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42erMichel

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79.716 Herzschläge - was man damit machen kann

Von 42erMichel am 24.03.2009

Hallo Lauffreunde,

am letzten Wochenende war es soweit. Ich versuchte am Sonntag über 79tausend Schläge meines Herzens mit meiner Laufleidenschaft zu kombinieren.

Genug der Rätsel: ich habe meinen ersten 100km Lauf genifisht!!

Stattgefunden hat das in Kelheim beim Spendenlauf von run&bike, einer Staffel Lauf Veranstaltung, zum Start ins neue Laufjahr. Da ich mir vorgenommen habe, mich dieses Jahr auf der Ultradistanz zu behaupten, war diese Veranstaltung zeitlich ideal gelegen, um meinen "Standort" zu bestimmen.

Es fanden sich morgens nicht nur über 50 Lauf-Staffeln (meist 10 Teilnehmer ALLER Altersstrukturen) ein, sondern auch Walking Gruppen und neben mir noch 11 Einzelstarter, die sich auf den 2km langen Rundkurs wagten.

Das Wetter war kühl, aber schon zum Start um 8:00Uhr zeigte sich die Sonne - bei (vorerst noch) sanftem, aber deutlich spürbarem Wind. Rechzeitig vor Ort platzierte ich meinen Camping-Versorgungstisch am Stadionrund. Leider konnte meine kleine, ebenfalls laufbegeisterte Familie nicht mitkommen, da unser Sohn kurzfristig an einem Schwimmwettkampf teilnehmen konnte, bei dem auch meine Frau als Trainerin eingespannt werden musste. Dieser Umstand verursachte mir im Vorfeld doch einiges Kopfzerbrechen. Musste ich doch alles so organisieren, dass ich ohne große Wettkampfpausen alles eventuell benötigte Ersatzmaterial und Verpflegung selbst greifen konnte. Da dies ein Spendenlauf ohne offizielle Startgebühr ist, wird vom Veranstalter nur Wasser und Isogetränk bereitgestellt.

Schon im Vorfeld habe ich bei meinen langen Vorbereitungsläufen "mein" gut verträgliches Isogetränk gefunden. Da ich aber in diesem Jahr noch auf eine längere Distanz gehen will, musste ich auch mit Nahrungszufuhr in etwas festerer Form experimentieren, und landete letztendlich bei Babynahrung in den berühmtberüchtigten kleinen Gläschen - allerdings nahm ich zwecks besserer Verwertung von milchhaltigen Produkten Abstand.

Dies bedeutete,dass ich 2 Wochen vor dem Wettkampf anfing, kleine 0,3-0,5Ltr Plastikfläschle zu sammeln, um hier portionsweise mir meine IsoGetränke in genügender Zahl bereitzustellen.

Verpflegung plus dem einen oder anderen bekleidungs- und schuhtechnischem Ersatzteil platzierte ich an meinem VP. Denn für den Nachmittag hatten die div. Wetterberichte Sturmböen und evtl. den einen oder anderen Schauer vorhergesagt.

Pünktlich um 8Uhr wurde der Startschuß gegeben. Nach einer viertel Stadionrunde ging es raus auf den Fußweg, an einem Freizeitbad vorbei leicht bergab zum Rhein-Main-Donau-Kanal, dessen Dammhöhe an dieser Stelle kanpp 3Meter beträgt. Zum Erklimmen werden Stufen, oder im "freien Fall" eingesetzte Rasensteine oder die pure Rasennarbe zur Verfügung gestellt. Nach dem ca. 800m langen, topfebenen Dammstück muss wieder eine ca. 10m lange Rampe mit nochmals ca. 4m Anstieg zur Straßenbrücke erklommen werden, um dann leicht bergab ins Stadion zurückzutraben.

Da von den Staffeln immer nur einer laufen darf, ist die Strecke nie überfüllt, und ich habe genügend Zeit die teilweise in einem Affenzahn an mir vorbeisprintenden Staffelläufer zu bewundern (ein Teilnehmer aus Regensburg startet mit einer Halbmarathonzeit von 01:07 die er sicher hier behauptete!). Wenig Zuschauer befinden sich an diesem Sonntag auf der Strecke, aber die Stimmung im Stadion ist sowohl von den pausierenden Teilnehmern, deren Betreuern als auch vom Stadionsprecher einfach nur saugut.

