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ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown-Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 27.02.2008

Noch 63 Tage. 27. Februar 2008

www.deutschlandsprint.de

Jürgen hat schon reagiert. Au weia! Hoffentlich habe ich da für Celle keine schlafenden Hunde geweckt. In jedem Fall hat mir Papa Bartsch schon mal das Foto eines Vierbeiners geschickt, der praktisch nur aus Zähnen besteht. Das Ganze mit einem Text, der die Worte „…kannst du schon mal sehen, was dich erwartet…“ enthielt. Ich habe doch nur Spaß gemacht…

Heute musste ich zur Frühschicht raus. Es war dunkel, kalt, ich war hundemüde und dann musste ich auch noch mit dem Roller durch den Sturm fahren. Kein guter Beginn für den Tag. Schon gar nicht für den Trainingstag. Allerdings steht heute nichts Welt bewegendes auf dem Plan. 20 Kilometer, davon 2 x 5 Kilometer unter 22 Minuten. Kindergeburtstag. Es sei denn, die anderen geben wieder gnadenlos Gas. Aber heute, versprochen, lasse ich sie laufen und halte mich ganz fest an jeden Buchstaben den ich höchstpersönlich in den Plan geschrieben habe.

Nach dem Training ist dann noch eine Besprechung zum Deutschlandsprint angesetzt. Aus diesem Grund gibt es das Tagebuch heute schon vor dem Training, ansonsten wird es sicher zu spät. Was es beim Training und der Besprechung Neues gab, erzähle ich euch dann Morgen.

Da war doch noch was…ach ja…die Zahl. Einfache Übung, fast schon ein Kinderspiel. 63 Kilometer und 300 Meter, das ist die Distanz des Röntgenlaufs in Remscheid. Ein Ultra, den ich 2007 zum ersten Mal genießen durfte. Was man so genießen nennt. Drei Halbmarathons hintereinander. Entweder als Staffel oder als Einzelläufer. Zitat Mario: „Staffel? Ich glaube, ich spinne.“ Musste ich also das lange Ding allein laufen, allerdings in Marios Gesellschaft.

Falls ihr mal in Remscheid laufen wollt, kann ich euch einen Tipp geben. Ich war zu der Zeit in einer „Rennradphase“, so nennt man das, glaube ich jedenfalls, und jeden Tag mit dem Rad unterwegs. Für den Lauf dachte ich mir: Schiebst du in der Woche zwei Läufe ein. Einmal 20 und einmal 30 Kilometer. Beide ganz locker. Das reicht. Okay, ich bin angekommen und so schlecht war die Zeit mit 5:52 Stunden auch nicht, aber die letzten 15 Kilometer waren die Hölle. Davon, dass Jörn eine Stunde vor Mario und mir im Ziel war, will ich gar nicht reden. Die jungen Leute haben halt keinen Respekt mehr vor dem Alter.

                                          TTB63

                                Thorsten zeigt, wie es beim Röntgenlauf war: Sehr anstrengend. 

Die Remscheider haben irgendwo bei Kilometer 45 tatsächlich eine lange, steile Treppe in die Strecke eingebaut. Ich dachte zunächst, ich hätte mich verlaufen und wäre im Parcours von „Takeshis-Castle“ gelandet. Ab da musste ich alle Reserven einbringen und mich mit tonnenschweren Beinen Richtung Ziel schleppen. Wer den Röntgenlauf hinter sich hat, der weiß, wieso die Ecke dort „Bergisches Land“ heißt. Im Ziel war mir jedenfalls hundeübel und ich brauchte eine Stunde, ehe ich wieder einigermaßen auf dem Damm war. An die anschließende Massage denke ich lieber erst gar nicht zurück. Bin ich wirklich so ein schreckliches Weichei oder hat das tatsächlich so weh getan?

Heute weiß ich jedenfalls, wofür es gut war. Für die 63! Hat sich doch gelohnt. 


Thomas Knackstedt

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