MeinSportplatz
Banner_msp_team

ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 20.04.2008

Noch 10 Tage. 20. April 2008

www.deutschlandsprint.de

Wie können einem zwei Kilometer Steigung so den Saft aus den Knochen ziehen? Ich bin hier schon im 4-Minuten-Tempo hoch gerannt und habe mich besser gefühlt als im Moment. Ich stecke mit den Füßen im Boden. Wenn ich so alt wäre, wie ich mich fühle, dann bin ich jenseits der Achtzig. Auf die Uhr schaue ich erst gar nicht, später werde ich sehen, dass ich irgendwo zwischen einer 5:10 bis 5:20 durch den Wald „geschlichen“ bin. Mehr hatte ich eigentlich auch nicht vor gehabt, ein ruhiger, lockerer Lauf. Nach einer 10 Stunden Schicht eher etwas zum Ausruhen und genießen. Da war ich leider völlig falsch gewickelt. Aber es gibt solche Tage. Da denkt man, die Beine stecken einem verkehrt im Hintern und der Infarkt wartet bereits an der nächsten Biegung des Weges. Später wird es dann besser; noch immer nicht locker und flockig, aber ertragbar. Mein einziger Trost ist: Für diesen abgehackten, freudlosen Lauf wird es irgendwann die Entschädigung in Form einer gelungenen Trainingseinheit geben, mit der man nicht gerechnet hat.

So viel zum Lauf von gestern Abend. Ich hoffe, dass es heute, im wahrsten Sinne des Wortes, besser läuft. Viel schlechter kann es eigentlich nicht werden. Kommen wir also zur Zahl des Tages. Bei der 10 fallen mir automatisch die 10 Gebote ein. Nicht, dass ich ein besonders frommer oder gläubiger Mensch wäre, aber die 10 Gebote sind schon faszinierend. Ich habe beruflich ziemlich oft mit Gesetzen, Verordnungen, Richtlinien und Ausnahmegenehmigungen zu tun. Der Mensch möchte ja immer gern alles geregelt haben. Ich habe mir mal sagen lassen, dass die Verordnung über die Einfuhr von Karamellbonbons in den Bereich der EG mehr als 36.000 Wörter umfasst. Bei den zehn Geboten sind es in der Kurzform nicht mal Zweihundert. Wenn Masse gleich Klasse ist, welche Vorschrift ist da wichtiger?

Wenn man diverse Fachzeitschriften, Bücher, Magazine, Internetportale oder Sportsendungen bezüglich der Gebote des Laufens konsultiert, stellt man fest, dass wir uns da schon eher in der Nähe der Karamellbonbonverordnung bewegen. Dabei sehe ich keinen Anführer weit und breit, der mit zwei Tafeln vom Berg steigt, auf denen zehn grundlegende Verhaltensregeln aufgeführt sind. Weder ein Steffny, noch ein Strunz oder Wessinghage haben diesbezüglich den Stein der Weisen anzubieten. Wie auch? Aber verlockend wäre es schon. Es müsste nur einfach sein. Vielleicht nach dem Motto: Du sollst deinen Körper weder unter- noch überfordern. Du sollst dich gesund ernähren. Du sollst nach einem Wettkampf eine Pause einlegen. Du sollst gute Ratschläge annehmen, aber nicht alles glauben, was man dir erzählt.
Hört sich  schon  wie eine Predigt an, oder? Lassen wir das lieber.

                                   TTB10

                                          Ungefähr so stelle ich mir einen "Laufguru" vor.

In erster Linie ist jeder Läufer für seinen Körper selbst verantwortlich. Er muss wissen, was er ihm zumuten kann und was nicht. Auch die Tatsache, dass viele Sportler das augenscheinlich nicht können, nimmt sie nicht aus dieser Verantwortung. Das Manko ist oftmals, dass man nicht genau weiß, was man will. Genau damit sollte man anfangen. Will ich ein Marathon- oder Ultraläufer werden? Strebe ich nach Bestzeiten und Rekorden? Bin ich lieber auf den Mittelstrecken unterwegs? Laufe ich einfach nur zum Spaß? Wenn ihr euch diese Fragen beantworten könnt, dann habt ihr die halbe Miete schon zusammen.

Okay, also mache ich mich auf die 12 Kilometer, die heute auf dem Plan stehen. Egal, wie früh ich aufgestanden bin und wie lang die Tagschicht war. Was will ich? Ankommen! Welche Ambitionen habe ich bezüglich der Zeit? Keine! Habe ich auch wirklich Lust, loszulaufen? Nein! Laufe ich trotzdem? Ja! Und warum? Ich habe keine Ahnung! Da muss ich wohl noch an mir arbeiten... 


Thomas Knackstedt

Kommentare

Bislang keine Kommentare

Zum Kommentarschreiben anmelden or registrieren