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Romeo

Die grüne "Hölle" von Witten ;-)

Von Romeo am 09.10.2010


Heute war es nach elf Wochen Training endlich soweit. Marathontag. So viele Fragen, Ängste und "körperliche Gebrechen" ;-) zum trotze, wollte ich es heute mal wieder wissen.


Wie es schon fast Tradition ist, schlafe ich in der Nacht vor dem Lauf immer schlecht und stehe vor dem Wecker auf. Um 05:45 Uhr nach häufigem wachwerden und wachliegen bin ich dann etwas müde aufgestanden und habe sehnsüchtig auf die Samstagszeitung gewartet, die dann auch irgendwann in den Briefkasten geschmissen wurde. Also nochmal ganz entspannt die Zeitung gelesen, Kohlenhydratefrühstück und eine leckere Tasse Kaffee.


Um 09:15 Uhr sind wir dann am Wettkampfstart eingetroffen. Den Start der NW 10km/HM habe ich wohl um 15 Minuten verpasst. Es handelte sich um ein Firmengelände, wo sich sowohl der Veranstalter und die Firma viel Mühe gegeben haben. Es waren Bierzeltgarnituren aufgebaut, und man war gerade im Begriff, eine Hüpfburg aufzupusten, was meinen Sohn sehr freute. Es gab Kaffee & Kuchen worauf ich jedoch verzichtete. Um 09:45 Uhr begann ich mich langsam warm zu laufen. Anschliessend noch 2 mal das WC aufgesucht und ab an den Start. Die Stimmung im Startbereich war bei den nur 80 Teilnehmern  ausgelassen. Die Sonne tat ihr übriges und 15° waren optimal. Nun sollte es also losgehen.


Die ersten 3 Kilometer bin ich, gemäß der Tipps der alten Hasen im Forum, gefühlt ganz langsam gelaufen. Es ist zwar schwer gefallen, aber es hat gut geklappt. Anschliessend habe ich meine Geschwindigkeit um eine Pace etwas erhöht.

Die ersten 25 Kilometer waren relativ eben, so dass ich mein Tempo problemlos halten konnte. Die HM Marke erreichte ich bei ziemlich genau bei 01:50 h. Die Verlauf der Strecke ging durch wunderschönen Wald, teilweise fühlte man sie wie in Kanada beim Indian Summer. Die ein oder andere Windboe blies das Laub auf und das ganze Feeling war wirklich gut.

Ab einem Punkt verlief die Strecke zusammen mit den Halbmarathonis, die eine halbe Stunde später starteten. Da wurde es dann nochmal "voll" auf der Strecke, aber nach wenigen Kilometern bogen diese rechts ab und man hatte den Wald wieder für sich allein. Und dann, bei Kilometer 25 kam der Hammer. Ich hatte es mir im Höhenprofil angeschaut, ich hatte es Trainiert, aber nun war er da. DER BERG. Es ging 7 Kilometer gefühlt brutal nach oben. Ab und zu eine kleine winzige gerade und dann wieder hoch. Die ersten 3 Kilometer habe mit gedrosselten Tempo laufen können, wobei ich den einen oder anderen überholte. Aber dann ging es einfach nicht mehr. Laufen ging einfach nicht mehr. Also schnellen Schrittes bis zur nächsten Anhöhe und dann weitergelaufen. Dieses hin und her dauerte etwa 3 Kilometer. Und die Berge wurden immer steiler. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Aber aufgeben wollte ich wahrlich nicht. Bei Kilometer 32 hatte sich ein DRK Fahrzeug positioniert und hatte den ersten "Klienten". Aber nicht mit mir. Und nun kam eine Passage, die das ganze topte. Die nun folgenden Kilometer gingen bergauf, bergab. Bei bergab soll man ja denken, fein , etwas ausruhen. Aber das war so ein Gefälle, das mir meine Knie echte probleme bereiteten, aber nach der nächsten Kurve so eine Steigung, die ich einfach laufend nicht schaffen konnte. Es ging einfach nicht. Für die Bergziegen unter Euch wäre das vermutlich kein Problem, aber für mich schon. So ging es von Kilometer 32 bis Kilometer 38 durch die Hölle von Witten. So fürchterlich habe ich mir diese Strecke mit Sicherheit nicht vorgestellt.

Ab Kilometer 38 ging es dann noch eine kleine Runde an meinem Trainingssee vorbei, wo ich für mein Ego noch 2 Läufer überholte, die auch nicht mehr ganz taufrisch aussahen. Mittlerweile war mir die Zeit vollkomen egal, da es zu einem persönlichen Rekord wohl nicht mehr reichen würde. So kam ich nach 04:15 h und 1950 Höhenmeter relativ ko aber überglücklich ins Ziel. Der schönste Moment war jedoch, als mein Sohn mit seinem Laufrad neben mir über die Ziellinie gefahren ist. 


