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Ralf 67

Lauferlebnisse im Taunus und im Kellerwald,

Von Ralf 67 am 06.04.2010

an den letzten beiden Wochenenden habe ich auf den Unterdistanzen zum Marathon die Mittelhessischen Gegenden unsicher gemacht…

Beim Stöbern durch den Laufkalender bin ich beim Oberbrechener Strassenlauf (Halbmarathon) und am Osterwochenende am Dodenhausener Drei Berge Lauf (26,2 km) hängengeblieben. Doch alles der Reihe nach.

In Brechen wollte ich schon letztes Jahr an den Start gehen, in diesem Jahr sollte es so weit sein. Sehr gerne nahm ich dabei zur Kenntniss, dass der Lauf Samstags nachmittags stattfand. Irgendwie passt das anscheinend besser mit meinem Biorythmus zusammen, gerade wenn man auf einer kürzeren Strecke unterwegs ist, wo naturgemäß schneller gelaufen wird, also auch der Puls höher ist. Die Emshalle war schwerer zu finden als erwartet, besteht Brechen doch aus Ober- und Niederbrechen und erstreckt sich sehr weitläufig. Doch kaum dort angekommen, trifft man wieder auf die bekannten Gesichter derjenigen die mit dem Läfertross von Veranstaltung zu Veranstaltung ziehen. Auch das immer gleiche Ritual, Startnummer holen, umziehen, Toilettengang, Einlaufen verschafft eine vertraute Stimmung und man ist sofort wieder daheim.

Der Start der 5km , der 10 km Läufer und der Halbmarathonis erfolgte getrennt, so war genügend „Auslauf" für alle vorhanden, denn schnell sortierte sich das Feld. Ich wollte nicht „am Anschlag" laufen und sortierte mich in das vordere Drittel ein. Dummerweise hatte ich meine Uhr vergessen und am abend zuvor mich noch in der Kneipe mit einem Bekannten über den heute stattfindenden Lauf unterhalten. Ich progonostizierte für mich eine 4:40 pro km, die ich laufen wollte.

Das Feld war recht schnell und es war zwar seeeehr windig , aber immerhin, so erfuhr ich vor dem Lauf, fanden hier ja auch die Kreismeisterschaften statt. Ich hatte keine Zeitinformation, aber die wollte ich dann auch nicht mehr, ich wollte einfach einmal sehen, ob es auch ohne Uhr klappt und mich auf mein Lauf- und Zeitgefühl verlassen. O.k. man sieht an der „Klumpenbildung" wo die 5:00 min Gruppe, die 4:30 min Gruppe ist. So ging es gegen den Wind. Richtung Wendepunkt. Man kennt „seine" Läufer/innen und weiß wie schnell die ungefähr sind. Hat also sozusagen weitere Indikatoren für den Lauf. Der Sieger von Kandel (der hier in der Nähe wohnt) hatte ich zwar gesehen, der lief aber seinen Sie g über 10km nach Hause. Dafür vertaten ihn andere genauso gut. Insbesondere das Frauenfeld hatte es wohl in sich, denn die drei Erstplazierten liefen alle unter 1:25h, was bei diesem Wind und wie ich später noch merken sollte, bei dieser Strecke sehr bemerkenswert ist. Das Feld zog sich weiter und weiter auseinander. Immer wieder konnte ich an Läufer heranlaufen und diese überholen. Aber nun war ein Loch von bestimmt 300 m vor mir. Bei km 17 waren wir fast wieder am Ausgangspunkt angelangt der erst Wendepunktsast war beendet.

