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NorSportBert

30. Silvesterlauf Werl-Soest

Von NorSportBert am 01.01.2012

 

Nach 3 HM und 3 MA von September bis einschließlich Mitte November war die Kette abgesprungen und die Luft raus. Und dann noch eine langwierige Erkältung. Fast 6 Wochen ohne Lauftraining

Der Silvesterlauf Werl-Soest ist aber eigentlich für mich ein MUSS. 15 km von Werl nach Soest die breite B1 entlang. Also: Mittwoch 7 km mit 10:30/km, Do. 9 km mit 9:30/km und mit Muskelkater Fr. 5 km mit 7:30/km. Es klappt!

Muß reichen, es starten soweiso immer viele untrainierte, die letzten brauchen über 2 Stunden. Am Freitag noch schnell auf nach Werl zur Stadthalle und nachmelden.

In der Meldeliste standen 3.600 Starter. Als ich Samstag um kurz nach 12:00 auf dem ausgewiesenen Parkplatz außerhalb von Werl ankam, wunderte ich mich über die geringe Zahl an Fahrzeugen. Auch der wartende Bus war sehr leer. Ob heute niemand laufen will?

Der Bus kam rechtzeitig an der Stadthalle an, umziehen in der Sporthalle der nahen Schule, zur Kleiderbeutelabgabe waren die LKW schon geschlossen und fuhren gerade ab. Ein kleiner stand aber noch, der sollte erst um 13:00 abfahren. OK, alles in Ordnung.

Bis zum Start 13:30 war noch eine 3/4 h Zeit. Viele warteten in der warmen Stadthalle, im Keller gab es die Toiletten mit reichlich Schlange davor. Es ging aber einigermaßen schnell, da die Toiletten groß sind und eine Damentoilette umgelabelt worden war.

Der Startplatz war ziemlich voll. Es waren also doch Läufer genug gekommem. Ich habe mich ziemlich weit hinten eingereiht.

Start. Es dauerte grob 2 min. bis zur Startlinie. Der erste Abschnitt geht von der Stadthalle durch Werl und der ist etwas verrufen, dass es dort eng für die vielen Läufer ist und man nicht sein Tempo laufen kann. Für mich war es diesmal ok, ich wollte niemanden überholen.

Der km 1 ist noch in Werl, der km 2 auf der Ausfallstraße zur B1 (schon breit genug für alle). Zuschauer genug, aber von Ausnahmen abgesehen waren sie recht ruhig. Naja, die Spitzenläufer waren ja schon längst "durch".

Dann die B1, 2 breite Fahrspuren mit recht breiten Randstreifen. Auf freier Strecke gab es wenig Zuschauer, aber in den 4 Dörfern (Westönnen, Mawike, Ostönnen, Ampen) war jeweils ziemlich viel los. Die km 5 waren bald erreicht, es lief doch. Besser als erwartet.

Noch überholten mich von Zeit zu Zeit einige Läufer, es wurden aber weniger. Dann kam von hinten ein Krankentransporter mit Blaulicht. Einige Läufer riefen von hinten "rechts laufen". Der Wagen überholte langsam, entfernte sich dann aber nicht sehr weit. Begleitschutz?

Langsam kam die 10 km Marke in Reichweite und ich konnte einige Läufer überholen. Ich entdeckte, dass hinter uns noch ein Krankentransporter mit Blaulicht fuhr. Eingekesselt? Meinten die mich? Als der zum Überholen ansetzte und schon fast neben mir fuhr, dachte ich: jetzt Gas geben.

Es ging noch, etliche Läufer wurden überholt und der Wagen abgehängt.

Als dann von hinten Blaulicht und Martinshorn kam, liefen wieder alle auf die rechte Seite. Es überholte aber nicht wie erwartet der Transporter, sondern ein Notarztwagen. Einige Zuschauer schienen Bescheid zu wissen, dass etwas passiert war.

Im nächsten Ort (Ampen) standen 2 Transporter mit Blaulicht und der Notarztwagen. Wir mußten rechts vorbei, hinter dem Transporter hielten vier Sanitäter 3 weise Tücher als Sichtschutz hoch. Die Transportbahre war trotzdem zu sehen mit etlichen Helfern umringt.

Soest kam näher, km 12. Laufen ging noch sehr gut, aber die Muskeln meldeten sich deutlich. Es ging von der Hauptstraße (Verlängerung der B1, die zur Ortsumgehung rechts abgebogen war) nach links ab durch engere Straßen. Aus einigen Häusern wurde lautstark mit diversen Hilfsmitteln angefeuert. Dabei war der interessante Teil des Läuferfeldes doch schon etwa eine 3/4 Stunde durch.

Das Ziel, der Marktplatz Soest, kam näher. Entspurt, noch ein paar Läufer überholt, aber einige waren zäh, da ging nichts. Der Zieleinlauf war sehr schön verglichen mit der B1-Strecke.

Medaile umgehängt, es waren zu dem Zwecke viele Helferinnen da. Kleidersack abgeholt, Umziehen im blauen Saal, weiter zum Bus zurück nach Werl. Nach Bier (alkoholfrei) und Bananen war mir nicht, der warme Tee bei km 5 und km 10 war genug.

Im Bus saß eine Frau neben mir, die 15 km Wandern mitgemacht hatte und nach 3 Stunden vor den ersten Läufern in der Nähe des Zielbereichs war. Sie hat den Einlauf der Sieger mitbekommen. Siegerin war Sabrina Mockenhaupt.

Sie hatte sich kurzfristig angemeldet, weil Skilanglauf in der Nähe ohne Schnee nicht möglich war. Ohne Startgeld, ohne Siegprämie, sie hat sogar die Meldegebühr selbst bezahlt, ist ja für einen guten Zweck. Sie hat sich dann noch bei der zweiten Siegerin artig entschuldigt, die schon beim Start wusste, dass ihre Serie von bisher 4 Siegen beendet war. Pech aber auch.

Auf der Homepage wurden der Sieger Dominik Fabianowski aus Troisdorf (0:47:47) und die Siegerin Sabrina Mockenhaupt (0:53:33 - fast 4 min. Vorsprung) genannt. Ich (1:39:43) wurde nicht erwähnt.

Dann wurde noch ein Todesfall bedauert, Zitat: Leider wurde der Jubiläumslauf durch den tragischen Tod eines 45jährigen Soester überschattet. Trotz der schnellen Hilfe von Notärzten erlag der Sportler im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Es hatten etwa 2.700 Männer und 900 Frauen das Ziel erreicht, aus Nah und Fern. Köln, Hannover, Münster, Hamburg, Tübingen...

Zum Schluß wünsche ich allen Lesern ein gutes neues Jahr, seid vorsichtig, bleibt gesund und verletzungsfrei.

 

Kommentare

Toller Bericht von Dir. Hätte gar nicht gedacht das soviele bei diesem Lauf mitmachen.

War kurz vorher noch in Gedanken ob ich da mitmache aber meine Frau mußte leider arbeiten und einer muss ja auf die Tochter aufpassen.

Nächstes Jahr werde ich aber ganz sicher dran teilnehmen und mich aufgrund Deiner guten Beschreibung jetzt schon darauf freuen.

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