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Tour durch den Landkreis Vechta und Diepholz

Von Falke67 am 07.03.2009

Samstag morgen 09. 00 Uhr, eigentlich hatte ich für heute Ausschlafen auf dem Programm stehen. Aber da meine gestrige Radtour dem strömenden Regen zum Opfer fiel und der Blick aus dem Fenster für heute trockene Verhältnisse versprach mache ich mich auf den Weg um das Versäumte nachzuholen.

Ich bin sicherlich kein großer Radfahrer, aber so 2500 bis 3000 Kilometer radele ich im Jahr wohl zusammen. Da ich nur über ein Treckingrad verfüge bin ich eher ein langsamer Genußradler und muß so manchem Rennradkollegen, mit wirklicher Achtung nachschauen, wenn er rasant an mir vorbeijagt.

Aber wie gesagt ich bin auf dem Weg. Nur 2,8 Grad sind es heute morgen, eher Handschuhwetter. Beim Supermarkt halte ich kurz an um noch ein paar Notreserven für die bevorstehende Tour einzukaufen. Dann geht es Richtung Kroge und ich versuche mich warmzufahren.

Viel hat Kroge an kulturellem Highlights nicht zu bieten. Vielleicht den Sankt Anna - Stift, der Franziskanerinnen. Aber an dem bin ich schon vorbei. Der Weg führt weiter durch das Kroger Moor, hier wird noch reichlich Torf abgebaut und weiterverarbeitet. Nun und wenn man von den bekannten Wegen abkommt, soll man doch tatsächlich noch in Gefilde gelangen, in denen man als Moorleiche enden könnte, weil man in dem schlammigen Morast versinken würde. Also pass ich lieber auf.

Mein Weg führt weiter über Brägel/Lohne und durch das Tonnenmoor Richtung Vechta. Die Wege sind gut befahrbar und ich komme gut voran. Weiter geht es durch Moorlandschaft und manchmal betört der Geruch von Hühnergülle das zarte Näschen.

Zeit ein wenig zu futtern. Alles erstes muß ein die Schokolade dran glauben. Der Platz des Golfclubs Vechta - Welpe sieht perfekt aus. Vielleicht wäre Golf ein Sport für mich, wenn ich dann tatsächlich mal irgendwann im Lotto gewinnen sollte.

Dann verfolgt mich auf meiner Route ein Traktor, der Paletten geladen hat. Seine Ladung schwankt bedenklich und ich habe keine Lust mich von dem Ungetüm überholen zu lassen. Also trete ich in die Pedalen und fühle mich ein ganz klein wenig, wie Jan Ulrich für Arme.

Am Fuchsberg kurz vor Telbrake bestaune ich eine Mauer aus Feldsteinen, die sich einer der Landwirte, die hier ihre stolzen Gehöfte ihr Eigen nennen zur Umfriedung seines Grundstückes kunstvoll verlegt hat. Der Trecker hinter mir schnauft und dröhnt und meine Beine dröhnen mittlerweile auch schon ein wenig. Aber noch lasse ich ihn nicht vorbei und trte weiter volle Pulle in die Pedale. Aber beim Torfwerk in Telbrake muß ich mich der Maschine geschlagen geben und den Traktor ziehen lassen.

Als Entschädigung gibt es Schinkenwurst für den kleinen Hunger zwischendurch. Wieder führt der Weg durch Moorlandschaft und auf den zahlreichen Maisfeldern der Umgebung suchen edliche Kormorane nach Nahrung.

Für Freunde des Moores und der atenberaubenden Natur sei folgender interessanter Link genannt. http://www.niz-goldenstedt.de/

Ich besuche dieses Informationszentrum, selbst zwei bis dreimal im Jahr und kann es nur empfehlen. Ende August treffen sich hier auch zahlreiche Laufbegeisterte zum Goldenstedter Moormarathon, der ein wirklicher läuferischer Genuß ist.

Diesmal lasse ich das NIZ aber rechts liegen und radle über Arkeburg und Varenesch Richtung Barnstorf. Die ersten 40 Kilometer wären geschafft. Ein großer Becher Kaffee sorgt für neuen Schwung. Barnstorf im Huntetal gelegen ist manchen vielleicht durch das alle zwei Jahre stattfindende große Ballonfahrerfestival bekannt.

Aber heute fährt hier kein Ballon, also trete ich wieder ins Pedal. Die Landschaft ist nun nicht unbedingt sehenswert und in Cornau überquerre ich die Hunte und komme dann in Jacobidrebber an.

Auch hier gibt es einen über die Region bekannten Marathonlauf, der in diesem Jahr am 20 Juni stattfindet. Weiter führt mein Weg über Mariendrebber und Aschen nach Diepholz.

In Diepholz muss ich erstmal eine kleine Pause machen. Bei der bekannten amerikanischen Restaurantkette erstehe ich drei Fruchttüten und einen Erdbeermilchshake, die umgehend für neue Power sorgen.

Ich könnte jetzt den kurzen Weg nach Hause nehmen, entscheide mich aber für einen großen Abstecher über Graffeld und Lehmden zum Dümmer hin. Ein Teil des Weges führt mich an Flugplatz Diepholz - Dümmerland vorbei und bei einer der startenden Maschinen habe ich doch gleich den Ohrwurm von Reinhard Mey im Kopf.

Aber egal ob über den Wolken, oder hier auf der Straße, es muß weitergehen. Der Dümmer ist erreicht und ich gönne mir noch ein Wasser um mich für die letzten Kilometer zu stärken. Die Landschaft ist klasse wie immer und in der Nähe des Schäferhofes entdecke ich einen ersten Klapperstorch. Entweder hat Freund Adebar den Weg nach Süden nicht angetreten, oder er ist schon wieder aus fernen Spähren angereist.

Mir tut allmählich der Hintern ein wenig weh und ich bin froh, als ich Rüschendorf erreiche. Mein Tacho zeigt inzwischen 102 Kilometer an. So weit wollte ich doch gar nicht :(.

Die letzten Kilometer fahre ich relativ langsam, und erreiche gegen 14. 20 Uhr wieder Steinfeld. Jetzt noch ein Sieg der TSG und der Tag ist gerettet :).

 

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