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Training mit Colitis Ulcerosa

Von Joern75 am 06.10.2011

....immer wieder kontrovers diskutiert.

http://de.wikipedia.org/wiki/Colitis_ulcerosa

Da mir 2 Internisten nach dem Auftreten der Krankheit von beiden Sportarten (Hanteltraining, Joggen) abrieten bzw prohepzeiten, dass es mit der Gewichtestämmerei jetzt vorbei sei, war ich erstmal geschockt und ich macht diesbzgl. erstmal Pause. Erstmal...

Meine Meinung nach 12 Jahren mit dieser Krankheit:

Nach den ersten Akutphasen stellte ich rasch fest, dass auf Grund der Krankheit selbst bzw der Wirkungen und Nebenwirkungen der Medikamente (man ist recht schnell bei Immunsenkern und Kortison) der Körper nicht mehr ansatzweise in akzeptabler Form ist und die Lebensqualität deutlich darunter leidet.

Verlust jeglicher durch den Sport aufgebauter Muskulatur, Kondition komplett passé und Gewichtsabnahmen von bis zu 15 Kilo innerhalb einer Akutphase mal so nebenbei.

Also fing ich unter 2 Bedingungen wieder an Sport zu betreiben:

1) Nur in der Remissionsphase (also wenn die Krankheit nicht akut ist)

2) In der Akutphase bei Einnahmen von hohen Kortisongaben (>20mg pro Tag)

Durch den Kraftsport konnte ich meinen gefühlten alten körperlichen Zustand wieder herstellen und die durch den Verlust der Muskulatur (Schlappheit, Rückenschmerzen, Migräne, Gelenkschmerzen...) entstandenen Probleme auf Null reduzieren.

Ich denke es ist generell zusätzlich von Vorteil drohender Osteoporose mit Belastung entgegenzuwirken statt zu schonen.

Einige Übungen (schwere Kniebeugen) habe ich aus dem Programm gestrichen, da ich sie erstens nicht wirklich brauche und zweitens wirklich der Meinung bin, dass diese bei dieser Krankheit eher kontraproduktiv sein können. Beinpresse ist hier auch vakant, aber hier konnte ich es noch nicht lassen..

Man riet mir auch vom Joggen ab. Ich konnte aber bis heute keine Relation zwischen Läufen und dem Auftreten von akuten Schüben ausmachen. Nicht einmal Krämpfe bekam ich nach meinen Testläufen; was bis heute auch so blieb.

Angeblich sollen die Erschütterungen selbst in der Remissionsphase (in der die Tätigkeit des Organs oft als eher träge zu bezeichnen ist) nicht gut für den geschwächten Darm sein; auf der anderen Seite regt rumliegen auf der Couch auch nicht gerade die Peristaltik an...also wie mans macht, macht mans falsch ;-)

Ich bin nach etlichen Schüben aber zu folgender Erkenntnis gekommen:

Ein fitter, trainierter Körper hat den regelmäßig auftretenden Attacken dieser Krankheit deutlich mehr entgegenzusetzen als jemand, der sich den Experten nach seiner Krankheit richtet; sprich Schonung und das übliche, teilweise auch fachlich fragwürdige Medikamentenbombardement. Zudem gibt es so etwas wie ein "Muskelgedächtnis"; was man einmal aufgebaut hat bekommt man auch schneller wieder drauf. Ähnlich wie bei den Fettpolstern nur hier in mal in positiver Form ;-)

 

Wollte das hier einfach mal für mich in loser Form zusammenfassen. Vielleicht interessierts den ein oder anderen Betroffenen auch.

 

In diesem Sinne:

Up the irons!

Kommentare

eine Bekannte von mir und ihre Tochter haben beide die gleiche Krankheit. Bei denen hat der Arzt gesagt, egal ob es Ernährung oder Freizeitbeschäftigung geht, sie müssen es einfach ausprobieren, da jeder Körper anders reagiert...

dir wünsche ich, dass du deinen Weg findest und dich von Rückschlägen nicht unterkriegen lässt.

liebes Grüssle tt

Ein sehr interessanter Bericht. Ganz bestimmt kann er hilfreich sein.

Danke.

Gruss .. das Muli

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