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ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 22.03.2008

Noch 39 Tage. 22. März 2008.

www.deutschlandsprint.de

Einer der vielleicht größten walisischen Schriftsteller, Dylan Thomas, ist bereits mit 39 Jahren verstorben. Neben dem Schreiben galt seine größte Vorliebe dem Alkohol. Als letzte Worte vor seinem Tod, 1953, werden ihm: „Ich hatte achtzehn volle Whiskeys; ich denke das ist Rekord“ zugeschrieben. Dylans Erzählung „Unter dem Milchwald“ hat seinen Autor überlebt und wird vermutlich noch in Zig-Jahren an Schulen gelesen und in Theatern aufgeführt werden. Wer es noch nicht gelesen oder gesehen hat: Sie haben etwas verpasst!

Wo wir wieder einmal beim Rekord wären. Kaum ein anderes Wort ist für den Läufer so interessant. Die persönliche Bestzeit, der Vereinsrekord, der Landesrekord oder Weltrekord. Wir leben in einer rekordverrückten Zeit. Im Guinessbuch der Rekorde gibt es Bestleistungen, die eher lächerlich als bewundernswert sind. Wer hat den größten Käse zum Bahnhof gerollt? Wie oft kann man in einem alten Bierfass die Niagarafälle hinunter stürzen? Oder wie viele Tage hintereinander kann man ohne Unterbrechung das Wort „Nichts“ sagen. Rekorde können halt verrückt sein. Müssen sie aber nicht.

Wenn einem Rekord allein eine vermessene Strecke und die Zahlen auf einer Uhr zu Grunde liegen, dann machen Rekorde Sinn. Immer davon ausgehend, dass sie ohne die medizinischen Zugaben von ein bisschen „Oho“ oder „Aha“ erzielt wurden. Das ist nämlich die dunkle Seite der Rekorde. Um sie zu erreichen, ist manchem Sportler jedes Mittel recht. Da wird abgekürzt, gespritzt, geschluckt, gemogelt und bestochen. Traurig, aber leider wahr.

Wir werden uns in einer Stunde der Urform des Rekords nähern. Der eigene Körper im Wettkampf mit sich selbst, der Strecke und der Uhr. Als Zugabe von außen vielleicht ein Glas Wasser oder Apfelschorle. Dazu die brennende Muskulatur, die pfeifende Atmung, die eigene Taktik, das abgeleistete Training und der Glaube an eine gute Leistung. Der Halbmarathon in Paderborn ist dafür das richtige Pflaster. Punkt 12 Uhr werden die Autos besetzt und wir starten an die Pader.

                                      TTB39

                       Ari in Paderborn unterwegs. Solche "Sonnenbilder" wird es heute nicht geben.

Schneefall in meinen Gedanken…und nicht nur da. Ich schaue aus dem Fenster und sehe einen Vorhang aus dicken, weißen Flocken. Na Klasse. Ostern ist in diesem Jahr so früh, wie nie zuvor in den letzten 100 Jahren. Gut, dass wir momentan zwei Grad plus haben, ansonsten würde die weiße Pracht auch noch gnadenlos liegen bleiben. Wer weiß, wie das in Paderborn aussieht? Heute nehmen wir zum ersten Mal unseren Filmer Alex mit. Er soll den Deutschlandsprint auf Film festhalten. Das wird sicher spannend.

Also los, auf zum Angriff auf den Kreisrekord! Wenn das klappt, dann könnten wir darauf ein Gläschen nehmen. Wir müssen ja nicht gleich das Dylan-Thomas-Zitat in die Tat umsetzen. Manchmal ist weniger mehr. Was letztendlich in Paderborn herausgekommen ist, werdet ihr Morgen erfahren. Lasst euch überraschen.

 

Thomas Knackstedt

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