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Köln Marathon - oh, ooh, ..

Von NorSportBert am 04.10.2011

Von vorn: Samstag ging es auf die Autobahn Richtung Köln. Den Weg zum Parkplatz auf dem Messegelände finden war kompliziert. Kölner hatten sicher weniger Schwierigkeiten (oder ein Fahrrad). Startnummer abholen, gebuchte Pastaparty "genießen", Messe begutachten und dann Hotel. Das verspätete Mittagessen auf der Messe mußte noch durch angemessenes Abendbrot ergänzt werden. Den erprobten Italiener gab es leider nicht mehr, da zieht bald ein Japaner ein. Aber Köln bietet ja genug. Fast hätte ich mich abends zu Fuß in Köln verirrt (mit Plan wär das nicht passiert). 

Sonntag um 8:00 Uhr gab es normales Frühstück - sehr zeitig vor dem Start um 11:30. Für die Fahrt zum Marathon-Parkplatz P22 war genug Zeit, es gab einen unerwarteten Mitfahrer (auch Hotelgast). Er erzählte, dass er jeden Marathon nur ein mal läuft, Wien und München hätten ihm gut gefallen. Paris war seine Bestzeit.

Vor dem Start hatte ich noch das Problem, herauszufinden, in welchen Startblock ich gehöre. Auf der Startnummer stand es nicht drauf. In den Bedingungen steht aber, wer im falschen Block startet, wird auf der Startmatte entdeckt und ist dann disqualifiziert.

Kurz nach 11:30 wurde etwas verspätet von Sabrina Mockenhaupt der Startschuß gegeben - in Vertretung für den Bürgermeister, der beim HM verlorengegangen war. Der rote Block mit den Spitzenläufern startete und die Schülerstaffeln rückten auf der linken Seite zur Startlinie vor. Der blaue Block startete als nächstes auf der rechten Seite. Ich hatte mich ziemlich nach hinten verkrümelt, da ich keine 4:00 h sondern mehr 5:00 h angepeilt habe. Ab, um 11:40 Uhr.

Als nächstes die Schülerstaffeln (Motto auf dem Rücken der Hemden: "Marathon ist wie Urlaub - nur schmerzhafter"). Insg. 6 Staffelabschnitte 5km und 10km. Die kleinen sind fix und haben fleißig überholt, einige mehrfach (wegen Gehpausen).

Später - etwa 11:50 - muß dann auch Rennhuhn gestartet sein. 

Meine Start-Pace: für meine WK-Gewohnheiten sehr langsam.

deutzerbruecke.jpg

(Deutzer Brücke)

Nach der Deutzer Brücke ging es am Rheinufer bis zum Hafen im Norden (enge Wende km 7), dann Rheinufer zurück zur Deutzer Brücke und weiter am Rheinufer bis zur Bismarkstatue im Süden (weite Wende km 16) und fast wieder zur Deutzer Brücke, knapp 20 km geschafft.

 

huhn_zerfleddert.jpg 

(Ist das Rennhuhn? Ziemlich zerfleddert und frustriert ausgestiegen an der Deutzer Brücke?)

Der weitere Weg ist für Ortsunkundige wie mich etwas unübersichtlich, aber je nach Stadtteil ist hier wesentlich mehr los als am Rheinufer. Obwohl: Leute standen auch da überall herum. HM am Neumarkt, hier hat Rennhuhn virtuell (also netto, 11 sec.) überholt. Nun zog es sich, also auf die Zähne beißen und durchhalten. km 25, km 27, km 29. Bei km 30 kommt das Ziel im Kopf näher, erkennbar an sich "verbessernden" Zwischenzeiten.

Bei km 39 war der Neumarkt wieder erreicht, fast geschafft. Sehr markante Abschnitte sind die Altstadt (km 40) am Dom vorbei und die Deutzer Brücke ab km41.

Die Altstadt mit Kopfsteinpflasterabschnitten ist relativ eng und kurvig. Ich sprach eine junge Dame an, ob sie Geherin sei. Es war keine Gehpause, sondern schnelles Gehen. Sie sagte, sie könne nicht mehr. Gut zu merken: Begleitung tat ihr gut. Sie bis ins Ziel begleiten paßte aber nicht.

