MeinSportplatz
Banner_msp_team

ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 25.03.2008

Noch 36 Tage. 25. März 2008

www.deutschlandsprint.de

36:36 Minuten. Eine Bestzeit, die man sich leicht merken kann. 2002 in Paderborn war MEIN Rennen auf der 10 Kilometer Strecke. Hätte man mir damals gesagt, dass dies vermutlich der schnellste 10er meines Lebens war und; egal wie umfangreich und hart ich trainierte, keine Steigerung mehr folgen würde, wie wäre meine Reaktion gewesen? Wenn ich meine damalige Einstellung zum Laufen als Grundlage nehme, wären die Laufschuhe vermutlich sofort im Mülleimer gelandet. Wenn es eh nicht schneller wird…

Heute sieht das völlig anders aus. Klar, schnell zu laufen ist noch immer der Kick, der das Laufen zu etwas ganz Besonderem macht, aber es ist nicht alles. Früher war es mehr ein Laufen zu dem Zweck, eine Bestzeit aufzustellen. Heute ist es Laufen zum Zweck des Laufens. Dazu kommt das Gefühl ein Teil unserer Gruppe zu sein und der Stolz(egal, wie abgedroschen sich das auch anhören mag) einige Menschen zu Marathonläufern gemacht zu haben. Obwohl einige das gar nicht wollten. Aber ihr wisst sicherlich, man muss auch mal jemanden zu seinem Glück „zwingen“.

Das Rennen 2002 vergesse ich jedenfalls nicht. Jörn „mutierte“ seinerzeit vom 40 Minuten Läufer zu einem Typ, der die 10 unter 35 laufen kann. Lief er früher hinter mir, so war er mir jetzt enteilt. Ich holte ihn allerdings bei Kilometer 8 wieder ein. Ein gutes Gefühl. Auf der Zielgeraden ließ mich mein 13 Jahre jüngerer Freund dann wieder gnadenlos stehen. Mit dem Wissen nie wieder einen Zieleinlauf so nahe bei Jörn zu verbringen, hätte ich ihn vermutlich festgehalten oder ein Bein gestellt. So bleibt mir wenigstens die schöne Erinnerung seinen Rücken auf der Ziellinie direkt vor mir gesehen zu haben. Heute absolut undenkbar…

                                            TTB36

                                                      Die Zielgerade 2002. Verdammt, wo ist Jörn?

Der Hils hat heute nur eine Farbe zu bieten: Weiß. Ich starte zu meinem 20 Kilometer Lauf  am Langen Platz. Ich will vier Abschnitte von je 5 Kilometern kontinuierlich das Tempo steigern. Die ersten 5 gehen in 24 Minuten weg. Je höher ich komme, desto mehr Schnee liegt auf dem Weg. Den zweiten Abschnitt laufe ich in 22:15 Minuten und versinke teilweise knöcheltief im Schnee. Das Laufen wird hier und da zur Rutschpartie. Das ist kostenloses Koordinations- und Stabilisationstraining. Abschnitt Nr. 3 sieht mich in einem Tempo, das an einen Schneehasen auf der Flucht erinnert. 21:15 Minuten. Dann geht es ans Eingemachte. Ich laufe aus dem Wald wieder auf die Straße. Es geht bergab und ich hänge mich richtig rein. Ab Kilometer 19 merke ich, dass ich völlig im Eimer bin. Mit letzter Kraft laufe ich eine 19:10 Minuten ins Ziel. Verdammt, ich werde alt. 2002 wäre das eine Ecke schneller gegangen. Wenn dann noch Jörn vorweg gelaufen wäre, also dann…

 

Thomas Knackstedt

Kommentare

Bislang keine Kommentare

Zum Kommentarschreiben anmelden or registrieren