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ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown-Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 23.02.2008

Noch 67 Tage. 23. Februar 2008

www.deutschlandsprint.de

Die Bogengewichtsstaumauer der Okertalsperre im Harz ist 260 Meter lang und 67 Meter hoch. An der Sohle ist sie 19 Meter stark und verjüngt sich nach oben auf 9 Meter Stärke.

Diese Beschreibung ist fast schon ein Synonym für den perfekten Trainingsaufbau eines Langstreckenläufers. Wichtig ist die breite, solide Basis. Im Training sind das die Langen Läufe und Ausdauereinheiten. Darauf kann nach oben hin Intervall- und Tempotraining eingebaut werden. Der Abschluss, die schmale Krone, ganz hoch über der Basis, das sind die Wettkämpfe im vollen Tempo. 

Heute kümmern wir ums beim Training um den Unterbau. Ein langer Lauf ist angesagt. Ein paar von unseren Jungs sind heute nach Bad Salzuflen gefahren, um dort die Fahne des Lauftreffs hoch zu halten. Ob sie das mit Anstand und Würde getan haben, werde ich euch Morgen berichten.

Nach einigen Telefonaten haben wir uns heute am Langen Platz verabredet. Silvia, Kathrin, Petra, Heinzi und ich wollen zusammen laufen. Silvia und Kathrin wollen zwanzig Kilometer laufen, Heinzi und Petra dreißig und ich habe mich für 35 entschieden. Beim heutigen Lauf greift bei meiner Truppe wieder etwas, was ich so oft bei anderen Läufern vermisse: Gemeinsames Training von unterschiedlich starken Läufern. Schnelle Läufer vergeben sich nichts, wenn sie mal mit einer langsameren Gruppe trainieren. Ganz im Gegenteil. Wenn ich Sprüche höre, wie: „Das bringt mir nichts, da schwitze ich ja nicht mal“, weiß ich ganz genau: Da hat es wieder einer nicht kapiert! Leider gibt es von dieser Sorte Läufer reichlich. Wer ein wenig Kreativität sein Eigen nennt, der kriegt auch in der gemischten Gruppe ein gutes Training hin.

Bei uns sieht das heute so aus: Ich laufe fünf Kilometer zügig zum Langen Platz. Dort treffe ich Petra und Heinzi. Wir drehen zu dritt eine 10-Kilometer-Runde und sind nach 57 Minuten wieder am Langen Platz. Dort steigen Silvia und Kathrin mit ein und wir düsen in 56 Minuten 10 Kilometer bis kurz hinter den „Roten Fuchs“. Dabei ist noch genug Zeit zum quatschen, von der wir reichlich Gebrauch machen. Dann verabschiede ich mich aus der Gruppe und laufe die 10 Kilometer bis nach Hause bergab in 42 Minuten. Der Rest der Gruppe läuft bis zum Langen Platz zurück. Perfekt! So kommt jeder auf seine Kosten. Petra musste heute für das schwere Gelände am Anfang bezahlen. Die letzten 5 Kilometer wurden ihr ziemlich sauer. Kathrin befindet sich auf dem aufsteigenden Ast und auch Heinzi hat den langen Kanten gut weggesteckt. Silvia ist eh gut drauf. Und als ich zu Hause ankomme, habe ich das Gefühl, meine Beine stecken mir verkehrt herum im Hintern. Aus einem 5:45 Minuten Tempo in eine 4:13 zu wechseln hat auch seinen Trainingsreiz. Versucht es einfach mal.

                              TTB67

                       Die Langstrecke bei der Arbeit. Heinzi, Silvia, Kathrin, Petra und der Cheftrainer.

Nach zwei Stücken Torte sieht die Welt schon wieder besser aus. Das ändert sich jedoch schlagartig, als ich vom Sofa aufstehen will. Wie kann man nur so stocksteif sein? Ich fühle mich elend, alt, zerschlagen, im Aus. Verdammt noch mal, so schlimm war es doch auch nicht. Gut, dass Mario das nicht sieht… 

Was mich dann wieder nach vorn bringt, ist das gute, alte Telefon. Ich rufe noch einige Vereine an und siehe da, in Erkheim, Ichenhausen und Werneck bekomme ich die richtigen Leute an die Strippe. Das sieht gut aus.

 

Thomas Knackstedt

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