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ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 15.03.2008

Noch 46 Tage. 15. März 2008

www.deutschlandsprint.de

Nach dem Ruhetag von Gestern fühlt sich der Läuferkörper heute Morgen schon ganz anders an. Bis um neun Uhr geschlafen, danach ein ordentliches Frühstück mit frischen Brötchen, was will man mehr? Heute Mittag steht der Lange Lauf auf dem Plan und danach geht es in die Nachtschicht. Gut, wenn man da ausgeruht in den Tag startet.

Die langen Läufe sind das „Salz in der Suppe“ bei der Marathonvorbereitung. Wer sie nicht absolviert wird letztendlich scheitern. Allerdings kann man auch mit den langen Läufen „Baden gehen“, wenn man sie z.B. maßlos überreizt und schon in der Vorbereitung aus den Pantienen kippt. Ich habe da mein Paradebeispiel in der Laufgruppe. Einer meiner Läufer hat es einmal geschafft alle 900 Trainings-Vorbereitungskilometer in der Summe schneller zu laufen als das angestrebte Marathonrenntempo. Das Ergebnis beim Marathonstart war so eindeutig wie ernüchternd: Der totale Zusammenbruch und eine Zeit zum Gott erbarmen. Manchmal muss man auch so lernen; auf die ganz harte Tour.

Das Gegenbeispiel war mein Lauffreund Martin, ein starker Marathonläufer aus der Nachbarstadt, der eine neue Lebensgefährtin kennen lernte, die auch lief. Da er viel Zeit mit ihr verbringen wollte, absolvierte er die langen Läufe mit ihr, langsam und beschaulich. Dann kam der Marathonstart und Martin lief mit 3:03 Stunden Bestzeit. Zitat: „Das hätte ich nie gedacht, ich bin im Training auf den langen Kanten so langsam wie nie gelaufen und dann das.“ In diesem Zusammenhang gibt es noch ein schönes Dieter Baumann Zitat: „Seit ich langsamer trainiere, laufe ich schneller.“  Das muss nicht bei jedem klappen, aber es ist in jedem Fall mal ein Ansatz, um sich Gedanken zu machen.

                                         TTB46

                            Ohne lange Läufe geht gar nichts. Delligser Läufer im Solling unterwegs.

Bevor ich jetzt nach Grünenplan düse, um mit meinen „Lieblingsgegnern“ zu laufen, kümmern wir uns noch um die Zahl des Tages.

Die 46 ist eine Film-historische Zahl. Hört sich ziemlich hochtrabend an, ist aber auch wirklich etwas Besonderes. Eine meiner absoluten Lieblingsschauspielerinnen, die Französin Marion Cottilard, hat in diesem Jahr den Oscar für die beste weibliche Hauptrolle erhalten. Wer den Film „La vie en Rose“ über das Leben von Edith Piaf, gesehen hat, der weiß warum das so ist. Die letzte Künstlerin aus dem nicht englisch sprechenden Sprachraum, die dieses Kunststück vollbracht hat, war Sophia Loren. Das war 1962, ist also 46 Jahre her. Eine wahrlich reife Leistung.

Dann geht es auch schon los. Achim, Jürgen, der Doktor, Besi und ich machen uns auf den 35er. Besi ist heute unser „schwächstes“ Glied in der Kette und wir nehmen die ersten 20 Kilometer Rücksicht. Da heißt es: Ein schöner Rücken kann auch entzücken. Vorzugsweise schauen wir auf die Heckansichten von Achim und dem Doktor. Der Rest trabt im Windschatten hinterher. Wir reden über den Deutschlandsprint und ansonsten würzen Kommentare wie „Du kannst nachher doch eh nicht mehr“ oder „Hältst du dich für was Besseres, immer so weit vorn zu laufen?“ die zwischen Jürgen und dem Doktor hin und her wechseln, die Atmosphäre. Besi hat keine Trinkflaschen dabei und wir anderen knapsen von unseren Vorräten etwas für ihn ab. Gemeinsam sind wir stark.

Nach 20 Kilometern kommt allerdings der Punkt, wo der Hund das Wasser lässt. Besi wird langsamer. Jürgen und Achim bleiben bei ihm(eine Klasse Einstellung) und der Doktor nimmt eine seiner Spezialitäten in Angriff: Tempoverschärfung! Bis zum Roten Fuchs sind wir den anderen entschwunden und ich muss ganz schön ackern, um dran zu bleiben. Dann trennen sich unsere Wege und ich laufe direkt nach Delligsen zurück. Die letzten acht Kilometer bringe ich ziemlich staksig, aber in ordentlicher Zeit nach Hause. Die Uhr bleibt bei 2:44 Stunden stehen.  

Jetzt heißt es Kaffee trinken, das Tagebuch ins Netz stellen und nichts wie ab zur Nachtschicht. Wieder mal ein Tag, der wie ein Schlaglicht vergeht. Morgen ist dann wieder etwas mehr Zeit.

 

Thomas Knackstedt

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