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Ponschi

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Wintermarathon in Husum

Von Ponschi am 09.03.2010

Hallo Frostläufer,

Was macht man wenn man zur Kur auf Borkum ist und gleichzeitig in Husum der Wintermarathon stattfindet? klar, nichts wie hin und mitlaufen. Angemeldet hatte ich mich zum Glück früh genug denn die 200 Startplätze sind äußerst begehrt.

Am Freitag hatte ich meine Schlickpackung und Großmassage bereits um 9:00 Uhr hinter mir und bin mit der Mittagsfähre rüber nach Emden. Dort wartete mein Sohn bereits auf mich um mich nach Husum zu begleiten. Nur war mein Sohn nicht alleine dort, nein, schon wieder Schnee, Schnee, Schnee, es schneit wie verrückt. Aber was soll's, ab ins Auto und Richtung Norden. Auf der Autobahn lag eine dicke Schneeschicht und es schneit immer weiter. Ab Hamburg geht es nur noch mit Tempo 30-50 über die Autobahn und so erreichen wir Husum erst nach 21:00 Uhr. Schnell die Klamotten ins Hotelzimmer, noch etwas essen und gegen Mitternacht ins Bett.

Am Morgen liegt draußen eine dicke Schneeschicht, minus 6° Celsius, Wind aber die Sonne scheint. Nach dem Frühstück gehen wir als Erstes zur Schule die Startunterlagen abholen und stellen schnell fest dass die minus 6° gefühlte minus 10° sind. Um 11:00 Uhr gehen wir dann zum Stadion denn der Start ist für 12:00 Uhr vorgesehen.

Um 12:00 geht es dann in die Startaufstellung und nach einer kurzen Ansprache geht es nach dem Startschuss als Erstes eine halbe Runde über die geräumte Stadionbahn, danach raus und weiter auf überwiegend vereiste und schneebedeckte Radwege in Richtung Norden. Der eiskalte Wind bläst mir die ganze Zeit ins Gesicht und mir geht der erste Satz der Ausschreibung durch den Kopf: Die Herausforderung im Norden – 42,195 km durch nordfriesische Küstenlandschaft. Endlose einsame Geraden, stille Dörfer, häufig nasskaltes Wetter, immer Wind.

Nach 5 km gibt es in Horstedt die erste Verpflegungsstation, schnell einen Becher warmen Tee und weiter gegen den Wind nach Norden, über Arlewatt, Jägerkrug, Arenshöft, Bohmstedt, Drelsdorf nach Breklum wo der Wendepunkt ist. Alle 5 km ein kurzer Stopp um einen Becher warmen Tee zu trinken denn der ist bitter nötig da mir das Gesicht so langsam einfriert. Trotz des kalten Wetters läuft es recht gut doch dann, bei km 30 bekomme ich fürchterliche Magenkrämpfe. Mein Puls erreicht Werte die fast 40 Schläge höher liegen als es bei mir normal ist. So quäle ich mich die letzten 12 km langsam zurück, noch eine Ehrenrunde durchs Stadion und der Wintermarathon ist geschafft.

Um 17:30 Uhr gibt es im Bürgerhaus noch eine gemütliches Abendessen und die Siegerehrung. Es gibt Labskaus mit Rote Beete, Matjes, Rollmops und Spiegelei, eine friesische Spezialität jedoch nichts für Vegetarier. Für mich gab es Lasagne, die mindestens genau so gut war.

Um 19:30 Uhr haben wir uns dann den Fernsehbericht auf NDR über den Wintermarathon angesehen und plötzlich bekam ich die Erklärung für meine Magenprobleme. Im Bericht erklärte der Veranstalter dass sich die Läufer an den Verpflegungsstellen mit Wasser und warmen Tee, angereichert mit "viel Traubenzucker", aufwärmen können. Traubenzucker, und das bei einem Marathon, irgendwie schwer zu verstehen.

Trotz der Traubenzuckerpanne war es aber eine tolle Veranstaltung. Der gesamte Lauf war professionell organisiert und das anschließende Abendessen gab uns einen angenehmen Abschluss.

Ich habe leider nur noch drei Tage hier auf Borkum, dann geht es wieder nach hause. Auch eine Kur geht mal zu Ende ;-(

Ab Freitag geht es dann zum Endspurt für den MDS. So langsam werde ich nervös und ungeduldig denn es sind nur noch 23 Tage bis zum Abflug nach Marokko.

Frostige Grüße.... Ponschi

Kommentare

Ein schöner Bericht und es würde mich nicht wundern ,wenn Du mal in Sibiriern einen Marathon läufst,nimmst Du mich dann mit?Schnee erprobt sind wir ja!Nicole

Moin moin Ponschi.

Es gibt ja Dinge die kann man(n) sich nicht entgehen lassen. Wie z. B. ein herrlicher Marathon bei eisiger Kälte und heftigem Wind. Wenn dann noch ein Schneegestöber dazu kommt ... was kann es aufregenderes geben ?

Na ja. Aber wen die Wüste nicht abschreckt, der macht sich auch nicht vor ein paar Schneeflocken ins Hemd.

Wir sind da ja nichts anderes gewohnt von Dir.

Wäre auch gerne mitgelaufen, aber da ich mit der Heizdecke auf dem Sofa vor dem Kamin gesessen habe ... konnte ich leider nicht teilnehmen :-))


Gute Erholung wünsche ich Dir auf den letzten Tagen und hoffe das Du bald gesund und munter wieder heim kommst.

Bis dahin alles Gute aus dem (mit Schneeregen) verwöhnten Malle

... das muli

klasse Bericht- beim Lesen kam es mir vor, als ob ich mitgelaufen wäre.... wirklich toll geschrieben- viel Kraft, Erfolg, Freude, Spass, Durchhaltevermögen in der garantiert schneefreien Wüste ;))))

liebes Grüßle traudl

Wirklich schön geschrieben,

Viel Glück in der Wüste, Traumboot

Frag mich grad was schwieriger gewesen sein mag. Die Hitze beim Untertagemarathon oder die eisige Kälte bei dem Wintermarathon...?

Aber bald hast Du ja wieder Sonne und Wärme satt...23 Tage ..

Hallo Ponschi,

wieder einmal eine tolle Story von Dir...

Freue mich immer wieder von deinen Unternehmungen zu lesen.

Viel Erfolg in der Wüste

Ralf

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