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ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown-Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 02.02.2008

Noch 88 Tage. 2. Februar 2008

www.deutschlandsprint.de

Kommen wir zur ersten Pflichtaufgabe des heutigen Tages. Das ist die 88.  Karsten und ich sind zusammen 88 Jahre alt. Tendenz steigend. Als wir das erste Mal zusammen liefen, waren wir gemeinsam 70 Lenze jung. Wie schön war das seinerzeit bei den Wettkämpfen. Ich war bereits im Ziel, trank ein Glas Wasser und sah Karsten dann beim Zieleinlauf zu. Nach ein paar Monaten wagte er es tatsächlich mich während eines 20 Kilometer Rennens zu überholen. Aber wie wunderbar war es, zu bemerken, dass er überpaced hatte und ich ihn kurz vor dem Ziel wieder überholte. Dann war Schluss mit Wunderbar. Wenn ihr mich fragt, ich hätte das erste halbe Jahr unserer gemeinsamen Wettkämpfe wesentlich mehr genießen sollen.

Danach war Karsten im Ziel, während ich den letzten Kilometer abhechelte. Dann lief er seinen ersten Marathon in 2:46 Stunden. Später verbesserte er sich auf 2:35 Stunden. Hier ist jetzt Platz für ein Zitat von Morgenstern: Das Leben ist ungerecht! Der Knabe lief Zeiten, die meiner eigenen Leistungsstärke auf immer und ewig verschlossen blieben. Ich sage es ja immer wieder: In dem einen oder anderen schlummern verborgene Talente.
Heute weiß ich, es gibt Menschen, die sind zum Langstreckenläufer geboren. Es gibt andere, die sind es nicht. Das Schöne dabei ist: Beide haben gleich viel Spaß am Laufen. Da kann das Leben dann wieder so richtig gerecht sein.

 

                                               TTB88

                                                       Karsten beim Wettkampf auf der Bahn.

Pflichtaufgabe Nummer 2 waren 10 Kilometer in 42 Minuten zu laufen. Nach der Vorstellung letzte Woche dürfte das kein Problem sein. Dazu ein kleiner Tipp von mir. Ein Trainingsplan sollte dich nicht unterfordern. Es bringt nichts, wenn du ständig völlig ausgeruht bist, aber nichts „auf der Pfanne“ hast. Andererseits sollte der Plan keine utopischen Einheiten bereithalten. Ein Trainingsplan MUSS erfüllbar sein. Können bestimmte Einheiten, z.B. wegen völlig utopischer Zielsetzungen, nicht erfüllt werden, sorgt das nicht für eine gute Form, sondern bestenfalls für eine erstklassige Frustration.

Da waren die 42 Minuten heute genau richtig. Das Tempo habe ich schon bei einer Reihe von Marathons ins Ziel gelaufen. Bei ähnlichem Wetter wie letzten Sonntag gehe ich auf den Radweg, laufe mich warm und lege los. Die ersten 5 Kilometer laufen sich in 20:14 Minuten wie von allein. Dann geht es nach Kaierde hoch und der stürmische Gegenwind bringt plötzlich fiesen Schneeregen mit. Meine Oberschenkel sind innerhalb von Minuten eiskalt. In Kaierde angekommen gibt es als Zugabe noch einen Hagelschauer. Tausende von unangenehmen Nadelstichen bearbeiten mein Gesicht. Womit habe ich das verdient? Nach 40:48 Minuten habe ich die Strecke hinter mir und laufe aus. Es war kalt, es war nass, aber alles in allem trotzdem zufriedenstellend.

Meine Lieblingsform der Trainings-Nachbereitung kennt ihr ja schon. Zwei große Tassen Cappuccino und zwei kapitale Stücken Kirschkuchen. Zufrieden lehne ich mich im Sofa zurück. War doch gar nicht so schlimm. Morgen ist dann Ruhetag. Wir lesen uns…

 

Thomas Knackstedt

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