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ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown-Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 29.01.2008

Noch 92 Tage. 29. Januar 2008

www.deutschlansprint.de

Schluss mit Ruhetag. Es wird wieder trainiert. Heute muss ich vormittags die Schuhe schnüren. Am Nachmittag ruft die Spätschicht. Da könnt ihr gleich wieder etwas lernen. Eine ganz wichtige Eigenschaft des Langstreckenläufers ist, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden.

Wenn du nur ein paar Stunden am Vormittag hast, bietet es sich an, ein bisschen früher aufzustehen(nützlich). Da kann ich gleich mit meiner Liebsten frühstücken, bevor sie zur Arbeit muss(angenehm). Nach dem Frühstück ein Blick in die Zeitung, dann ab an den Rechner und den Tagebucheintrag fertig gemacht. Der Zeiger der Uhr dreht gnadenlos seine Runden. Also: Schuhe anziehen und raus in die Landschaft. Heute heißt es 15 Kilometer laufen und dabei 3 mal 5 Minuten das Tempo anziehen(angenehm). Ich nehme den Hund mit(nützlich), das ist gleich ein gutes Koordinationstraining. Denn, wenn ich Frodo(so heißt der Typ) nicht im Auge behalte, dreht der nach ein paar Kilometern wieder um und läuft nach Hause. Bei Regenwetter mit einer hundertprozentigen Wahrscheinlichkeit. Ein Langstreckenläuferhund ist das auf gar keinen Fall. Komisch, bei Kathrin läuft er immer gern mit. Bei mir geht das so lala, je nach Tagesform, auf keinen Fall berechenbar.
Bei Karsten sieht das übrigens ähnlich aus. Wenn Anke die Schuhe anzieht, kriegt die kleine Kyra sich kaum wieder ein vor Freude. Wenn Karsten in Laufklamotten erscheint, versteckt sich der kleine Mischlingshund hinterm Küchenschrank. Was soll man da machen?

Heute zeigt Frodo mir wieder einmal, dass er einwandfrei in die „No-Sports-Kategorie“ gehört. Bereits nach zweieinhalb Kilometern hängt er schlappe 1000 Meter zurück und ist nur noch als kleiner, schwarzer Punkt erkennbar. Ich drehe um und bringe ihn zurück nach Hause. Jetzt prescht das kleine Fellknäuel in gestrecktem Gallop 50 Meter vor mir her. Ich kriege irgendwann noch die Krise.

In Grünenplan treffe ich meinen alten Spezi Kalle. Schon seltsam. Vor etwa einem Jahr schrieb ich über ihn in das Hannover Tagebuch und jetzt passt sich das wieder. Kalle ist immer noch eifrig als Spaziergänger unterwegs. Früher war er beim Tuspo Grünenplan unser absoluter Hardcore-Fan(so nennt man das heute, glaube ich jedenfalls). Kalle als Zuschauer war der Albtraum jedes Schiedsrichters. Heute ist er 82 Jahre alt, ein ruhiger, alter Herr. Wir quatschen ein bisschen, dann nehme ich Kurs auf den Hilskamm. Bei einem ruhigen Trainingslauf darf man sich ruhig mal aufhalten lassen.

Nach 1:13 Stunden bin ich wieder zu Hause. Die drei schnellen 5 Minuten habe ich mich reingehängt. Der zweite Abschnitt ging komplett bergauf und ich kam ganz schön ins Schwitzen. Ansonsten war das heute eher locker. Wieder ein Haken hinter einem Trainingstag im Plan.  

                                 TTB92
                              Frodo. Passabler Tempomacher, oder unglaubliches "Weichei".

Da bleibt zum Abschluss dann nur noch die Frage: Was hat das eigentlich mit der 92 zu tun? Antwort: Bis jetzt noch gar nichts. Aber ich bin ja noch nicht so weit. Also, die 92, das ist die Ordnungszahl von Uran. Aus Uran und seinen Zerfallsprodukten entstehen ständig eine Reihe kurzlebiger Tochternuklide, von denen einige, aufgrund ihrer Gasförmigkeit, sehr mobil sind, wie z. B. das Edelgas Radon. Und der Name dieses Gases steht auf dem Rahmen meines Rennrads. Ein Hammer, oder? Gerade noch die Kurve gekriegt. Da werde ich mich jetzt auf den Sattel schwingen und zur Arbeit fahren. Wir lesen uns dann Morgen wieder.

 

Thomas Knackstedt

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