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ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 03.04.2008

Noch 27 Tage. 3. April 2008

www.deutschlandsprint.de

Was kann es schöneres geben, als einen Trainingsabend, an dem es schüttet, als würden Badewannen über einem ausgeschüttet? Ist doch klar, der eifrig trainierende Ausdauerläufer kennt schon jetzt die Antwort: Die Gewissheit, dass in dem Moment, wenn das Training zu Ende ist, jemand den Schalter umlegt, die Wolken bei Seite schiebt und die Sonne wieder an den Himmel hängt. Genau so war das gestern Abend. Aber ich will nicht meckern, ich habe es auch schon anders herum erlebt.

Meine lieben Mitläuferinnen hatten noch nicht ins Internet geschaut. Puh, Glück gehabt. Wenn die meine Sprüche von gestern gelesen hätten, wäre ich mit reichlich Mecker bedacht worden. So konnten wir, trotz des Sauwetters, gut gelaunt unsere Runden drehen. Der Regen war übrigens vom Doktor bestellt worden. Er war zuvor einen Dreißiger gelaufen und gab uns beim Start mit auf den Weg: „Ich hoffe, es regnet. Ich habe auch eine Dusche abbekommen.“ Danke Thomas!

Wieder zu Hause stand das Telefon nicht still. Anrufe von drei Vereinen, die uns unterstützen werden. Das läuft ja wie geschmiert. Die Strecke ist praktisch dicht, wer hätte gedacht, dass wir das hinbekommen. Dazu habe ich noch einen Blick auf das Spendenkonto geworfen. Da lacht mein Herz. Die Namensliste der Spender wird immer länger und der Betrag steigt. Für mich ist momentan noch nicht abzusehen, wohin das führen wird.

Kurz vor dem Training erhielt ich dann noch Besuch von Karl Biel. Seines Zeichens Vertreter des Delligser Werberings. „Kalle“ hatte ein Flugblatt dabei. Der Werbering wird bei unserem Durchlauf in Delligsen ein Riesenfass aufmachen. Sektfrühstück, etc. pp. mit allem, was das Herz begehrt. Das sah sehr professionell aus und ich freue mich jetzt schon auf den „Einlauf der Gladiatoren“. Hoffentlich können wir die Erwartungen, die unsere liebe Bevölkerung in uns setzt, auch erfüllen.

Jetzt noch zur Zahl des Tages: Vor einiger Zeit gab es eine Untersuchung der Uni Konstanz. Daran nahmen 27 Läufer teil. Es ging um die Ermüdung des Langstreckenläufers im Wettkampf. Das Ergebnis liest sich auszugsweise so:

Sowohl die mittlere Differenz zwischen der prognostizierten Laufzeit, errechnet aus der ILSmax-Geschwindigkeit,  als auch die mittlere Differenz zwischen der Prognosezeit, errechnet aus dem 10 km-Dauertest, und der Wettkampfzeit ist für die Gruppe der besseren Läufer im Vergleich zu den weniger guten signifikant kleiner (222 s / 359 s bzw. 112 s / 188 s). Die guten Läufer können offensichtlich über die Wettkampfdistanz näher an Ihrem individuellen Laktatgleichgewicht laufen, ohne zu ermüden.

Kapiert? Nein? Macht nichts. Ich auch nicht. Aber es zeigt mir eine unheilvolle Entwicklung im Amateurlaufsport auf(das ist meine ganz persönliche Meinung): Der Hobby- und Spaßläufer versucht seine liebste Freizeitbeschäftigung hochwissenschaftlich zu erklären und richtet sein Training nach Profisportlern und Medizinern aus. Wenn ihr mich fragt: Nonsens hoch zehn. Im Profibereich okay, für uns völlig daneben. Wir sollten uns nicht vor diesen Karren spannen lassen und lieber die philosophischen Seiten des Laufens in den Vordergrund stellen. Training, Disziplin, Willen, aber auch Spaß, Freude und Erfüllung. Wir leben nicht, um zu laufen, sondern wir laufen, damit wir angenehm leben können. So wird ein Schuh draus.

                                      TTB27

                                Laufen, um zu leben. Nach einem Erfolg sieht das bei uns so aus.

Aber jetzt genug geschwafelt. In Bad Harzburg warten 6000 Meter Pferderennbahn darauf von vielen Läuferfüßen umgedreht zu werden. Draußen herrscht bestes Crosswetter, es regnet Bindfäden. Ich muss los und daher geht das Tagebuch heute besonders früh raus. Morgen erfahrt ihr dann, wie es war.

 

Thomas Knackstedt

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