Ich war durch den Wind ziemlich fertig. Der zweite, kürzere Wendepunktsast sollte es aber in sich haben, den der wies richtige Rampen auf, so das man das Tempo nichtgleichmäßig hoch halten konnte. Jetzt rächte sich, dass ich mir die Karten nicht genauer angesehen habe. Jetzt wurde ich von vier Läufern überholt. Die mir entgegenkommenden führenden Läufer/innen stand die Anstrengung die diese kurze Strecke noch mit sich bringen sollte ins Gesicht geschrieben. Wie war das noch gleich? Ich wollte nicht am Anschlag laufen? Es war nun auf einmal sehr schwer das eigene Tempo einzuschätzen und ich wollte doch (auf der zugegeben leichter erwarteten Strecke) die 4:40 pro km und damit eine Endzeit von 1:38:30h erreichen. Und so musste ich doch mehr machen als ich eigentlich wollte. Ich mache es kurz, als ich den Zielkanal sah, war ich überglücklich, den besser als jede Plazierung war die gelaufene Zeit: 1:38:51h (also eine 4:41 pro km). *freu* auch wenn ich gefühlt klar unter 1:35h gelaufen bin.

Egal, das alkoholfreie Freibier stand schon parat und wirklch glücklich fuhr ich nach Hause. Natürlich würde ich das nächste Wochenede Ostern feiern und nicht laufen…

Der Laufkalender zeigte mir für Ostern eine unglaublich interessante Strecke an. DODENHAUSEN Hä ! Nie gehört. Aber wie war das ? Ein drei Berge Lauf mit drei Bergen über 600 m (Hohes Lohr, Jeust und Wüstegarten) das Profil im Internet schlug mich sofort in seinen Bann. Prima ! Berge! Das passt gut in mein Plan. Möchte ich doch die Harzquerung und den langen Kanten am Rennsteig laufen. Also hin, wieder eine Samstagnachmittagsveranstaltung *grins*.

Google Maps zeigte mir eine Fahrtdauer von 1:56h an. So war es dann auch, unwesentlich schneller war ich da. Wald und Einsamkeit umgab mich Städter aus dem Rhein Main Gebiet. Toll dachte ich, genau das was du wolltest. Das Dorf Dodenhausen hat etwa 400 Einwohner. Am Ortseingang ein Sportplatz und ein paar Leute standen auch da, tatsächlich war der Menschenauflauf die Einschreibestelle für den Lauf. Ich schrieb mich ein und zog mich zum Lesen in mein Auto zurück. Nach einer Stunde war an derselben Stelle der Bär los. Drei Strecken wurden angeboten (4,3 km), (16,3 km mit einem Berg) und der drei Berge Lauf über 26,2 km. Ich war ja wegen dem Langen da, und deshalb ja auch so weit gefahren. Die allermeisten sahen das genauso. Beim Einlaufen merkte ich dann doch noch den Brechener Halbmarathon. Egal, es wird gelaufen. Langsam geht immer. Startschuß! Etwa 150 Läufer (davon 85 auf der Langstrecke ) setzten sich in Bewegung. Gleich aus dem Sportplatz raus begann der erste Anstieg! 5km lang! Das Feld zog sich scnnell auseinander. Ich reihte mich diesesmal hinten ein. Das war auch gut so. Diesesmal hatte ich die Karte genau studiert und wollte erst am dritten Berg „angreifen". Nach 5 km war ich „oben" an der Verpflegungsstelle meine Uhr zeigt 30 min an. Einen „sechser Schnitt" wollte ich eigentlich als Durchschnitt auf der gesamten Strecke laufen. Also war ich deutlich zu schnell. Mein Tempogefühl aus Brechener Zeiten ließ mich hier wohl im Stich ! Na egal, es rollte bergab bis km 8, die 13, 6 km Läufer verabschiedeten sich und ich war alleine. Vor mir in etwa 150 m Entfernung eine große Gruppe. Ich rechnete (das erste Mal) das muss die 2:30h Gruppe sein, dachte ich. Der zweite Berg war weniger hoch, dafür aber steiler, die Gruppe war längst weg, als ich bei km11 die zweite Kuppe „erstürmt" hatte. Verpflegung! Meine Uhr zeigte 64 min. Der zweite Anstieg war für mich deutlich langsamer gewesen. Nach 3 km Anstieg sollte es danach auf den tiefsten Punkt der Strecke bei km 15 gehen, wo eine weitere Verpflegungsstelle eingerichtet war. Aber vom niedrigsten auf den höchsten Punkt der Strecke zu kommen, diese Aufgabe stand am dritten Berg bevor und ich hatte mir meine Kraft gut eingeteilt. Die verlorenen Plätze der Läufer die mich an den beiden anderen Bergen überholt hatten konnte ich teilweise zurückholen. Das war zwar nicht mein Ziel, aber gut fühlt man sich schon. Die 2:30h Gruppe war immer noch weg! Trotzdem freute ich mich, auch deshalb, weil ich mich JETZT am besten fühlte und das ist bei den zu bewältigenden Läufen im Harz und im Thüringer Wald wichtig. Am Ende des Aufstiegs sah ich erneut auf die Uhr. Die 2:30h waren auf einmal wieder erreichbar für mich. Kilometer 21 war erreicht! Noch 500m dann muss der Gipfel kommen! Eine Linkskurve noch! Was war das? Habe ich mir die Karte doch nicht richtig angesehen. Eine Rampe tat sich vor mir auf, so steil das Serpentinen eingeschlagen wurden in den Berg und oben auf dem Gipfel thronte ein hölzerner Aussichtsturm. Waren eben die 2:30h noch erreichbar, waren sie genauso schnell wieder weg.

