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ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 13.04.2008

Noch 17 Tage. 13. April 2008

www.deutschlandsprint.de

17 Jahr, blondes Haar…das war bei mir 1978. Heute hat mir die Zeit weder die 17 Lenze, noch die blonde Haarpracht gelassen. Beides verschwand im rauen Wind der Zeit. Vor genau 30 Jahren habe ich sportlich an alles Mögliche gedacht, aber sicher nicht ans Laufen. Ich spielte Fußball und Tischtennis und absolvierte mein zweites Berufsjahr. Arbeiten, das waren für mich seinerzeit 12 gute Momente im Jahr; und zwar immer dann, wenn ich meine Lohntüte in die Hand gedrückt bekam, der Rest…reden wir lieber nicht davon. Heute sieht das zum Glück anders aus.

Das Laufen hat sich ebenfalls völlig verändert. 1978 war Reiner Leibold Deutscher Meister im Marathon. Später lief er eine Bestzeit von 2:13 Stunden. In dieser Zeit sah man noch schnelle Marathonis in Baumwollturnhosen über die Strecke hasten. Von wissenschaftlichen Erkenntnissen, begleitenden Untersuchungen, Prognosen, ernährungswissenschaftlichen Versuchen und gezielten methodischen Versuchsreihen war man weit entfernt. So hatte man viel Zeit, sich aufs Laufen zu konzentrieren und lief, vermutlich deshalb, eine Ecke schneller als heute.

Unser ehemaliger Vereinsvorsitzender war der erste Marathonläufer in Delligsen. Er sagte mir einmal: „In den Sechzigern warst du als Marathonläufer ein Exot. Unterwegs wurde nicht gegessen und nicht getrunken. Wasser war verpönt. Wenn überhaupt, gab es nur Kaffee zu trinken. Alles andere hielten wir für schädlich.“ Tja, die Zeiten ändern sich. Interessant dabei ist nur, dass diejenigen, die sich in „Jetztzeit“ befinden immer glauben, sie würden alles exakt wissenschaftlich richtig machen und man könne es kaum verbessern. Das haben die Jungs damals mit dem Kaffee auch gedacht…

                                                TTB17

         Die späten Siebziger sahen mich in modischen Turnhosen und vollem Haar hoch in der Luft.

Für Petra und mich gibt es heute keinen Kaffee, sondern Apfelschorle. Wir starten gegen Mittag zum letzten Dreißiger der Vorbereitung. Ich bin gespannt. Wir haben den Turn vor einigen Wochen in 2:44 Stunden gelaufen. Wir laufen exakt die gleiche Strecke und versuchen, so konstant wie möglich, die 10 Kilometerabschnitte zu laufen. Am Ende stehen 2:37:45 Stunden auf der Uhr. Die Splits sind: 52:32/52:38/52:35 Minuten. Alter Schwede! Da kann ich nur gratulieren. Obwohl: So einfach war es auch nicht. Ab Kilometer 28 hatte ich das Gefühl, dass Petra ihre Laufschuhe gegen Stöckelschuhe eingetauscht hatte. Der Schritt wurde kurz, die Atmung dafür ein wenig hektischer. Aber mit ein bisschen gutem Willen und einem Hinweis auf die gute Zeit, kam Petra wieder in den Lauf zurück. Fazit: Ihr erster Marathon kann kommen. Sagt jedenfalls der Trainer.

Hinterher gab es noch eine Besprechung zum Deutschlandsprint. Zwei Stunden haarklein jedes Problem besprechen ist viel anstrengender als laufen. Aber es geht nicht ohne. Ihr glaubt nicht, was wir alles regeln müssen. Wahnsinn. Allerdings gab es auch ein paar Bonmots zum Thema. Hier ein Livemitschnitt:

Mario: „Jeder Läufer nimmt nur eine Kiste…“

Petra:“…Bier?“

Mario: „…Klamotten mit.“

Petra: „Ach so.“

Soviel dazu. Jetzt aber nichts wie raus mit dem Tagebuch. Morgen ist schließlich auch noch ein Tag. Da würde ich gern die letzten Helfer für die Strecke bekannt geben. Ein paar Kontakte laufen noch. Jetzt gibt es aber erst einmal ein Bier(die Klamotten können noch warten).

 

Thomas Knackstedt

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