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ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 17.04.2008

Noch 13 Tage. 17. April 2008

www.deutschlandsprint.de

Glück kann man immer gebrauchen. Aber was ist das eigentlich: Glück? Pech? Schicksal? Lässt sich das definieren, oder spielt da doch jede Menge Aberglauben eine Rolle? Ich weiß es nicht, aber eine Sache ist ziemlich sicher, die Menschen glauben ganz fest an Glück und Unglück. Oftmals müssen diese Worte allerdings für die eigenen guten oder schlechten Leistungen herhalten. Nicht alles Glück ist ohne Grundlage. Jede Menge Pech ist selbst verschuldet. Die 13 ist die Manifestation des Pechs in einer Zahl. Da kannst du vom kleinen Kind bis zum Opa jeden auf der Straße fragen. Die 13 bedeutet Niemandem etwas Gutes.

Wie kommen wir da jetzt wieder zum Laufen? Das ist einfach. Aberglaube im Sport. Das ist ein Thema, darüber ließen sich mehrere Bücher schreiben. Dazu ist es noch eines meiner Lieblingsthemen. Wie oft habe ich früher erlebt, dass ein Fußballer, wenn er den Platz betritt, seinen Ring am Finger dreht und ein Stoßgebet zum Himmel schickt. Es passierte auch, dass eine ganz bestimmte alte Sportsocke unter den Stutzen getragen werden musste, damit der Glücksgott dem Spiel hold war. Oder man fuhr eine fest einstudierte Anfahrtstrecke zum Sportplatz. Nur so konnte der Sieg klappen. Denken wir nur mal an Udo Latteks blauen Pullover.

Im Laufen sieht das so ähnlich aus. Von der Siegerunterhose bis zu einer bestimmten Schuhmarke muss für den ein oder anderen Läufer diesbezüglich alles stimmen. Meist sind die Profis am anfälligsten für Aberglauben. Wie soll ich mir sonst erklären, dass Weltklasse-Marathonläufer mit Halsketten durch die Gegend rennen, die ihnen bei jedem Schritt ins Gesicht schlagen. Oder was ist mit dem Radprofi, an dessen Fahrrad vohrer 10 Konstrukteure 60 Gramm Gewicht eingespart haben, der aber selbst eine 150 Gramm schwere Gliederkette aus Silber um den Hals trägt.

Ich weiß ja nicht, wie das bei euch ist, aber es gibt doch bestimmt jemanden, der das hier liest und vor jedem Lauf seinen kleinen Glücks-Stoffhasen knudelt oder die Laufschuhe auf eine ganz bestimmte Art und Weise schnürt, oder? Es würde mich wundern, wenn es nicht so wäre.

                                      TTB13

                 Wer hier dabei war, der weiß, dass auch Laufen zur Glaubenssache werden kann.

Okay, so schlimm ist das nicht, sagt ihr jetzt. Ihr habt recht. Eines stört mich dabei jedoch immer noch: Was ist, wenn sich beim richtigen Schuh vor dem Start die Sohle löst? Wen knudelt man, wenn sie einem im Aufwärmbereich den Glückshasen geklaut haben? Wie viele Löcher darf die magische Unterhose haben, bis ich sie nicht mehr anziehe? Muss ich immer einen Ersatzfetisch in der Tasche haben, falls meinem primären Glücksbringer etwas zustößt? Fragen über Fragen. Ihr seht schon, es ist ein schwieriges Thema. Lasst uns das lieber abschließen, ehe wir in den Bereich Opfergaben abdriften.

Meine Meinung ist: Das wichtigste für einen erfolgreichen Lauf ist eine gute Vorbereitung, egal in welcher Unterhose. Also Training, Training und Training. Dann kommt die Einstellung und Taktik noch dazu. Last, but not least, die persönliche Cleverness. Basta. Ich lasse mir weder von Klamotten noch von Schmuckstücken vorschreiben wie gut oder schlecht ich laufen werde. Und mal ganz ehrlich, ist so ein Lauf mit dem Ziel die eigene Bestzeit zu pulverisieren nicht viel zu wichtig, als das wir ihn von einer stinkigen Socke, einer schmucken Halskette oder einem abgegrabbelten Häschen abhängig machen? Denkt mal drüber nach.

Zum Schluss möchte ich euch noch berichten, dass mir heute ein Vögelchen gezwitschert hat, dass gestern Abend beim Training wieder ein Ausscheidungsrennen stattgefunden hat. Logisch, wie sollte es auch anders sein…

 

Thomas Knackstedt

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