In Höhe der Tribüne müssen wir Läufer mit einem Armbandchip an einem Lesegerät entlangstreifen, um korrekte Distanz- und Rundenzeiten zu erhalten. Piepst das Teil nicht - was mir paar mal passierte - musste ich meinen Laufschritt unterbrechen, paar Schritte zurückgehen, Piepston auslösen und wieder versuchen in mein Lauftempo zu finden. Durch diese Messmethode hat der Stadionsprecher die Möglichkeit, in Echtzeit die Zwischenstände bzw. die Anzahl der Runden und andere Infos über die Läufer oder Staffeln zu verkünden.

Ich finde ganz schnell in meinen Tritt und spule Runde für Runde unheimlich gleichmäßig ab. Meine 50km schaffe ich in ca. 4:15. Ich bin darüber echt erstaunt. Habe mir zwar insgeheim ob meines Trainingsumfanges schon gewünscht, dass gerade noch eine 8Stunden Zeit rauskommen könnte, aber mit der Durchlaufzeit hatte ich nicht wirklich gerechnet. Aber es war ja auch erst die Hälfte geschafft!! Und siehe da, 5 Runden später trat die angekündigte Wetterverschlechterung ein. Es blieb zwar trocken, aber es kam ein ziemlich fieser, stark böiger Wind auf. Und der war so fies, dass er nur auf dem kurzen Dammstück von hinten kam. An den "bergabstrecken" - die ich mir zur Erholung für lockeren Trabschritt ausgeschaut hatte - kam er gelinde ausgedrückt NICHT VON HINTEN!

Ab km 80 wurde es härter für mich. Da die ersten Staffeln schon im Ziel waren, leerte sich die Strecke zusehends, und der Stadionsprecher verstand es, mich - in Zusammenarbeit mit den Zuschauern auf der Tribüne - verbal ganz fair und toll zu unterstützen. Andere Läufer stoppten meine Rundenzeiten mit, feuerten mich auf der Strecke an und im Stadion wurden meine noch zu laufenden Runden laut mitgezählt! Dafür an dieser Stelle meinen ganz großen Dank!!!!

Auf den letzten 6 Kilometern - oder den letzten 3 von insgesamt 50 Runden - hatte ich mental genug von der Strecke, und lief in Gedanken auf meiner Heimatstrecke durch die letzten 2 Dörfer nach Hause. Gottfroh, die 2 kräftzehrenden Anstiege nicht mehr erklimmen zu müssen, wurde ich lautstark nach 8:27:15 Stunden im Ziel begrüsst.

Ein toller Lauf war zu Ende. Wo war die Zeit geblieben?? Sie war wie im Fluge vergangen - so unglaublich das klingt. Verpflegungstechnisch lief es spitze. Als ich nach einstündiger Autofahrt mich zum Spaß (und zur Kontrolle) zu Hause auf die Waage stellte konnte ich feststellen, dass ich gegenüber dem morgendlichen Wiegen nichts verloren hatte.

Dann genoss ich ein wohlverdientes Erdinger Alkoholfrei in der kuschelig warmen Badewanne, liess den Tag Revue passieren und überlegte, was lauftechnisch mir dieses Jahr noch bieten wird.

Mit laufendlaufenden Grüßen

michael

Kommentare

Hallo Michel,

mit "leichter" Verspätung auch von mir die herzlichsten Glückwünsche!!!

bin ja gespannt was du noch alles vorhast in deinem erfolgreichen Läuferleben.

grüßle traudl

Hallo Michael, habe die Ehre. Alle Achtung vor diesen tollen Leistung. Dat is ja schon wat. 100km und dann in so einer tollen Zeit. Habe meiner Frau auch schon mal den Vorschlag gemacht das ich für längere Strecken als nur "Marathon" trainieren möchte. Kommentar: " Du bist ja beklo...t! Dann wünsche ich Dir weiterhin verletzungsfreie und schöne Laufkilometer. MfG an alle Micha   :-)

Hi Michael,

gratuliere zu dieser bärenstarken Leistung. Unter 8:30 bei einer Strecke von 100 km, das ist der Wahnsinn. Da kann ich nur den Hut ziehen.

Viele Grüße Josef

Hallo Michael,

beim Lesen solcher Berichte bekomme ich immer Gänsehaut! Gratulation zum ersten 100er!
Ich versuche mich ja dieses jahr an einem 50Km-Lauf und bin auch schon gespannt, wie das für mich wird!

Gruß Andy

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