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ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 08.03.2008

Noch 53 Tage. 8. März 2008

www.deutschlandsprint.de

Die 53 teile ich auf. Sie enthält die Zahlen 5 und 3. Die sind auf ewig in meinem Gedächtnis mit der Grenzschutzabteilung III/5 in Duderstadt verbunden. Acht Jahre lang meine „Dienstliche Heimat“. Über Einzelheiten werde ich euch nicht informieren, die würden ein gesamtes Buch füllen und es gäbe ganz sicher ein paar Gegendarstellungen. Wie komme ich jetzt vom BGS zum Laufen? Vielleicht so:

Ich war Abteilungsmeister auf den 400 Metern. 55 Sekunden reichten seinerzeit zum Sieg. Eine Zeit, die ich heute nie und nimmer mehr schaffen würde. Ansonsten sah Laufen beim BGS so aus, dass der gesamte Zug von einem rotgesichtigen, schreienden Unterführer über die Bahn gehetzt wurde, bis ein Teil der Truppe die Sportabzeichenzeit erfüllt hatte und der Rest, sich übergebend, wimmernd und keuchend, rechts und links neben der Aschenbahn zusammen brauch.  Die armen Kerle durften am nächsten Tag einen neuen Versuch starten. Ich gehe jede Wette ein, dass keiner von denen jemals wieder freiwillig gelaufen ist.

Orientierungsläufe oder Märsche machten unseren Vorgesetzten auch nur dann so richtig Spaß, wenn sich die versammelte Truppe in einem riesigen Waldgebiet katastrophal verlief, mit ihrem gesamten Gerümpel in einen Fluss fiel oder ein Meter Neuschnee lag und wir Temperaturen weit unter 0 Grad hatten. Tja, ich sage es ja immer wieder: Die Geschmäcker sind verschieden. Wenn ich heute alte Freunde aus der Zeit treffe, stelle ich manchmal verwundert fest, dass einigen diese ganze Schikane auch noch gefallen hat. Die Zeit kann so wunderbar gnädig sein. Da wäre meine Video-Theorie von Vorteil Habe ich die euch schon erzählt? Nein? Also gut, ganz kurz:

Wenn solche Momente passieren, sagen wir mal, du sitzt beim Elternabend deiner Kinder und dir gegenüber dein ehemaliger Mitschüler X, heute Vater, seinerzeit die faulste Graupe in der ganzen Schule. Dann  sagt X: „Die Kinder haben ja gar nichts mehr zu tun. Die müssten mal richtig Hausaufgaben aufbekommen. Das ist heute alles viel zu wenig und zu lasch…“ Jetzt käme ich. Würde eine alte Videoaufnahme starten, die X damals zeigt, wie er Morgens, vor der 1. Stunde die Hausaufgaben abschreibt, so wie jeden Schultag und dem interessierten Betrachter offenkundig mitteilt, dass der liebe X außer Nase popeln und den Mädchen an den Zöpfen ziehen in der Schule nicht viel zu Wege gebracht hat. Wie schön wäre das! Wäre…

So schnell kommt man vom Laufen zum Nase popeln. Ungeheuerlich. Aber manchmal sind die Wege im Leben nicht nur sonderbar, sondern auch ziemlich kurz.

Gestern Abend war unsere Jahreshauptversammlung. Der Deutschlandsprint was DAS Thema. Untertitel: Delligsen gegen den Rest der Welt. Die Idee hat gezündet und sitzt in allen Köpfen. Sehr schön, das zu beobachten.

Es gab eine Ehrung durch den Bürgermeister. Jörn, Tewes und Mario wurden für ihren Niedersachsentitel in der Marathonmannschaft geehrt. Bis auf Jörn hätte ich den anderen den schönen Pokal und die Urkunde am liebsten gleich wieder aus den Händen gerissen, denn: Mario und Tewes hatten ihren „Niedersachsenmeister-Aufnäher“ nicht angebracht! Schande! Ich verbuchte also drei Pluspunkte für Jörn in mein geheimes Trainingsbuch. Pech für ihn, dass ich die Punkte eine Stunde später wieder strich. Kathrin hat sich für das Amt des Kassenprüfers geopfert, während sich der Rest der Gruppe unter der Tischplatte versteckte. Jörn hat das mit einer selten dämlichen Bemerkung kommentiert und weg waren die Punkte. Wie gewonnen, so zerronnen. Ein echtes Läuferschicksal.

                                       TTB53

Celle ist ein erfolgreiches Pflaster für den DSC. Sabine, auf Platz 2, die Siegerin Ricarda Botzon und der Veranstalter, beim Interview.

Morgen geht es beim Celler Wasalauf an den Start. Mit Jörn, Tewes, Rafael, Achim, Jürgen und dem Doktor haben wir dort ein paar heiße Eisen im Feuer. Tewes war im letzten Jahr auf der 20 Kilometer Strecke Vierter. Wenn er es dieses Mal aufs Treppchen schaffen würde, wäre ich mächtig stolz. Allerdings müssen wir erst mal sehen, wer als Gegner am Start ist. Dabei wollen wir natürlich auch Jörn nicht vergessen. Ob ich morgen die Laufschuhe anziehe, muss ich mir noch überlegen. Meine Halsschmerzen sind weg, dafür habe ich jetzt die „Rüsselseuche“. Aber: Es gibt Schlimmeres. Ihr werdet erfahren, wie unsere Deutschlandsprinter sich aus der Affäre gezogen haben.

 

Thomas Knackstedt

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