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ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown-Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 11.02.2008

Noch 79 Tage. 11. Februar 2008

www.deutschlandsprint.de

Heute schnappe ich mir die 79 aus dem letzten Jahrhundert. Wer kann sich noch erinnern? Mit Sicherheit ein paar Altersklassenläufer. 1978 hatten wir einen relativ normalen Winteranfang. Hier und da ein bisschen Schnee und tiefe Temperaturen. Um Weihnachten herum taute alles weg und es wurde frühlingshaft warm. Der Schnee verschwand spurlos(kommt einem irgendwie bekannt vor, oder?). Keiner von uns ahnte, dass Väterchen Frost nur kurz Luft holte, um uns dann richtig einzudecken. Es wurde bitterkalt und schneite ohne Unterlass. So bleibt der Januar 1979 für uns immer mit dem Begriff Schneekatastrophe verbunden.

Wobei wir beim Laufen im Schnee wären. Die jüngeren von euch kennen das ja nur aus dem Fernsehen oder dem Winterurlaub in über 1000 Metern Höhe. Wenn ich an unsere ersten Jahre im Lauftreff denke, habe ich einige Erinnerungen parat, die uns auf tief verschneiten Wegen im Hils zeigen. Das war jedes Mal ein Riesenspaß. Mir persönlich hat es immer am besten gefallen, wenn „Flotti“ mit dabei war. Armin Flottmann war über 1,90 Meter groß und ein Bär von einem Mann. Er war vom Triathlon zu uns gestoßen und kann heute aus gesundheitlichen Gründen leider nicht mehr laufen. Wenn wir durch den Tiefschnee rannten, wurde Flotti stets als Räumpflug eingesetzt. Er machte, im wahrsten Sinne des Wortes, den Weg frei.  

                                      TTB79

Da trug die Winterlaufserie ihren Namen noch zu Recht. Sabine-"Schneekönigin"-Schmidtke nach einem erfolgreichen Lauf 1998.

Heute brauche ich mir beim Laufen keine Sorgen um Schnee oder Eis machen. Die Sonne scheint vom blauen Himmel und das Thermometer zeigt über zehn Grad an. Der Februar zeigt sich von seiner besten Seite. Ich nenne diese Tage im Winter gerne „Krempel-Wetter“. Da bietet es sich nämlich an, ein langärmliges Shirt anzuziehen, das man unterwegs bequem aufkrempeln kann.

Als wir mit dem Laufen anfingen, kam Jürgen bei diesem Wetter immer in seiner blauen Tchibojacke. Spätestens nach drei Kilometern war er gar und unter seiner Jacke herrschten lockere 90 Grad Saunatemperatur. Das Ende vom Lied war jedes Mal, die lästige Jacke im Unterholz abzulegen und sie später wieder einzusammeln, oder zu vergessen. Mit aufgekrempelten Ärmeln kann das nicht passieren. Meine Devise beim Laufen ist: Beim Wettkampf kann man sich nur zu warm anziehen. Beim Training sind viele oft zu warm angezogen. Wobei Ausnahmen diese Regel natürlich bestätigen.

Ich krempele heute nach fünf Kilometern die Ärmel hoch. Meine Betriebstemperatur ist erreicht. Die Uhr habe ich zu Hause gelassen und ich genieße jeden Schritt meiner 16 Kilometer Runde in der Sonne. In Grünenplan treffe ich Petra, meine Marathonnovizin. Sie nutzt die Mittagspause für einen 10 Kilometer Lauf. Ich begleite sie ein paar Kilometer und muss feststellen: Das Mädchen ist gut drauf. Der Stil stimmt, die Frequenz ist okay und die Atmung ziemlich entspannt. Ich bin beeindruckt. Da zeigt sich nach ein paar Wochen Training schon eine erkennbare Leistungssteigerung. In solchen Fällen macht es Spaß, Trainer zu sein.

Da ich heute frei habe, mache ich aus dem gewöhnlichen Montag, frei an den amerikanischen Wahlkampf angelehnt, einen „Super-Monday“. Ich sattele nachmittags noch einmal das Rennrad und fahre eine Stunde durch die Landschaft. Ohne groß ins Schwitzen zu geraten kurbele ich einige Hügel ab und freue mich über die Sonne, die Windstille und das Geräusch der Reifen auf dem Asphalt.

Danach geht es an den Rechner. Das Tagebuch wartet schon und es müssen noch ein paar Mails bezüglich des Deutschlandsprints geschrieben werden. Die Arbeit wird nicht weniger und es sind schließlich nur noch 79 Tage. Dann geht es los. Während ich das aufschreibe, überkommt mich schon eine gewisse Vorfreude. Wir sind auf dem Weg und die Gruppe zieht bisher gnadenlos mit. Ich freue mich auf Deutschland!

 

Thomas Knackstedt

 

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