Nun wünsche ich Euch noch einen wunderschönen Abend.


Romeo



Kommentare

@Dirge, danke für die Information.

Ich habe erneut die Einstellungen meiner GfR überprüft, und angegeben sind Meter. Sehr merkwürdig. Nun weiß ich bescheid. Aber auch die ca. 500 Höhenmeter waren nach 25 km sehr anstrengend.....


Sollte ich weitere Ermittlungen benötigen, werde ich mich umgehend bei Dir melden ;-).


Gruß Romeo

Dirge Du Fuchs! ;-)

Na ja, das Thema Streckenmessung per GPS hatten wir ja schonmal. Ich habe einmal ein bisschen Detektivarbeit geleistet. Das führte zu folgendem Ergebnis:

Der Veranstalter des Marathons - der PV Triathlon Witten - hat auf seiner Website einen Track der Strecke hinterlegt.

Den kann man sich auch im Detail auf GPSies.com ansehen . Dort wird auch das Höhenprofil angezeigt und Detailinformationen dazu. Demnach hat der Lauf 442 Höhenmeter. Die Höhendifferenz zwischen dem tiefsten Punkt (67 m ü.N.) und dem höchsten Punkt (227 ü.N.) beträgt 160 Meter.

Ausserdem kann man den Track u. a. als Google Earth Track (kml-Datei) herunterladen. Auch in Google Earth kann man sich ein Höhenprofil anzeigen lassen. Demnach beträgt die Höhendifferenz 567 Meter.

Nun habe ich eine Vermutung. Wenn man nämlich Deine 1950 von Fuß in Meter umrechnet - sprich davon ausgeht, dass Dein gemessener Wert in Fuß gemessen wurde - dann kommt man auf einen Wert von 594 Metern. Das liegt doch auffällig nah an dem Google Earth Wert.

Vielleicht ist die Einheiten Einstellung für die Höhenmetermessung Deines GfR auf Fuß festgelegt. Kann das sein? Sieh doch mal nach.

Viele Grüße

dirge

@ all: Danke für den Zuspruch und die Glückwünsche.

 

@Dirge: Die Höhenmeter kommen von meiner GfR 305. Da Du nicht der einzige bist, der  die Höhenmeter hinterfragt, glaube ich die Uhr spinnt. Anders kann ich mir das auch nicht erklären. Wenigstens zeigt mir die Uhr die gleiche Zielzeit an wie der Veranstalter.

Glückwunsch auch von mir Romeo!

Offensichtlich hast Du Dein "Zipperlein", von dem Du im Vorfeld berichtet hast, gut überstanden und Deine Vorbereitung hat darunter nicht gelitten.

Das Streckenprofil ist für einen Marathon ja tatsächlich als unangenehm anzusehen - die heftigsten Steigungen dort wo man sowieso schon mit sich und der Welt zu kämpfen hat.

Wo Du allerdings die 1950 Höhenmeter gelaufen sein willst ist mir wieder mal schleierhaft.

Viele Grüße

dirge

HAllo Romeo!


Hab heute an Dich gedacht, hatte es auf jeden Fall leichter in meiner Staffel. Gratulation zu Deiner Zeit, da haben sich die vielen Berg-Trainingskilometer bezahlt gemacht, was?


Sportliche Grüße, Martin

Wau, tolle Leistung! Den Berg als "letztes" Laufen zu müssen, ist nicht leicht. Erhol dich gut und sei stolz auf dich!
Hi Romeo, Herzlichen Glückwunsch zu dieser famosen Leistung! Dir würde im Dezember das Siebengebirge bestimmt auch gut gefallen. Grüße vom Spaßläufer

Hi Romeo,

meinen herzlichen Glückwunsch zu diesem beachtlichen Erfolg. Dein Bericht klingt wie eine Einladung für das nächste Jahr. Ich habe ihn als einen weiteren gemeinsamen Lauf mit dir bereits eingetragen.

Weiterhin viel Erfolg..... Ponschi

Hier nochmal zur Visualisierung ;-)

Hallo Romeo,

wow wow wow !
Was für eine grandiose Zeit für dieses Streckenprofil!

Gratulation auch von mir!

Viele Grüße

Andy

Hey Romeo. Klasse gemacht.

Von dem vielen bergauf und berg ab hast Du gar nichts erzählt in Deinen Vorbereitungen. Dein Blog klingt jetzt mehr nach Bergmarathon und das ist doch wohl eine mega gute Zeit.

Mein Kompliment !!!

Viele Grusse und eine gute Regeneration wünscht Dir .... Muli

hi Romeo

was für ein Lauf! das ist ja ein Berglaufmarahton gewesen. Echt klasse- Gänsehaut beim Lesen, wie muss das erst beim selberlaufen sein?

Jetzt hast du dir deine Erholung auf jeden Fall verdient. Leg die Beine hoch und lass dich bedienen :)

liebes Grüssle

traudl

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