auch bei mir - die einen mehr oder weniger umfangreichen Trainingseinheiten absolviert worden. Bei mir hat sich trainingstechnisch seither einiges getan und weiterentwickelt - ob hin zum Guten, wird allerdings erst die Zukunft zeigen können...

Nach meiner Anmeldung zu dem Event anfangs des Jahres hatte ich mir nach Dr. Prochnows Empfehlungen (Trainingsplan für den Rennsteiglauf) meinen 20Wochen Plan zusammengestellt. Die ersten Wochen liefen soweit auch ganz gut, bis auch mich die bundesweit agilen Grippeviren unter ihre Obhut nahmen. Nach fast zwanzigjähriger Grippeverschonung eine ganz und gar neue Erfahrung. Denn: nichts; nein gar nichts ging mehr. An Training war nicht mal im entferntesten zu denken. Und auch dies eine weitere Erfahrung: ich hatte auch gar kein Verlangen danach. Diese Zeit zog sich sehr lange hin, verbunden mit einer Reizung der Rippenzwischenräume, die schon das Einatmen im persönlich vorherrschenden Schlüftempo nur mit schmerzgrimassendem Gesicht zuließ.

Der von mir schön zusammengestellte Trainingsplan war nun Makulatur, und musste der neuen, persönlichen Zeitrechnung "n.V. = nach Virus" angepasst werden. Da stieß ich bei meinen Recherchen auf einen neuen, vielversprechenden Prochnowschen Plan: "Trainingsplan für 100km - Fortgeschrittene". Ich hatte zwar nie vor 100km am Stück zu laufen, geschweige denn zähle ich mich zu den Fortgeschrittenen Läufern. Aber irgendwie sprach der Plan mich an, und ohne weiteres Nachdenken was die einzelnen Trainingseinheiten für mich bedeuten, welcher Sinn dahinter stecken könnte war er von mir vereinnahmt. Um einsteigen zu können, musste ich meine krankheitsbedingt heruntergfahrene "Fitness" erst wieder auf Vordermann bringen. Dies ging erstaunlich gut und auch in kuzer Zeit, so dass ich am Ende der zweiten "Aufbauwoche" wieder bei meinem gewohnten Wochen Km Umfang angelangt war, und mich langsam aber sicher in den neuen Rhythmus von Dr. Prochnow einarbeiten konnte. Seit Anfang April trainiere ich jetzt - mit 2 Tagen Ausnahme - nach dem neuen Plan - und langsam wird mir klar, auf was ich mich da eingelassen habe! "Ruhe"tage, bzw. sogenannte "Ruhe"wochen (die auch konsequent eingeaut sind!) bedeuten: Kompensatorischen Laufen im untersten Pulsbereich. Ganz interessant sind die Einheiten fürs Wochenende:

Samstag steht ein Intervalltraining GA1 (Puls 120-150) zu GA2 (Puls 150-170) in folgendem Verhältnis an: 60 Minuten GA1/ 60 Min GA2/ 30Minuten GA1/ 60Min GA2/ 30Min GA 1. Und flugs sind die Laufschuhsohlen um 43km dünner. Dafür steht dann der Sonntagsplan ganz im Zeichen von GA1 Training...wenn dies auch für 210Minuten gewünscht wird.

Unter der Woche sind z.B. Läufe zwischen 75 - 90 Minuten im GA1 - Fahrtenspiel im Rhythmus 5 Min:1Min gefordert, ansonsten aber "nur" Läufe im GA1 von 60-120Minuten Dauer.

Hierzu muss ich aber erwähnen, dass mir momentane Umstände es erlauben, die mir zur Verfügung stehende Zeit relativ frei einzuteilen, und ich zur Zeit auch noch sehr sehr viel Verständnis und Rückhalt in meiner Familie finde. Was aber beinhaltet, dass mein Wecker mich morgens um kurz nach 5 direkt von der Bettdecke in die Laufklamotten katapultiert.

Doch das allerbeste ist, dass ich trotz Wochenkilometerumfängen von 120 - 148km mich sauwohl fühle, bei niedrigerem Durchschnittspuls bei der Samstagseinheit und der selben Strecke mich von 42 auf 45km steigern konnte, mir meine Muskeln bisher keinen Strich durch die Rechnung gemacht haben, und ich mich Tag für Tag (und so ist es wirklich) mich auf das Laufen mit real sichtbaren Erfolgen freuen kann. Wie unglaublich diese Erfolge sind, will ich am heutigen Tagesablauf erläutern, der einen neuen Trainingsaspekt ins Spiel brachte: 5:35 Uhr gings los in den Laufschuhen zu 10 km GA1. Danach waren 20 Minuten Pause vorgesehen, die ich nutzte, um mit meiner Familie zu frühstücken. Dann gings wieder 10 km GA1 auf die Strecke, und in den folgenden 20 Minuten Pause trank ich mit meiner Frau einen koffeiinfreien Espresso (wie sinnvoll dies in so einem Fall ist, lasse ich mal dahingestellt). Dieser Rhythmus wurde von mir insgesamt 5x durchgeführt, so dass ich nach einer Nettozeit von 4:52 Std auf unglaubliche 50 km, bei einem Durchschnittspuls von 138 zurückblicken konnte. Noch nie vorher bin ich in meinem Leben so lang und so viel gelaufen. Nach kurzer Erholungspause konnte ich denn in den normalen Tagesablauf einsteigen. Für mich UNFASSBAR! Und vor wenigen Monaten oder Wochen einfach UNDENKBAR!

Wobei ich ganz klar sagen muss: dies ist der richtige Plan zur richtigen Zeit! Ich glaube nicht, dass ich nochmals die Gelegenheit haben werde, so ein umfassendes Trainingsprogramm so punktgenau umssetzen zu können. Aber ich genieße momentan diese Leistungssteigerung, und nehme gerne dafür das frühe Weckerklingeln und hin- und herorganisieren in Kauf.

Bis bald mal wieder

michael 

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