MeinSportplatz
Umfrage_2018

ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 27.03.2008

Noch 34 Tage. 27. März 2008

www.deutschlandsprint.de

Trainingsabend. Gestern war die Welt wieder in Ordnung. Hatte ich letzte Woche noch meine Bedenken, dass irgendetwas in der Gruppe nicht stimmte, so wurden meine Sorgen diesbezüglich gestern Abend weggewischt. Zurückhaltung, das Aufsparen von Kräften im Training, dosiertes Tempo, das sind Dinge, die ich einfach nicht gewohnt bin. Wenn meine Läufer sich so verhalten, macht mir das Angst.

Gestern standen 20 Kilometer mit drei Blöcken von 3 Kilometern Länge im Marathonrenntempo auf dem Plan. Für mich hieß das, die Blöcke um die 12:30 Minuten zu laufen. Das sollte reichen.

Zusammen mit Jürgen, Johannes, dem Doktor, Mario, Tewes und Karsten ging es auf die Strecke. Arne, Sonja und, der noch etwas kränkliche Achim, liefen locker hinter uns. Der erste 3000er ging in 12 Minuten weg. Tewes und Karsten mit Abstand voraus, der Rest im geschlossenen Feld dahinter. Zu schnell, okay, aber noch im Rahmen.

Beim zweiten Turn wurde das Schmierentheater der letzten Woche gänzlich ad acta gelegt. Der Doktor hängte sich bei Tewes und Karsten rein und bestimmte das Tempo. Na ja, Tewes Zeit in Paderborn war eine 1:13 h. Die vom Doktor 1:27 h. Während Jürgen, Mario und ich knapp unter 12 Minuten liefen und ich dabei am Limit war, den gestrigen, anstrengenden Lauf noch immer schmerzhaft in den Beinen fühlte, brutzelten die drei da vorn eine 10:48 Minuten hin. Muss ich das verstehen? Nein, ganz sicher nicht.

In Runde drei ging dann richtig die Post ab. Tewes übernahm die Führung, Karsten folgte ihm und der Doktor hing im Schlepptau. Mario gab ebenfalls Gas, allein Jürgen hatte Mitleid mit mir und blieb an meiner Seite. 11:55 Minuten. Wieder zu schnell und ich war völlig fertig. Aber die Truppen vorn habe ich kaum noch gesehen. Deren Zeit wollte ich gar nicht wissen.

Als ich meine geschundenen Beine dehne, denke ich daran, wie oft ich mich früher an dieser Hatz beteiligt habe. Heute wäre das überhaupt gar nicht gegangen. Mir stellt sich dann die Frage: Will ich da vorn nicht mehr mitlaufen, weil ich es nicht mehr kann? Oder kann ich da vorn nicht mehr mitlaufen, weil ich es nicht mehr will? Vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen.

Nach dem Training ging es dann noch zu Besi. Geburtstagsfeier. Eine lockere Runde, ein paar Weizen, viele Gespräche rund um den Deutschlandsprint. Einfach alles, was das Läuferherz begehrt. Und, wie immer bei Besi, ein wunderbares Essen. Als ich endlich ins Bett falle, tun mir die Beine noch immer weh, aber wenigstens hetzt mich keiner mehr…

Dann wäre da ja noch die Zahl des Tages. Der Sollingturm, in der Nähe von Silberborn, ist 34 Meter hoch. Bei unserem letzten Trainingslager im Solling haben wir den Turm bestiegen. Na ja, jedenfalls diejenigen, die sich getraut haben. Kathrin und der Doktor haben gekniffen.

                                    TTB34

                                         Blick vom Sollingturm. Johannes, Tewes und Jürgen.

Ich war schon mehrmals dort und der Ausblick von der Kanzel des Turms ist überwältigend. Einmal war ich mit meinem Fußballkumpel „Schmidti“ dort oben. „Schmidti“ arbeitet bei der Forst und sagte mir, dass Zapfenpflücker, ein Job, den er auch ein paar Jahre gemacht hat, bis in dieser Höhe am Baum arbeiten. Na herzlichen Glückwunsch, dachte ich da. Den einzigen Zapfen, den ich da noch pflücken könnte, der säße bestimmt nicht am Baum.

Solltet ihr mal in der Nähe sein, tut es euch an. Klettert auf den Sollingturm und schaut ins Läuferland Holzminden. Für ein Trainingslager gibt es kaum einen besseren Platz. Wir hatten dort jedenfalls reichlich Spaß.

 

Thomas Knackstedt

 

Kommentare

Bislang keine Kommentare

Zum Kommentarschreiben anmelden or registrieren