Jetzt quälte ich mich wirklich. Oben angekommen zeigte meine Uhr 2:08h (21,5km). 22 min für 5,2 km das geht zwar auch noch irgendwie, aber meine Gesundheit war mir dann doch wichtiger und so entschied ich mich bei einsetzenden Platzregen für einen „langsamen" Abstieg vom Gipfel. Das war auch gut so, denn wirklich gut gelaunt erreichte ich das Ziel in 2:32:04h.

Nach dem Duschen (warm(!)) saß ich in einem kleinen gemütlichen Bürgersaal, wo selbstgebackener Kuchen gereicht wurde. Es war richtig gemütlich, ich lernte mal wieder sehr viele Leute kennen. Der Veranstalter machte sich die Mühe jeden Finisher einzeln zu benennen und eine Urkunde zu überreichen. So etwas gibt es wirklich nur bei kleineren Veranstaltungen. Deswegen fällt mein Fazit auch uneingeschränkt positiv aus, tolle Landschaft, liebevoll organisierter Lauf mit sehr guter Verpflegung. Ich denke ich komme nächstes Jahr wieder.

So, das war viel viel länger als geplant, ich hoffe es war dennoch interessant und gut zu lesen.

Bis denne, euer Ralf aus Wiesbaden.

Kommentare

hi rolf, wieder mal ein toll geschriebener Blog von dir. Es macht richtig Spass deine lebhaft geschriebene Erlebnisse zu lesen. Mach weiter so. Viel Glück und alles Gute.

grüßle traudl

'Das Glück der Welt liegt in Schiedefeld' oder so ähnlich..

Toller Blog, Ralf! Ganz viel Glück schonmal für die 'Kante'.

Für den Ersten soll man ja keine Zeit planen, aber gegen 14:00h möchte ich auch da sein.

Hey Traumboot,

nee nee ich laufe erfahrungsgemäß etwas über 8 Stunden. Werde also gegen 14:30h in Schmiedefeld sein.

Hallo Ralf,

Es ist immer wieder schön deine Blogs zu lesen, aber deine Zeiten!!

hauahauaha, Hoffe du kannst lange warten in Schmiedefeld.

bis dann Traumboot

Hallo Ralf!

Herzlichen Glückwunsch zu Deinen Superzeiten und zu der guten Selbsteinschätzung Deiner Pace!

Ohne meine Garmin wäre ich eigentlich aufgeschmissen, weil mir das Laufen nicht einmal halb so viel Spaß machen würde. (Die Garmin 305er und Sport Tracks ist mein Lieblingsspielzeug)  Mit deiner Uhr wärest du bestimmt noch ein paar Sekunden schneller gewesen. :-)

Dein Bericht war gut und interessant zu lesen und damit auch nicht zu lang.

 

Viele Läufergrüße

gismo2

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