Die Deutzer Brücke hat zuerst einen Anstieg (nicht sehr beliebt bei ausgepowerten Marathoni) und dann Endspurt förderndes Gefälle. Tempo, Ziel, geschafffffft.

Es war ziemlich heiß, aber nicht ganz so schlimm wie befürchtet. Jede "Tankstelle" habe ich für mindestens 2 Becher Wasser / Eistee genutzt. Später gab es auch Bananen und Cola (und "Dusche", aber nicht für mich).

Fazit: Kassel letzes Jahr war mehr als eine Stunde schneller. Also aktuell eindeutig fett statt fit. Aber wenigstens hat es auf den letzten beiden km noch für die schnellste Pace meines Tages und für einen ziemlich schnellen Endspurt gereicht. Ausdauer ist da, Tempo und Tempohärte fehlen aber. Es war für mich der vierte und bisher schlechteste Köln Marathon.

jemös.jpg

(Mittel gegen das Gewicht, Montag in Deutz entdeckt)

Der Moderator hatte vor dem Start Sabrinas Erfolgsrezepte verraten: 200 Wochen-km Training und geringes Gewicht: 46 kg (Sabrina korrigierte: 45 kg).

Wenige Minuten nach mir muß Rennhuhn im Ziel angekommen sein: besseres Ergebnis, besserer Rennverlauf, ebenfalls moderate Temposteigerung ab km30, schnelle 2 km am Ende und Endspurt mit der besten Pace ihres Rennens. Gratulation, klasse Leistung. (Gesehen habe ich sie nicht).

Charly1860 habe ich auch entdeckt. Andere Liga, Startblock Rot (das sind die ganz schnellen). Bis HM hat er das hohe Tempo gut gehalten, dann wurde er kontinuierlich langsamer. Für schnellen Endspurt reichte es aber gerade. 

Und Spaßläufereins? Mit viel zu hoher Erwartung an die erreichbare Zeit ist es ganz schwer, bis ins Ziel durchzuhalten. Man startet für die erwartete oder gewünschte Zielzeit, also viel zu schnell. Ich kenne das.

Am selben Tag mochte ich nicht ins Auto steigen, deshalb war ich Montag noch in Köln, habe an verschiedenen Stellen die blaue Linie und Reste des Marathons wie Dixi oder nicht abgeräumte  Absperrungselemente gesehen.

startplatz_danach.jpg

(Der Startplatz am Deutzer Bahnhof hatte Sonntag noch anders ausgesehen)

Im Schokoladenmuseum habe ich die wichtigste Marathonverpflegung entdeckt:

banane.jpg

(Banane im Tropenhaus)

Die Rückfahrt ging mit 24 Stunden Abstand zum Marathon problemlos. Heftiger Muskelkater ist hauptsächlich etwas für Marathon-Anfänger, ich wurde verschont.

 

Gruß an alle Leser, vor allem die marathonlaufenden oder interessierten.

NoSportsBert

Kommentare

Wow, ich hab jetzt schon einige Berichte über den Kölm-Marathon gelesen und ich glaube ich setz' den jetzt mal auf meine Todo-Liste für 201x ???

Danke für einen tollen Bericht mit beeindruckenden Bildern!

Gute Erholung wünscht Dir

Andy

 

kann mich dem Esel nur anschliessen. Ein wahrhaft toller Bericht. Tja vielleicht irgendwann mal Köln. 2 x habe ich bereits 50 Euro Startgeld bezahlt aber nie gelaufen. Ich hab mir sagen lassen das die Stimmung in Kölle einmalig ist. Bin mal auf die Berichte der anderen gespannt.

 

Junge! ein Klasse-Bericht.

Und meinen Glückwunsch zum Finish !

Wichtig ist doch das man ankommt, wenn auch manchmal mit der letzten Kraft.

Aber ich glaube jeder Lauf, egal ob Marathon oder Halbmarathon ist eine weitere Erfahrung und macht jeden beim nächsten Lauf ein klein wenig "schlauer".

Vielen Dank für den schönen Bericht (mit Fotos).

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