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ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 04.04.2008

Noch 26 Tage. 4. April 2008

www.deutschlandsprint.de

Liebes Tagebuch…so, oder so ähnlich fängt man den Tagebucheintrag an, wenn sich historische Momente im persönlichen Umfeld ereignet haben. Gestern war das bei mir der Fall. Aber der Reihe nach.

Karsten und ich machten uns auf den Weg nach Bad Harzburg zu den Crossmeisterschaften der Polizei. Das Wetter war bereits auf der Anfahrt bescheiden, aber nichts im Vergleich zu dem unvergesslichen Lauf der Altersklassen um 14.15 Uhr. Beim Einlaufen scherzte ich noch mit Karsten: „Wenn Du nachher die Langstrecke läufst, kann es ruhig aus Eimern schütten. Dann mache ich ein paar tolle Fotos.“ Na ja, manchmal kommt es anders.

Wir standen im Startblock und die Namen der Teilnehmer wurden überprüft. Die Altersklassen M 40, M 45 und die offene Frauenklasse gingen gemeinsam auf die Strecke. Eine 2000-Meter-Runde mit wenig Höhenunterschied auf dem Gelände der Pferderennbahn. Dafür gab es einen Kilometer Pampe ohne Ende. Weicher Grasboden, tiefe Schlammpfützen und ein paar hakige Kurven mit Sturzpotential. Noch während die Namen aufgerufen wurden, fing es zu regnen an. Na klasse. Als dann der Startschuss ertönte, regnete es Bindfäden. Aber egal, das wird schon. Wie immer ging das Feld schnell an und ich sah zu, dass ich den Anschluss nicht verlor. An die Spitzengruppe war gar nicht zu denken, die liefen mir weg. Aber was war das da, ca. 50 Meter vor mir. Täuschten mich meine alten Augen, oder war das eine Frau? Nein, ganz bestimmt nicht. Das hatten wir ja noch nie…

Ehe ich das genauer feststellen konnte, öffnete der Himmel seine Schleusen. Wind kam auf und wir soffen regelrecht ab. Sturzbäche fielen auf uns herab, dass selbst die kurzen Asphaltpassagen zentimeterhoch unter Wasser standen. Von den Crosspassagen will ich gar nicht reden. Teilweise fühlten sich meine Unterarme an, als hätte ich sie zwei Stunden in die Kühltruhe gehalten. Und in Runde drei war da vorne immer noch diese Silhouette einer Frau. Spinn ich, oder was? Ich laufe jetzt schon seit zig Jahren Polizeimeisterschaften, aber eine Frau war noch nie vor mir im Ziel.

Als ich nach 25:25 Minuten nass wie ein übergossener Pudel ins Ziel schlappe, sehe ich, dass ich mich nicht getäuscht habe. Julia Wahnig, Polizeinachwuchs aus Niedersachsen, hat mich locker abgehängt. Da bleibt nur eins: Nichts wie hin, Glückwünsche aussprechen und sich freuen. Ich, der immer so rummeckert, dass auf dem Frauensektor im Laufen nichts passiert, muss mich hier eines Besseren belehren lassen.

Mit den Treppchenplätzen habe ich dieses Jahr nichts zu tun. Meine Platzierung, im Vergleich zu meinen Konkurrenten ist okay, aber die Jungs da vorn waren heute einfach eine Spur zu schnell für mich.

Als Karsten dann startet, fällt kein Tröpfchen auf die Erde. Hätte ich vielleicht vorher nicht so unken sollen. Thomas Bartholome zeigt zwei jungen, starken Läufern, die ihm in den ersten beiden Runden den Fehdehandschuh hinwerfen, dass er immer noch das Nonplusultra in der Polizei ist. Er spielt zwei Runden mit dem Nachwuchs und distanziert ihn dann um mehr als eine Minute. Dahinter läuft Karsten ein überzeugendes Rennen auf Position vier. Bei den Bedingungen sind seine 38:23 Minuten auf 10.000 Meter eine Klassezeit. Und ich habe wirklich ein paar schöne Fotos von ihm geschossen.

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                                                Pampenalarm! Karsten auf der Schlussrunde.

Allerdings hat Karsten mit der Kamera gewackelt wie ein Lämmerschwanz. Fast alle Fotos unscharf. Lag das am Regen, oder war unser Marathonmann vor dem Rennen so aufgeregt? Vermutlich wollte er unbedingt ins Tagebuch. Na gut, sind wir mal nicht so.

Bad Harzburg war mal wieder eine Reise wert. Bei der Abschlussveranstaltung wurde noch reichlich erzählt und gelacht. Mir bleibt als Erkenntnis, dass sich etwas tut beim Frauennachwuchs und, dass ich das nächste Mal meine Klappe halte, was das Wetter angeht.

Jetzt kommt noch die 26(hätte ich fast vergessen). Im Oktober 2005 vermeldet die Presse: Elefantenhochzeit auf dem europäischen Mobilfunkmarkt: Der spanische Telekomkonzern Telefonica will das britische Mobilfunk-Unternehmen O2 für 17,7 Milliarden Pfund, also rund 26 Milliarden Euro übernehmen.

Kohle, Kohle, Kohle. Darum dreht sich die Welt. Selbst bei unserem Deutschlandsprint ist Geld ein Thema. Mietkosten, Sprit, Ausrüstung, etc. pp. Am Anfang war klar, dass es durchaus passieren könnte, dass wir tief in die eigene Tasche greifen müssten, um das Unternehmen durchzuführen.

Mittlerweile ist die Finanzierung in trockenen Tüchern und, was noch viel wichtiger ist: Das Spendenkonto wächst und wächst. Packen wir also die Sorgen ums Geld ganz tief in die unterste Schublade und widmen uns dem Laufen. Bald geht es los…bald…

 

Thomas Knackstedt

 

 

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