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ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 12.03.2008

Noch 49 Tage. 12. März 2008

www.deutschlandsprint.de

Mittwoch ist Trainingsabend. Heute stehen 20 Kilometer mit einem großen Intervallblock auf dem Plan. Wir werden uns warm laufen und dann das Tempo in Splits von 3, 2 und einer Minute ändern. Bei der schnellen Gruppe werden drei Minuten im Tempo von ca.5 Min./Km gelaufen, danach folgen zwei Minuten im Tempo 4:20 Min./KM und anschließend eine Minute deutlich schneller als 4 Min./Km. Dieser Block wird 10 – 12 mal wiederholt. Anschließend wird locker ausgelaufen. Die zweite Gruppe wird das entsprechend langsamer laufen.

Diese Trainingsmethode wird von vielen Läufern unterschiedlich aufgenommen. Für die ehemaligen Fußballer oder Mittelstreckler ist das eine leichte Übung. Die absoluten „Langtreter“ haben oft Probleme. Es gibt Läufer, die auf 10 Kilometer eine Bestzeit von deutlich unter 45 Minuten haben, aber bei einem 10 Kilometer Intervalltraining, das wechselnde Zeiten je Kilometer von 5/4:30/4 Minuten aufweist, passen müssen.

Heute wird es bei uns vermutlich etwas ruhiger angehen, denn der Sonntag in Celle war anstrengend genug. Ob Tewes da ist, steht auch noch in den Sternen, denn heute spielt der HSV. Da werden wir beim Laufen nebenbei die Daumen drücken.

                                                         TTB49

                                                               "Besi" beim Intervalltraining.

Die 49 steht für die Lottozahlen. Das weiß sogar ich, obwohl ich kein Lotto spiele. Laufen sollte, wenn möglich, kein Lotteriespiel sein. Eine gute Vorbereitung, die aus sinnvollen Training, einer guten Taktik, Rennerfahrung und vielleicht auch Streckenkenntnissen besteht, sorgt dafür, dass viele Unbekannte ausgeschaltet werden. Aber je länger die Strecke wird, desto unberechenbarer wird der Rennverlauf. Wobei ich die Meinung vertrete, dass es keine Laufdistanz gibt, bei der man mehr Fehler machen kann, als beim Marathon. Reichen die Kohlehydratspeicher für die ganze Distanz oder nicht? Wenn nicht, wie weit komme ich damit? Muss ich essen? Wenn ja, was und wann? Beim Trinken noch einmal die gleiche Problematik. Auch von Anfang an das richtige Tempo zu finden, ist oft nicht einfach.

Bei einem Ultra stellen sich ein Großteil dieser Fragen erst gar nicht. Wenn ich dort nicht esse und trinke, komme ich nicht an. Laufe ich bei den 100 Kilometern von Biel zu schnell los, wird der Zieleinlauf mit großer Wahrscheinlichkeit ohne mich stattfinden.

Auf der Kurzstrecke stellen sich die oben angeführten Fragen ebenfalls nicht. Hier muss man entweder elementare Fehler machen oder aber extreme äußere Bedingungen sorgen dafür, dass unwägbare Schwierigkeiten auftreten.

Der Deutschlandsprint, mit seinen annähernd 1000 Kilometern, hat mit Sicherheit ein bisschen etwas von einer Lotterie. Auf so einer langen Strecke, egal wie gut die Organisation gearbeitet hat, wird es  Pannen geben. Wer schon einmal einen 24 Stunden Lauf mitgemacht hat, weiß wovon ich rede. Eine fehlende Ablösung, ein verletzter Läufer, vieles ist möglich. Bei uns können dazu noch geschlossene Schranken, Fähren, die nicht fahren, kurzfristig gesperrte Straßen oder Defekte an Fahrzeugen kommen.

Ähnliche Pannen haben wir schon erlebt. So hat sich einer unserer „Neuzugänge“ beim Training in Kaierde verlaufen. Das hätten wir vor diesem Abend für absolut unmöglich gehalten. Kaierde ist mit 1000 Einwohnern ja nicht gerade eine Weltstadt.

Beim Köterberglauf in Westfalen ist mal eine ganze Gruppe von Läufern in den Weiten der Landschaft verschwunden, weil sie eine Streckenmarkierung verpasst hatten. So etwas will ich mir irgendwo in Deutschland lieber erst gar nicht vorstellen.


Thomas Knackstedt

 

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