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ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown-Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 22.01.2008

Noch 99 Tage 22. Januar 2008

www.deutschlandsprint.de

 

99                                                                                                     22. Januar 2008

 
Zur 99 fallen mir sofort Nenas „99 Luftballons“ ein. Das war 1983. Die deutschsprachige Version des Titels landete später sogar auf Platz 2 der US Charts. Das konnte bisher nur ein Titel in deutscher Sprache toppen. Falco landete mit „Amadeus“ auf Platz 1.

1983 war ein gutes Jahr für mich. Ich traf die beste Entscheidung meines Lebens und heiratete Kathrin.

In diesem Jahr war Ralf Salzmann Deutscher Meister im Marathon. Er besaß seinerzeit ein regelrechtes Abonnement auf den Titel. Noch heute steht Salzmann mit einer Bestzeit von 2:10:01 Stunden auf Platz 6 der ewigen Deutschen Bestenliste. Werden wir heute als Langstreckenläufer von Nichtsportlern immer noch ein wenig wie „arme Irre“ behandelt(wer läuft schon 100 Kilometer, wenn er ein Auto hat?), so war man damals auf der Marathon- und Ultradistanz ein regelrechter Exot. Salzmann war in diesen Jahren unter den Top 30 der Welt. Das alles ohne computergesteuertes Training oder eine begleitende Armada von Sportärzten, Wissenschaftlern und Betreuern. Lang, lang ist es her…

Für mich gab es damals nur eine Sportart: Fußball! Hätte mir 1983 jemand gesagt, dass ich mal einen Marathon laufen würde, ich hätte nur lachend den Kopf geschüttelt.  Ich muss allerdings eingestehen, dass ich zum Fußball spielen wesentlich mehr Talent hatte, als zum Laufen. Und erfolgreicher war ich auch. Von der Kreisliga bis zur Verbandsliga bin ich dem runden Leder hinterher gejagt. Als Spieler und als Trainer. Als dann mit Mitte 30 ein Wehwehchen dem nächsten folgte, disponierte ich um. Seitdem bin ich Läufer. Auch hier als Aktiver und Trainer. Der Unterschied? Trainiert mal eine Fußballmannschaft. Wenn ihr damit durch seid, übergebe ich euch das Traineramt beim Delligser Lauftreff. Ihr werdet glauben, ihr seid im Paradies gelandet. Ich bin bis heute bass erstaunt, wie diszipliniert, hart und regelmäßig Amateurläufer ihrem Sport nachgehen. Wie sagte Ralf Rangnick mal sinngemäß so schön: „Gebt mir zwanzig gute Mittelstreckenläufer, die noch nie Fußball gespielt haben. Wenn ich sie ein Jahr trainiert habe, spielen sie in der Regionalliga.“  

                                                        TTB99
                                                     So sah das damals aus...

Aber jetzt zum heutigen Tag. Konzentriertes Lauftraining steht ja noch nicht an. So habe ich meiner größten Leidenschaft gefrönt und bin 50 Kilometer mit dem Rennrad unterwegs gewesen. Ein paar Verletzungen haben mich in den letzten Jahren aufs Rad gezwungen. Daraus ist eine Leidenschaft geworden. Zudem ist das für mich die einzige Möglichkeit meinen lieben Mitläufern beim Sport auch mal einen Blick auf meinen Rücken zu gewähren.

Ich konnte erst nicht recht identifizieren, was diese blaue Farbe zwischen den Wolken bedeutete. Sollte das tatsächlich der Himmel sein? Der sah doch in den letzten Wochen völlig anders aus. Zum Sonnenschein gab es stürmischen Wind gratis dazu. So hieß es auf dem Rad entweder fast stehen oder fliegen. Ein Traum. Glaubt aber bitte nicht, dass man vom Rad fahren ein besserer Läufer wird. Das könnt ihr vergessen. Wer gut laufen will, der muss Laufen trainieren. Vom Rad fahren wird man ein guter Radfahrer.

Na gut, so viel für heute. Morgen geht es dann noch mit ein paar anderen Farben als nur blau weiter. Zudem steht ein Wettkampf an. Wir haben nämlich Training.

 

Thomas Knackstedt

 

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