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ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown-Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 10.02.2008

Noch 80 Tage. 10. Februar 2008

www.deutschlandsprint.de

Einen Tag und 500 Kilometer später sitze ich wieder zu Hause vor meinem Rechner. Stuttgart war geil. Ein paar schöne Tage bei herrlichem Wetter. Als Landei mal wieder durch die große Stadt tigern und mit offenem Mund und großen Augen alles auf sich einwirken lassen. Ich wiederhole mich gern: Es ist überall schön auf der Welt. Wenn man dann noch Menschen um sich hat, die man mag, ist alles andere zweitrangig. Mit ein bisschen Glück gibt es ja auch für euch gleich mehrere Orte, wo diese Umstände zutreffen. Für mich ist in dieser Beziehung jedes Ende(also heute die Abfahrt aus Stuttgart) ein neuer Anfang(nämlich die Freude auf zu Hause). Das kann von mir aus immer so weiter gehen.

Gelaufen wurde heute nicht. Ich habe meine Wochenkilometer in der Tasche und will es nicht gleich übertreiben. An so einem schönen Tag die Füße still zu halten, schafft natürlich nicht jeder. Auch mir fällt das schwer. Aber denkt doch mal nach: Wie professionell ist es, sich die wichtigsten Trainingspläne aus dem Internet zu holen, mindestens einmal im Jahr zur Leistungsdiagnostik zu gehen, seine Ernährung umzustellen, sich monatelang über die besten und schnellsten Laufschuhe zu informieren und sämtliche Nahrungsergänzungsmittel auswendig zu lernen und dann, weil halt so schönes Wetter ist, seine Regenerationsphase in die Tonne zu treten? Wenn ihr meine Meinung hören wollt: Ein Spaziergang tut es an so einem Tag auch. Es sei denn, ihr lasst die Trainingseinheiten wenn es regnet, zu kalt oder zu windig ist, auch immer ausfallen und holt sie dann bei Schönwetter nach. Dann habe ich nichts gesagt. Alles andere ist einfach nur unprofessionell.

Auch ohne die Füße zu bewegen, habe ich heute genug mit Laufen zu tun. Kathrin, Silvia und Mario erwarten mich schon zu Hause. Kathrins Apfelkuchen plus Silvias Kirschkuchen sind eigentlich schon Grund genug, wieder nach Hause zu kommen. Wir besprechen Einzelheiten über den Deutschlandsprint. Zwischendurch ruft Jürgen an: „Wieso ist das Tagebuch noch nicht draußen?“ Als Entschädigung für diese herzlose Forderung schenkt mir Karin wenigstens noch ein paar nette Worte am Telefon.
Mario hat ein paar alte Filmaufnahmen dabei. Köln Marathon 2001 und Grindelwaldurlaub nach dem Hunderter von Biel. Verdammt, wo ist die Zeit geblieben? Und diese Aufnahmen, einfach der Hammer! Karsten und Sabine sehen auf der Zielgeraden vor dem Dom ja noch menschlich aus, aber Thomas Walter, Jörn, Füßchen oder ich…das ist doch eher eine Gruppe von Zombies in DSC Klamotten auf der Suche nach Opfern. Wie konnte man sich nur so wegschießen? 

Jetzt, wo unsere Gäste gegangen sind, bleibt nur noch die Pflicht, die entscheidende Zahl zu präsentieren. Darauf wartet Jürgen nämlich schon. Ich glaube, er versucht zu raten, was es damit auf sich hat. Da wird er heute wieder nicht fündig werden, denn die 80, das ist die Zahl von Mario und mir. Da wissen wir sofort, was los ist.

Wenn wir mit den Rennrädern unterwegs sind, da haben wir in unserem schönen Leinebergland vier Stellen ausgemacht, wo man mit ein wenig Mut und in jedem Fall einem Helm auf dem Kopf, diese wunderschöne Zahl auf seinen Tacho zaubern kann. In der Praxis sieht das zumeist so aus, dass Mario den Anfahrer gibt und ich in seinem Windschatten ein paar Körner spare. Wenn es dann richtig gut läuft, ziehe ich an ihm vorbei und er hängt sich hinten rein. Wer nur läuft, kann das nicht nachvollziehen. Wer lieber auf dem Mountainbike als auf dem Rennrad sitzt, der schüttelt verächtlich den Kopf. Aber „echte“ Rennradfahrer, die kennen das Gefühl. Schnell fahren, richtig schnell fahren, das hat was.

 

                               TTB80

Ich weiß ja nicht, ob der Doktor schon mal eine Achtzig auf dem Tacho hatte. Aber in jedem Fall macht er, wie hier beim Bad-Ems-Triathlon, eine gute Figur auf dem Drahtesel.



Thomas Knackstedt


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