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ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown-Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 03.02.2008

Noch 87 Tage. 3. Februar 2008

www.deutschlandsprint.de

Ruhetag. Hört sich doch nach Entspannung, Erholung und ein paar guten Gefühlen an, oder? Die Seele baumeln lassen und die Beine dazu. Nichts tun außer gar nichts. Und das den ganzen Tag lang. Wer möchte das nicht?
Antwort: Ein Großteil unserer lieben Laufgemeinde. Da verursacht das Wort Ruhetag schon Unbehagen, in seltenen Fällen soll es sogar zu spontaner Pickelbildung kommen. Wie, nichts tun? Also das...das geht absolut gar nicht!

Ich weiß nicht warum, aber es gibt Läufer, die sind der festen Überzeugung, dass sie ein Tag ohne Laufen in ihrem Formaufbau um Lichtjahre zurück wirft. Frei nach dem Motto: Ich bin seit drei Monaten im knallharten Training, wenn ich heute nichts tue, dann war alles umsonst. Okay, ich übertreibe ein wenig...aber wirklich nur ein wenig. Das lässt sich mit Logik nicht erklären, der Läufer tickt halt so. Das ist wie mit der Außentemperatur. Man kann aufs Thermometer schauen, aber die gefühlte Temperatur ist eine ganz andere. Da kannst du als Trainer erzählen was du willst. Lieber schleppt sich der übertrainierte Leichtathlet im Zustand der totalen Erschöpfung durch den Wald, als das er es sich zu Hause auf dem Sofa bequem macht. Oft hat man als Trainer da nur eine Chance: Machen lassen. Die nächste Verletzung oder ein katastrophales Wettkampfergebnis kommen bestimmt. Danach kann man in aller Ruhe noch einmal versuchen, den uneinsichtigen Schützling auf eine sinnvolle Regeneration einzustimmen.

                                        TTB87

                                               Reif für den Ruhetag. Hannes beim Röntgenlauf.

Nur um eins klar zu stellen: Ich weiß, wovon ich rede. Ich gehöre nämlich leider auch zu diesen Typen. Mit einem klitzekleinen Unterschied: Ich weiß, dass mir jeder Ruhetag zu Gute kommt und lasse trotzdem den einen oder anderen ausfallen. Aber wie heißt es so schön: Einsicht ist der erste Weg zur Besserung. Ich arbeite daran. Während ich das hier aufschreibe, scheint draußen die Sonne aus allen Knopflöchern. Da könnte…da müsste…da sollte man doch…NEIN! Heute ist Ruhetag! Ich werde mit aller Macht, Energie und vollem Kraftaufwand einfach nur nichts tun. Mir die Trainingswoche noch einmal durch den Kopf gehen lassen und mich im Nachhinein darüber freuen, dass der HSV gestern noch den Ausgleich geschafft hat. Schließlich waren Tewes und Hannes im Stadion. Wenn das in die Hose gegangen wäre, also die Auswirkungen auf Tewes momentan hervorragende Form, ich will lieber gar nicht daran denken…

Ein gutes Mittel, um etwas zu lernen oder eine Bewusstseinsänderung herbei zu führen, sind Vorbilder. Schließlich kommen viele Menschen zum Laufen, weil sie der Freund, Nachbar, Bekannte oder ein prominentes Vorbild dazu gebracht hat. Allein durch Anschauung. Keine dicke Wampe, kein sich ankündigender Herzinfarkt nach der dritten Treppenstufe, immer ein Lächeln auf den Lippen, wenig Arztbesuche und...und...und.

Machen wir uns das zu Nutze und suchen uns ein Vorbild für den Ruhetag. Ich habe meines schon gefunden. Homer Simpson! Ich kenne niemanden, der so hingebungsvoll nichts tun kann, wie Homer. Der ist immer entspannt, schläfrig, bequem und gelb. Und das mit Herz und Seele. Wenn Homer, mit einer Dose Bier auf dem Bauch,  auf dem Sofa sitzt, hat das was von einer buddhistischen Zen-Zeremonie. Da möchte, da will, da muss man ihm einfach nacheifern. Ich werde heute jedenfalls mein Bestes tun. Vielleicht lege ich sogar noch mal den neuen Simpson Film in den DVD Spieler. Sozusagen als Anschauungsunterricht. Der Streifen ist wirklich nicht schlecht und, ach ja, er dauert übrigens genau 87 Minuten.

 

 Thomas Knackstedt

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