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ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown-Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 26.01.2008

Noch 95 Tage. 26. Januar 2008

www.deutschlandsprint.de

Zu spät ins Bett gegangen und zu früh wieder aufgestanden. Eine unheilvolle Kombination. Irgendwie fühle ich mich wie Wolverine nach seiner letzten Auseinandersetzung mit Magneto, während ich meinen momentanen Zweitwohnsitz vor der Tastatur einnehme. Das ist ein bisschen wie ein Ultralauf: Da muss man durch!

Laut einer wissenschaftlichen Untersuchung sind momentan 95 Prozent aller Heimcomputer durch Hacker- oder Virenangriffe gefährdet. Da will ich nur stark hoffen, dass mein PC nicht dazu gehört. Das wäre im momentanen Entwicklungsstand des Deutschlandsprints eine echte Katastrophe. Wenn ich sehe, was hier in den letzten Monaten an Mails rein- und raus gegangen ist, dann sage ich ganz deutlich: Ohne das Internet, wäre der Lauf kaum möglich.

Um beim Deutschlandsprint dann auch so richtig schnell durch die Gegend zu flitzen, wird ab heute gezielt trainiert. Eigentlich sollte der erste Testlauf über 10 Kilometer auf dem Plan stehen, aber ich habe entschieden, diesen Lauf auf Morgen zu legen. Ist wie ein verschobener Zahnarztbesuch. So müsst ihr auf die qualvolle Schilderung, mal wieder so richtig schnell zu laufen, noch einen Tag warten.

Umdisponieren ist beim Marathontraining eine Kunst. Gutes Zeitmanagement und Flexibilität sind unentbehrlich, wenn man neben der ganzen Lauferei vielleicht auch noch einem Job nachgeht oder eine Familie sein Eigen nennt. Was Trainingspläne angeht, habe ich dabei immer wieder die Erfahrung gemacht, dass es zwei völlig unterschiedliche Läufertypen gibt. Typ A möchte vom Trainer haarklein, am besten jeden Tag, jede Strecke und jeden Kilometer bis ins unbedeutendste Detail genau aufgeschrieben haben. Der würde sich auch nicht beschweren, wenn ich ihm reinschreibe, welche Schuhe er anziehen soll. Quasi so eine Art vorgefertigtes Leben auf Papier. Wenn da nicht wirkliche ALLES schriftlich niedergelegt ist, wird Typ A mit dem Plan nicht glücklich.

Typ B bekommt strahlende Augen, wenn ich ihm einen Box-Plan in die Hand drücke. Das ist ein Plan, der für jede Einheit ein bestimmtes Symbol auswirft. Dazu gibt es eine Liste in der zu jedem Symbol in einer Textbox etwa 5-10 verschiedene Trainingsmöglichkeiten aufgeführt werden. Da darf nach Lust und Laune ausgesucht werden(obwohl die dort angebotenen Einheiten ausnahmslos den gleichen Zweck erfüllen, aber psssst...bitte nicht weitersagen).

Ich habe meinem Freund Udo mal so einen Box-Plan in die Hand gedrückt. Da hat er nur mit den Augen gerollt, ist urplötzlich in leichte Panik verfallen und sagte: „Nein, so was will ich nicht. Schreib bitte alles genau auf.“  Wenn ihr mich fragt: Typ A!

Heute wird eine Stunde locker gelaufen. Vor der Braunkohlwanderung unseres Treffs ist das genau die richtige Vorbereitung. Vorher schaue ich noch die Post und die Mails durch. Außer einer Absage für ein Wohnmobil gibt es da nichts Neues. Unsere Website hat gestern reichlich Klicks bekommen, es wäre schön, wenn sich noch ein paar Helfer melden würden. Schaut also noch mal auf die Strecke, irgendwer muss doch in der Nähe dieses fetten, schwarzen Strichs wohnen und uns ein paar Kilometer begleiten. Rafft euch auf!

Ich werfe noch einen Blick in die Zeitung. He, den Typen kenne ich doch. Tewes lacht mich aus dem Sportteil heraus an, während er im gestreckten Gallop durch den Solling tigert. Der DSC räumt in Holzminden ab…schöner Bericht.

Nach dem heutigen Tagesbeginn hätte sich der „normal-Sterbliche“ spätestens nach dem Frühstück wieder ins Bett verkrochen und versucht nach 3 bis 4 Stunden das „System Menschlicher Körper“, mit dann halbwegs vernünftigen Parametern, neu zu starten. Wie ihr natürlich wisst, ticken Läufer da völlig anders. Um 10:30 Uhr bin ich vom Hof gedüst, um anschließend 13 Kilometer durch die heimischen Wälder zu traben. Und siehe da: Schon nach wenigen Kilometern war der Tag mein Freund. Geht doch! 59 Minuten später bin ich wieder zu Hause, fühle mich gut, freue mich auf die Braunkohlwanderung und denke nicht mehr mit Grauen an den schnellen 10er Morgen. Ganz im Gegenteil, ich denke an Tewes. Morgen greife ich an! Ganz sicher!

                                            TTB95

So sieht ein Tempolauf aus. Links seht ihr „Rakete“ Hesse, der auf dem letzten Kilometer des Paderborner Halbmarathons den Radprofi Rolf Aldag(der leider nur halb auf dem Foto ist) gnadenlos stehen lässt.


Thomas Knackstedt

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