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ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 23.03.2008

Noch 38 Tage. 23. März 2008.

www.deutschlandsprint.de

Kaliber ist ein Maß für den Durchmesser von Patronen. Kaliber 38 ist eine gängige Größe für Revolverpatronen. Ob der Startschuss beim Paderborner Osterlauf mit einer 38er Pistole geschossen wurde, weiß ich nicht. Aber in jedem Fall war es für uns ein sehr erfolgreicher Startschuss.

Eigentlich halte ich nicht viel davon, unsere schnellen Leute zu sehr in den Himmel zu heben. Ich bin eher ein Freund davon, bei diesen Läufern den Ball flach zu halten. All zu schnell kann es sonst passieren, dass eine besonders schnelle Laufzeit dann auch automatisch mit einer Spitzenposition im Gesamtgefüge der Laufgruppe einhergeht. Das gibt es bei uns gar nicht und soll auch so bleiben.

Aber: Ausnahmen bestätigen die Regel. Darum jetzt ein kleines Loblied auf Tewes, Jörn und Karsten. 1:13, 1:14 Und 1:18 Stunden. Das sind ihre Zeiten von gestern. Im Gesamtfeld waren das die Plätze 16, 17 und 39 von über 1900 Finishern. Bei den deutschen Startern belegten Tewes und Jörn die Plätze 2 und 3. Der Kreisrekord in der Mannschaft beim Halbmarathon wurde regelrecht pulverisiert. Die alte Holzmindener Bestmarke von 3:57:39 Stunden wurde um 10:18 Minuten verbessert. Am Ende hatten wir die stärkste Mannschaft auf der Langstrecke. Für unseren kleinen Landkreis ein echter Quantensprung. Manchmal kann man wirklich mit Zahlen frohlocken. Einen ausführlichen Bericht über unseren Auftritt in Paderborn findet ihr hier.

                                        TTB38

                                     Die haben richtig gefroren. Unsere "Fankurve" in Paderborn.

Als ich gestern in Paderborn aus dem Wagen stieg, roch es in der Luft schon so verdächtig nach Rekord. Wir waren mit großem Tross unterwegs und hatten das erste Mal Alex dabei, der mit seiner Filmkamera den Tag begleitete. Während meine Läuferinnen und Läufer auf der Strecke alles gaben, begleitete ich Petra auf ihrem ersten Halbmarathon. Das Fazit zum Schluss war lehrreich. Aufgrund der guten Trainingsergebnisse lief ich zu schnell mit ihr an. Bis Kilometer sechs lief alles bestens. Von dort bis Kilometer 15 gab es eine Beerdigung erster Klasse. Dann fingen wir uns wieder und konnten noch ein paar Plätze gut machen. Am Ende blieb die Uhr bei 1:53 Stunden stehen. Petra weiß jetzt, dass man während eines Wettkampfes so richtig leiden kann, und ich habe wieder mal gelernt, dass Trainingseindrücke nicht alles sind. Das angeschlagene Tempo war definitiv zu schnell. Mein Fehler!

Wenn man als Läufer mit einer Halbmarathonbestzeit von 1:21 Stunden im Feld der 1:50 Läufer unterwegs ist, kann das ziemlich spannend sein. Zunächst einmal habe ich Streckenabschnitte wahrgenommen, die ich noch nie gesehen hatte. Während ich sonst mit Tunnelblick durch Paderborn hechele, war gestern Zeit für ein Sightseeing. Dazu kommen die Eindrücke von Läufern, die man weiter vorn auch nicht sieht. Ältere Damen und Herren, die sich verdammt gut gehalten haben und uns locker stehen ließen. Aber auch Spaßläufer in Nikolauskostümen oder Osterhasenanzügen. Na ja, jeder so wie er mag.

Heute war Auslaufen angesagt. Ziemlich anstrengendes Auslaufen, wenn ihr mich fragt. Karsten und ich liefen durch knöchelhohen Schnee. Die Sonne schien auf dem Hilskamm und wir pflügten uns durch die Hinterlassenschaft der letzten verschneiten Nacht. Da wir lange nicht zusammen unterwegs waren, gab es reichlich zu erzählen. 1:38 Stunden später war der Spaß zu Ende. Ein herrlicher Lauf. Dazu gleich ein Tipp, den Karsten und ich heute gnadenlos ausgenutzt haben. Wenn Schnee liegt, bietet es sich an, die dreckigsten Schuhe aus dem Regal zu nehmen, die man finden kann. Schneller kriegt man die Dinger wirklich nicht sauber.

 

Thomas Knackstedt

 

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