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Maratommy

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Run2cologne...gemeinsam ans Ziel ! ..40 Kilometer als letzter langer Lauf

Von Maratommy am 15.09.2012

Die Vorraussetzungen waren schlecht und das seit mehreren Wochen.Wer auf meinen Sportplaner geschaut hat , merkte das die Luft momentan raus ist.Seit 5 Wochen nur einmal pro Woche Training und das nur um die Notbeleuchtung am Leben zu halten. Der lange Lauf der muss stehen dachte ich mir immer.Wenn Du es innerhalb der Woche nicht schaffst aber am Wochenende "MUSS" der lange Lauf stehen.

Beruflich bin ich seit ca 2 Monaten extremst angespannt und habe erst seit 3 Wochen ( nach massiven Hilfeschrei ) Unterstützung bekommen. Doch wenn man denkt das es mir danach besser ging , hat sich getäuscht. Körperlich bin ich in ein so dermaßen großes Tief gefallen das ich nicht mehr glaubte da vor Köln rauszukommen. Überstunden, Akkordarbeit, mentaler Stress ist eine Giftcoktail welches ich keinem gönne.

Um überhaupt noch die Kurve zu bekommen gab es die letzten 3 Wochen nur noch arbeiten und schlafen.Regeneration wo es nur geht.

Es kamen kleinere Wehwechen dazu.Achillessehnenprobleme, Ischias für 3 Tage völlig raus, Schwindelgefühle, Schweißausbrüche bei kleinsten Anstrengungen. Lange überlegte ich ob ich aus Köln von Marathon auf Halbmarathon wechseln sollte.

Heute war für mich die letzte Chance zu überprüfen ob ich den Gang nach Köln wagen sollte .Die Vorraussetzungen waren mehr als dürftig doch warum sollte ich nicht dieses mal wieder über mich hinauswachsen können. Eine Woche bereitete ich mich auf diesen 40 KM Teslauf vor und zwar mental bis ins kleinste Detail. Angst wandelte ich in Herausforderung um. Ich sah in der Situation eine Chance für mich, nochmal eine Stufe wachsen zu können. Anders als in Bonn hatte ich keine zusätzlichen Urlaubstage in der Regeneration, im Gegenteil sogar Mehrarbeit, die Hitze des Sommers in Bezug auf meine Krankheit eine mehr als schlechte Kombination, sowie die fehlenden Einheiten während der Woche.Ein alles entscheidenen Vorteil hatte ich allerdings in dieser Vorbereitung.Die Erkenntnis in mir schon mal das Ziel erreicht zu haben.

Heute also um 4.30 Uhr gings los. Dunkel, trocken, 12 Grad...perfekte Situation !! Ich positionierte meine Getränke sowie Müsliriegel und Bananen.atmete tief durch .Ein Schauer überkam mich, ein Gefühl heute was (für mich ) bedeutendes anzugehen.40KM jetzt , heute !!Du wirst das schaffen !!

Die erste Runde von 5,6 KM fing ehrlich gesagt besch.....en an. Meine Brustwarzenpflaster fielen bereits nach 20 Minuten ab, kleines Handtuch vergessen und Trinkflasche aufgrund der massigen Kohlensäure losgeschossen. Egal Tommy, die Generalprobe, der Rest wird getunt dachte ich. Da ich grundsätzlich nach ca 40 Minuten immer wieder die heimischen Pforten sah, konnte ich mit einem 10 Min Notstopp alles ( ausser diese bescheuerten Brustwarzenpflaster )  beheben.

Danach Gehirn wieder auf Reset gedrückt und Neubeginn gestartet..ja ja Männer und Gehirn ich weis ich weis.Mein Motto, mein Ziel war es jetzt einfach rhytmisch mich zu bewegen und nicht mehr an Zeiten, Runden oder sonstigem zu achten, einfach abspulen, nicht mehr denken ( kann ich gut ;-) ).

Ehrlich gesagt heute konnte ich nicht so gut denn heute war verkehrstechnisch im Bereich Schwerte der Wurm drinn. Es gibt einen Film der heißt " Morgens um 7 ist die Welt noch in Ordnung".....Von 5 -7 wohl nicht , denn Murphys Gesetz sollte bei mir immer bei Strassenüberquerungen gelten .10 Autos waren um diese Zeit wahrscheinlich nur unterwegs aber grundsätzlich beim überqueren einer Strasse mußte ich meinen Rhytmus unterbrechen weil genau diese 10 Autos an mir vorbeifuhren.Normalerweise kann man sich nackig ausziehen und sich auf die Kreuzung legen.Weder eine Anzeige bekommt man gescheige den überfahren wird man. Ich dachte irgendwann ( ja mein Gehirn funktioniert noch )...Tommy das ist ein Zeichen, wenn Du das hier heute schaffst , schaffst Du alles.

Nach 30 Kilometern kam mir ein Gedanke...! Der Mann mit dem Hammer kommt ja immer gerne bei mir zu dieser Zeit und diesmal dachte ich daran ihn zu überlisten. Hinsichtlich auf mein Ultramarathonziel 2013 kam mir die Idee meine Konditon auf den letzten 10 Kilometer aus einer Kombination von laufen und Powerwalken zu kombinieren. Normalerweise laufe ich immer 2Min und gehe 1 Minute wobei ich es bei der 1 Minute nicht auf Schnelligkeit gehe. Jetzt aber wollte ich wissen welche Zeit ich auf der letzten Runde ( exact 10 KM ) in dieser Kombi erreichen kann. Das Ziel war 1Stunde 20 Minuten, welches ca 10 Minuten langsamer als Kombi Nr 1 wäre. Tatsächlich, 2 Min Laufen, 5 Min Powerwalken liessen mich auf diese Zeit plus 30 Sekunden kommen ohne mich komplett verausgaben zu lassen.

Nach 5 Stunden und 17 Minuten lief ich eine Distanz von 40,038 Kilometer welches ca bei 5.32 auf Marathon geendet wäre.Da meine Frau ab dem 25.9 2012 in eine Mutter Kind Kur fährt, habe ich 3 Wochen nach der Arbeit alleZeit zur Regeneration für meinen Körper in Form von Massagen, Saune etc zu nutzen.Ich habe es in der Hand beste Vorraussetzungen für den Tag X zu schaffen und sehe demnach nichts mehr was Köln im Wege stehen kann.

 

Es war für mich einer der wichtigsten Trainingsläufe in meinem Läuferleben.Die Erkenntnis zu besitzen auch in schwierigen beruflichen, körperlichen Situationen mit dem Geist den Hebel umsetzen zu können, beflügelt mich an meine Ziele zu glauben.

 

Köln ich komme !

Kommentare

Immer wieder toll zu lesende Blogs, Tommy!

Drück dir die Daumen. Up the irons!

Tommy, das klingt doch recht gut.

Nicht einmal die 10 blöden Autos die sicherlich den ganzen Morgen nur wegen Dir durch Deine Wohngegend fuhren, konnten Dich aus der Ruhe bringen und Dich von Deinem Vorhaben abbringen.

Alles easy würde ich da mal sagen. Vulkane gibt es ja auch keine in Köln, also was kann da schon daneben gehen ?

Du hast es schon einmal erfolgreich gefinisht und alle hier sind sich sicher, dass Du es auch wieder schaffen wirst.

Du glaubst dran und alle anderen auch.

 

Mach Dein Ding !!! Ich drücke Dir wieder die Daumen !!!

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