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2. langer Lauf: Müritz Städtelauf

Von NorSportBert am 23.08.2011

Wer hat mich animiert? Einige MeinSportplatz-Teammitglieder, die den langen Müritzlauf gelaufen sind. Interessiert hatte mich der lange Lauf 76,7 km, aber bei der schlechten Kondition? Für Marathon-Training paßte die kurze Strecke 28,2 km als zweite lange, aber schnelle Einheit.

Anreise war Freitag 19. Aug., Nachmeldung in Waren rechtzeitig vor Meldeschluß um 20:00 Uhr, Übernachtung in der Nähe von Röbel und Start in Röbel am Hafen am Samstag um 11:00. Für den Kleiderbeutel gab es ein Transportfahrzeug, damit man am Ziel in Waren die Laufkleidung ablegen kann. Die Ultras waren um 8:00 gestartet und in Röbel wurde vor 11:00 Uhr schon berichtet, dass der erste Ultraläufer nicht mehr weit ist.

2010 hat der Holländer  Jan-Albert Lantink die lange Strecke in 5:30:25 h gewonnen und die "kurze" Strecke Sabrina Mockenhaupt in 1:43:22 vor Carsten Drilling / NRW (1:44:05). Der Holländer Jan-Albert verteidigte nun seine Favoritenrolle.

Am Start in Röbel war eine überschaubare Gruppe mit am Ende 128 Finishern und ich reihte mich standesgemäß ziemlich weit hinten ein. Die Reihenfolge nach dem Start paßte sehr gut, ich habe am Anfang nur sehr wenige Läufer überholt und bin selbst nicht überholt worden. 

Der erste Abschnitt über 9,4 km lief zum großen Teil getrennt von der Strecke der Ultra-Läufer und ich schaffte ihn trotz Zurückhaltung in einer unerwartet guten Zeit. Ich war gerade dabei, mich einer jungen Dame in leuchtend grünem Laufshirt zu nähern und hoffte, daß ich sie in Kürze überholen kann. Dann näherte sich von hinten jemand mit lauten Schritten und lautem Atem. Es war der Holländer, der seinen Ultra-Sieg von 2010 verteidigte. Die Dame im grünen Shirt spurtete und schloß zu ihm auf für kurze Anfeuerung/Gratulation.

Der zweite Abschnitt über 10,2 km war etwas zäher und vom Laufen her monotoner. Ich bemühte mich, den Anschluß an die Gruppe vor mir nicht zu verlieren, aber der Abstand vergrößerte sich und oft verhinderte der Streckenverlauf den Sichtkontakt. Ich lief alleine. Aber dieser Streckenabschnitt war abwechslungsreich und schön. Es waren viele Touristen meist als Radfahrer unterwegs.

Es überholte der zweite Ultraläufer. Da er eine kleine Gehpause einlegte, schloß ich auf und konnte ein paar Worte wechseln. Ich sprach meine Anerkennung aus für seine Position 2 im Lauf. Meine Frage, ob der lange Lauf nicht anstrengend sei, sagte er, es sei seine erste Teilnahme und er werde nicht noch einmal teilnehmen. (??). Naja, er lief nicht so hart am Limit wie der Favorit aus Holland. Im Ziel war der Abstand über 30 min. Aber sein Vorsprung vor dem Dritten immerhin über 15 min.

Im Dritten Abschnitt über 8,6 km konnte ich zum Ende hin noch mehrere Läufer überholen. Ein hellgrünes Laufshirt (älterer Herr, nicht die junge Dame) und eine Läuferin mit Begleitung. Vor mir lief noch ein dunkelrotes Shirt mit Gehpausen. Ich war mir sicher, dass der auch noch überholt werden kann. Er hatte aber am Schluß genügend Reserven und konnte den Abstand zu mir deutlich vergrößern.

In Waren gab es etliche Zuschauer, viele davon vermutlich zufällig anwesende Touristen. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen und auch der Zieleinlauf (sehr gut, professionell gestaltet) war eher ruhig und sachlich. Es gab die Medaille, ein Zelt mit Verpflegung und drei Massageliegen (nix für mich). Der ältere Herr mit dem hellgrünen Laufshirt, den ich überholt hatte und der noch kurz versucht hatte, dranzubleiben, gab mir im Zelt einen herzlichen Händedruck.

Vor dem Zelt gab es warmes Essen: eine Schale Nudeln mit Soße gegen den Gutschein.

Es trudelten mit deutlichem Abstand Läufer ein, neben Städtelauf-Teilnehmern ist mir die Ankunft des 5. Teams (max. 8 Läufer für die 8 Abschnitte) in Erinnerung. Dann erreichte das erste Frauenteam das Ziel. Die junge Dame war ziemlich fertig und ging im Zielbereich langsam umher, um wieder zu Luft zu kommen. Die Teamkolleginnen lobten sie und versorgten sie mit Getränken. Langsam erholte sie sich wieder. Ihr Spurt am Ende des 8,6 km Abschnitts muß wohl etwas heftig gewesen sein.

Abgabe des Chips im Gepäckzelt (dort wurden Urkunden ausgegeben), Umziehen im Versorgungszelt, Rückfahrt nach Röbel mit dem Schiff, langsam ausklingen lassen. Sonntag: Fotoausstellung "Wildlife Photographer of the Year" - Wettbewerb des Natural History Museum London und BBC in der Scheune Bollewick (toll)!

Normalerweise fahre ich für Halbmarathon oder ähnliches ja nicht weit. Hier hatte mich die Veranstaltung aber wegen des Ultra-Laufs interessiert. Und das Kennenlernen des Müritz-Sees.

Fazit: Der Lauf war für mich gut verlaufen, am Ende war ich nicht am Ende(!), die Zeit war eine positive Überraschung und Muskelkater gab es auch nicht. Es war eine gute lange und schnelle Marathon-Trainingseinheit. Der ruhige Ablauf und die gute Organisation des Laufes haben mir sehr gefallen. Zuschauer gab es außer im Zielbereich kaum. 113 Ultras, 75 Teams und 128 Mittelstreckler sind angekommen. 

Wenn nächstes Jahr die Kondition reicht....  dieser Ultra lockt mich.

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