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ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown-Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 08.02.2008

Noch 82 Tage. 8. Februar 2008

www.deutschlandsprint.de

Zunächst zur Zahl. Schon mal von der Himmelscheibe von Nebra gehört? Vielleicht DAS archäologische Fundstück der letzten Jahre. Ein Fund, der beweist, dass in unserer schönen Gegend, vor langer Zeit die Menschen schon eine Ecke weiter waren, als man immer dachte. Auf der Scheibe sind zwei Halbkreise und die  stellen Horizontbögen dar und decken einen Winkel von 82 Grad ab. Genau um diesen Winkel von 82 Grad verschieben sich am Fundort auch die Punkte des Sonnenauf- und untergangs zwischen Sommer und Winter. 

Wieder was dazu gelernt. Was hat das mit Laufen zu tun? Nicht all zu viel, aber mich erinnert es immer daran, dass man niemals glauben soll, man wüsste alles. Vor dem Fund der Scheibe wäre die Behauptung, dass Europäer zu dieser Zeit schon mit den Sternen navigierten schlichtweg falsch gewesen. Heute ist es richtig. Genau so sieht es beim Training aus. Sepp Herberger hat seine Jungs 1954 über 10 mal 400 Meter unter 70 Sekunden laufen lassen. Zum Aufwärmen! Niemand würde das heute noch tun. Früher war Dehnen das A und O beim Laufen. Heute ist es zumindest zweifelhaft. Ich verspreche euch: Solange ihr lebt, wird das immer so weiter gehen. Am schönsten finde ich dabei, dass sich der Kreis manchmal schließt und man wieder an einen Punkt gelangt, an dem man schon einmal war.

                                        TTB82

                                               Nicht die Sonne über Nebra, sonder über dem Hils.

Wir haben gestern Abend Sushi bis zum Abwinken gegessen. Wer von euch noch nie in einer Sushibar war: Da müsst ihr unbedingt hin. Sehr empfehlenswert.

Heute Morgen habe ich gut gefrühstückt und hinterher ein wenig an einem beschädigten Mountainbike geschraubt. Dann ging es ab auf die Langstrecke.
Gestern habe ich hier den ersten Läufer in kurzer Hose und kurzem Shirt gesehen. Das habe ich mir heute noch nicht getraut. Obwohl der Himmel strahlend blau ist. Ich entscheide mich für Dreiviertellang und laufe zunächst am Neckar entlang. Das ist angenehm. Dann kämpfe ich mich in die Weinberge bei Heumaden und werde sehr schnell an die El Caminos auf La Palma erinnert. Fast auf allen Vieren krabbele ich einen alten, mit Backsteinen ausgelegten Treppenweg über ein paar Hundert Meter nach oben. Das ist fast unlaufbar und oben angekommen bin ich völlig out of order. Dann bin ich in der Sonne und habe eine herrliche Laufstrecke bis in den Osten Stuttgarts. Dort drehe ich um und laufe den Weg wieder zurück. In Hedelfingen drehe ich dann noch eine Runde in Richtung Esslingen und komme nach 2:30 Stunden und 30 Kilometern wieder an meinen Ausgangspunkt. Die vielen Stufen und der Steilanstieg haben Kraft gekostet, den Rest der Strecke lief es locker.

Nach dem Duschen bin ich mit meinem Töchterchen in die Stadt gebraust. Wir kaufen ein. Sie braucht eine Hose und wir kaufen ein paar Schuhe. Wer weibliche Familienmitglieder hat weiß, dass das völlig normal ist. Stuttgarts Fußgängerzone platzt aus allen Nähten und die Geschäfte sind rappelvoll. Das ist ja genau mein Ding. Während wir von einem Geschäft ins nächste trappeln, frage ich mich was anstrengender war, der Dreißiger oder diese Nummer?

Zurück in der Wohnung setze ich mich ans Tagebuch. Aus der Küche fliegt mir schon der Duft von Lasagne entgegen und wenn wir damit durch sind, geht es ins Schlampazius. Unsere Delligser Deutschlandsprinter sind ein ziemlich verrückter Haufen. Ein wenig spleenig, manchmal auch schräg. Aber gegen das Schlampazius haben sie keine Chance. Das ist wirklich schräg. Und Morgen geht es dann ab in die Steigung nach Ruit. Mir tun jetzt schon die Beine weh…

 

Thomas Knackstedt

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