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BobderBaumeister

Begegnungen beim Long Jog

Von BobderBaumeister am 24.01.2011

Am Samstagmorgen brach ich wie gewohnt früh morgens um 5:45 zum meinem Long Jog von ca. 2 Std. auf. Während ich mich leise anzog und das Haus verlies schlief der Rest der Familie noch tief und fest. Ich glaube sogar einen der Hunde schnarchen gehört zu haben. In der Nacht hatte es ein bisschen geschneit. Die Strasse war von einer kleinen dünnen Schneedecke bedeckt und die Natur sah so aus als ob jemand Puder auf ihr gestreut hatte. Für mich zum Laufen einfach nur schön. Ich mag es wenn der Schnee unter meinen Füssen knarrt und man darf nicht vergessen, es ist Januar. Die Temperatur war so um die -2 Grad.

Nach ca. 1,5km hatte ich Häuser und unser Stadtschild hinter mir gelassen und sah auf einem alten Maisfeld einen großen Hund. Ich selber lief auf einer Strasse, denn so früh will ich nicht im Wald herum laufen und Tiere aufscheuchen.

Obwohl ich meine Stirnlampe aus hatte, konnte ich ihn schon von weitem sehen. Das Erste was ich mache wenn ich einen Hund sehe ist, ich schaue mich sofort nach dem Besitzer um und mache auf mich aufmerksam. Aber leider war keiner zu sehen. „Na toll!“ dachte ich, „Gleich kommt der Hund wieder auf Dich zugelaufen und will spielen.“  Irgendwann wird er dann zurück gerufen und hinterher heißt es dann: „Er tut nichts. Er will nur spielen.“

– Wie fast immer. –

Aber was war das? Da sind ja noch mehr Hunde! Mittlerweile war ich auch schon bis auf 200m Abstand an den ersten Hund gelaufen. Und immer war noch kein Besitzer in Sicht. Dann erkannte ich den Hund. Es war ein Wildschwein. Ich hatte eine Meute Wildschweine aufgeschreckt. Sie suchten wahrscheinlich auf dem Feld noch nach Maisresten. Jetzt wurde es mir sehr, sehr „mulmig“. Aber sie liefen im Abstand von 200m an mir vorbei. So dämlich wie ich bin, wollte ich sie mir dann doch mal genauer ansehen. Denn Wildschweine in freier Natur sieht man nicht so oft. Nicht das ich näher auf sie zugehen wollte, dafür hatte ich zuviel Angst und Respekt vor ihnen. Aber ich machte meine Stirnlampe an.

Das war das Zeichen für das erste Schwein stehen zu bleiben, umzudrehen und Jagd auf mich zu machen. Die drei anderen liefen weiter. Er kam auf mich zugeschossen. Ich schaute mich sofort um, wo ich mich verstecken konnte, denn ich sah mich schon zermalt und zertrampelt auf dem Boden liegen. Aber weder Baum noch Zaun, auf dem ich mich retten konnte, waren in der Nähe. Also was tun? Ich blieb einfach stehen und bekam ein Geistesblitz: Mach die Lampe aus, du Idiot!

Denn meine eingeschaltete Lampe hatte schon in der Vergangenheit sehr viel Angst bei Tiere hervor gerufen. Und zwar so dass mancher Hund aufrecht in der Leine des Besitzers stand und mich auffressen wollte wenn ich auf ihn zukam.

Also Licht aus!

Und tatsächlich, er blieb kurz vor mir stehen. Nun standen wir uns Auge in Auge gegenüber. Er und ich (der Angst um sein Leben hatte). Ratet mal: Wer hatte wohl mehr Angst?

Ich atmete kaum noch, so angespannt war ich. Ich sagte zu ihm: Wenn Du jetzt kommst, dann liegen heute Abend Rotkohl und Klöße neben Dir. (Sagte ich natürlich nicht!) Sondern machte mich breit wie ein Pfau. Das schien ihn zu imponieren, denn nach einer kleinen Weile (gefühlten Minuten) grunzte er und drehte ab. Ich atmete tief durch und meine Pulsuhr fing an zu piepsen. Sie haben ihren Herzfrequenzbereich überschritten. Warum nur?

Viele Grüße

BobderBaumeister

P.S. New York ist noch in Arbeit.

Kommentare

Puh, nochmal gut gegangen! Mit einer ganzen Rotte sollte man sich nicht anlegen... Die Wildschweinabwehrmaßnahme "Aufplustern" habe ich übrigens schon als Kind beigebracht bekommen, musste sie aber zum Glück noch nie anwenden. Gut zu wissen, dass sie funktioniert ;-)

 

LG Kristian

*lach... selten mehr so gelacht.. schöne Geschichte... weiterhin gute und unfallfreie Long Jogs und das solche Begegnungen immer so glimplich aus gehen

Sehr amüsanter Bericht :-)

Ich "warte" auch schon seit Jahren auf eine Begegnung mit diesen Borstenkollegen.

Gruß

Fastfoot

Auf so ein Zusammentreffen warte ich noch, besser kann man seinen Maximalpuls vermutlich nicht bestimmen :-)

Weiterhin schöne Läufe wünsche ich Dir.

bei sooo vielen Lesern.... so wenig Kommentare und kein Herzchen ???

dein Bericht hat mehr Herzchen verdient!! das sind die Erlebnisse die man nie vergisst. Ich wüsste echt nicht, wie ich da reagieren würde ;))) der Puls....ja der wäre bei mir wahrscheinlich gar nicht mehr messbar gewesen, so wäre der hochgeschnellt :))

danke für deine mitreissende Beschreibung!

liebes Grüssle

traudl

..ich hab die Wildschweine bisher immer nur gehört und mir war da schon sehr mulmig ;-)

Gruß Andy

Danke, dass du uns bei diesem köstlichen Erlebnis Teil haben lässt ;-) hab' mich sehr amüsiert. Weiter gutes Laufen ;-) grüße an die Wildsauen, Beff

Heftig, heftig mein Bester. Wunderschönes Erlebnis,auch wenn der Pulsmesser überpaced hat :-))

Eine Begegnung der anderen Art. Gut das es glimflich ausgegangen ist.

Ich mag Long Jogs :-)

..schmunzelnde Grüsse ... vom frierenden Muli

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