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42erMichel

Unternehmen 12h - Lauf

Von 42erMichel am 28.06.2008

ES IST VOLLBRACHT

Hallöle,

hier jetzt für alle Interessierten mein Laufbericht vom persönlich ersten Ultralauf am letzten Wochenende in Brühl. Anreise am Samstagmorgen begann weniger verheißungsvoll: Vollsperrung der Autobahn brachte den ganzen Zeitplan durcheinander und kostete uns ca 3 1/2 Stunden (zusätzlich zu den 500km Anfahrt). Angekommen erst mal Startunterlagen geholt, dann Zeltaufbau im Stadion und schwupps wars Abend. Noch schnell beim Italiener was essen und der gemütliche Teil des Abend konnte beginnen. Morgens dann halb fünf von fußballbegeisterten Russen die am Stadion vorbeizogen lautstark geweckt worden, und jetzt sollte mein (jedes Läufers) Kapitalfehler folgen: viel mehr und in anderer Kombination gefrühstückt als geplant und gewohnt! Könnte ja in den 12h verhungern!! ????????? Dann noch die Erkenntnis: es wird nicht nur warm heute, sondern ist auch ganz schön schwül! Wärme, Kälte oder Nässe machen mir weniger - aber bei Schwüle habe ich immer das Gefühl, keinen Sauerstoff in die Lungen zu bekommen, und der Puls ist dann um einiges höher. Erschwerend kommt noch dazu: Startnummer 13! Da kann ja nichts mehr schief gehn!

Punkt 9 Uhr Start. Alles läuft gut auf dem 2,5km langen Rundkurs durch Wald, Schlosspark, Fußgängerzone und Stadion. Sehr abwechslungsreich - auch der daraus resultierende Untergrund in oben genannter Reihenfolge: Waldwege, Wurzeln, Schotter, Kies, Kopfsteinpflaster und im Stadion die original traditionelle rote Aschen/ Sandbahn. Dies alles muss aber (und war dann auch nicht) kein Nachteil sein, ist abwechslungsreich und hält die Konzentration auf einem guten Level, weiterhin konnte fast 1km im schattigen Wald gelaufen werden.

Alles lief die ersten ca 4 1/2 Std ganz gut (die Marathondistanz hatte ich da bereits hinter mir), als mich zu hoher Puls und Magen/ Darmbeschwerden zu einer Pause zwangen. Bis hierhin hatte ich mich auf Gesamtplatz 6 vorgearbeitet, fand mich danach aber wieder bei Platz 11. Es ging dann weiter, immer wieder unterbrochen von Hinweisen auf evtl auftretende Unwetter am Nachmittag mit Starkregen, Sturmböen und Hagel. Die gingen auch runter - ringsum Köln, nur nicht bei uns. Dadurch blieb die Luft schwül, Sturmböen trockneten den Schweiß am Körper und die 184 Regentropfen am Nachmittag brachten keine wirkliche Erfrischung. Im Laufe des Spätnachmittags gönnte ich mir bei 4 Runden längere Walkingeinheiten im Wald, und legte zur Schonung insgesamt nochmals 3 Päusle ein. Blieb aber bis zum Schlussböller um 19Uhr auf der Strecke mit dem Ergebnis: um 106,81km abgenutzte Laufschuhsohlen, meine Laufuhrbatterie ist um die von mir gestoppte 10h55Min Nettolaufzeit Energie losgeworden, und die Ergebnisliste sieht mich auf dem Gesamtplatz 6 (AK den 2.).

Fazit: die Startnummer 13 brachte mir mehr Erfolg, als ich es mir überhaupt erträumt habe. Alle im Vorfeld gesetzten Minimalziele konnte ich bei weitem überschreiten.

Beim Kompensationslauf am Montag musste ich meine Beine bei den ersten 2 km noch ganz schön koordinieren, am Dienstag liefs schon wieder gut, am Mittwoch musste ich mich schon wieder bremsen um den Puls ganz unten zu halten, und heute freue ich mich darauf bald mal wieder richtig loszulegen.

Und ich gestehe ein, ich überlege schon ganz schön konkret was passiert, wenn ich das nächste mal mein Frühstück überlegter gestalte, die Luft nicht so schwül ist ... und überhaupt: nach dem Ultra ist vor dem Ultra.

Es war einfach nur ein geiles Erlebnis!! Und an dieser Stelle Dank meiner Frau und Sohn, die mich toll unterstützt und versorgt haben: vor, während und danach!

laufende Grüße

michael

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