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ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 20.03.2008

Noch 41 Tage. 20. März 2008

www.deutschlandsprint.de

Die Internet-Nachrichten bei Short-News sind ein unversiegbarer Quell der Zahlen. Immer mit einer netten Geschichte drapiert. Heute finde ich dort: 20.02.2006, Hagen: 24-Jährige verprügelt 41 Jahre alten Ehemann und zertrümmert Schlafzimmer.

Gestern Abend kam es bei einem Hagener Ehepaar zu einem handfesten Streit. Die 24 Jahre alte Frau wollte im Schlafzimmer fernsehen, während ihr Ehemann (41 Jahre) schlafen wollte. Die Ehefrau prügelte auf den 41-Jährigen ein und die Polizei rückte aus, um die Beiden zu beruhigen. Doch nur 60 Minuten später alarmierte der Mann schon wieder die Polizisten. Seine Ehefrau hatte die Schlafzimmermöbel in Einzelteile zerlegt. Gegen die 24-Jährige wurde ein Wohnungsverbot von zehn Tagen ausgesprochen.

Sportlich! Das lässt mich daran denken, dass ich mich mit meinen jüngeren Vereinskameraden auf der Laufstrecke nicht mehr gedankenlos anlege. Jugend ist ein Pfund das, einmal in die Waagschale geworfen, äußerst schwer wiegt. Dagegen ist oft kein Kraut gewachsen.

Das Training gestern Abend bestätigt mich in dieser Ansicht seltsamerweise nicht. Irgendetwas war da faul. Ich bin noch nicht dahinter gekommen was das war, aber ich bin auf der Hut. Die Jungs haben irgendwas vor, ganz sicher…

Wir trafen uns am Sportplatz und machten uns auf die 20 Kilometer Runde. Nach kurzem Einlaufen standen 5 Kilometer im Tempo auf dem Plan. Der Doktor, Jürgen und ich liefen die Strecke in gut getimten 19:50 Minuten. Keine Angriffe, Tempoverschärfungen, Attacken aus dem Hinterhalt oder ähnliches. Merkwürdig, sehr merkwürdig. Rafael und Tewes, die sich sonst mit der Geschwindigkeit einer gestarteten Rakete von uns entfernen, waren ständig in Sichtweite, lediglich zwanzig Sekunden vor uns. Hinter uns lief eine große Gruppe mit Bruno, Johannes, Hermann, Ari, Heinzi, Günter, Thorsten und Arne. Alles völlig kontrolliert und gesittet. Da stimmt doch was nicht!

Aber es sollte noch besser kommen. In Kaierde waren noch einmal 3500 Meter im Tempo zu laufen. Ist das ansonsten beim Training der ideale Anlass seine „Gegner“ in Grund und Boden zu rennen. Mit Schnappatmung und weit aufgerissenen Augen über die Bordsteine unserer Nachbargemeinde zu hecheln und dem Laufpartner mal so richtig zu zeigen, wo der Hammer hängt, so überließ man mir ein einsames Rennen. Ich durfte, zwar völlig verstört und immer auf eine Konterattacke gefasst, meinen Turn in 14 Minuten laufen. Erst dreißig Sekunden später kamen Rafael und Tewes zum Zielpunkt. Der Doktor und Jürgen liefen sogar noch ein wenig verhaltener. Ich habe keine Ahnung, was das sollte, in jedem Fall war das ein Trainingsabend, wie ich ihn noch nie erlebt habe. Vielleicht habe ich das alles auch nur geträumt und war gar nicht beim Training. Ich mache mir wirklich Gedanken…

                                           TTB41

                                          Paderborn 2005. Der Doktor mit den Verfolgern im Nacken.

Da will ich abschließend hoffen, dass sich meine lieben Mitläufer nur ein wenig für den Samstag geschont haben. Da steht der Paderborner Osterlauf auf dem Plan. Wie in jedem Jahr ein Highlight für unsere Gruppe. Fast alle unsere Bestzeiten über 10 oder 21 Kilometer resultieren aus Starts in Paderborn. Die flache Strecke und die motivierende Konkurrenz machen es möglich. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich die Delligser Läufer da zurückhalten werden. So, wie gestern vielleicht? Nein, ganz bestimmt nicht. Das war nur ein böser Traum.

 

Thomas Knackstedt

 

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