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ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 21.04.2008

Noch 9 Tage. 21. April 2008

www.deutschlandsprint.de

So richtig gut lief das gestern Abend auch nicht. Die übliche Langstreckenläufer-Alterserscheinung: Man muss erst einmal 7-8 Kilometer laufen, ehe man einigermaßen in den Rhythmus kommt. Wenn die Strecke nur 12 Kilometer lang ist, fängt der Rhythmus also gerade an, wenn man im Ziel ist. Na ja, es gibt Schlimmeres. Auf meiner Runde treffe ich Rafael und wir laufen die letzten Kilometer gemeinsam. Das hilft mir in jedem Fall weiter.

Auch gestern Abend gingen noch eine Handvoll Mails von Helfern ein. Jetzt geht es um den letzten Feinschliff an der Strecke. An einem Beispiel musste ich wieder einmal feststellen, dass ich Hundert Jahre alt werden kann und diese Typen, die hier rund um mich herum laufen, trotzdem noch nicht richtig kennen werde.

Jürgen Haß aus Hiddestorf bietet uns zwei Strecken an. Einmal über Hiddestorf; besser zu laufen, aber etwas länger. Einmal direkt durch Hannovers City; auf jeden Fall kürzer. Ich schreibe ihm: Jürgen, ich weiß, dass Du uns gern in Hiddestorf sehen würdest, aber so wie ich Mario kenne, mach dir keine Hoffnungen. Jeder Meter zählt. Kurze Zeit später ruft Mario an. „Wir nehmen die Route durch Hiddestorf. Auf den kleinen Umweg kommt es nicht an. Das scheint mir die bessere Alternative zu sein.“ Booh! Da war ich sprachlos. War das wirklich Mario? Der Typ, mit dem ich seit Jahren durch den Wald hetze und der uns in den Alpen mit seinen elenden Attacken auf dem Mountainbike schier zum Wahnsinn getrieben hat? „Gut, ich gebe es weiter.“ Mehr fällt mir dazu momentan nicht ein. Man ist vor Überraschungen einfach nicht sicher.

Sind wir tatsächlich schon bei der 9 angekommen? Eine der wichtigsten Zahlen für Läufer überhaupt! Die 9 verleiht dem einen oder andern Läufer sozusagen den Adelstitel. Fangen wir bei den Hundert Metern an. 9,9 Sekunden, das ist die Auszeichnung für Weltklasse. Auf den 10 Kilometern trennt die 39:59 Minuten die Läufer von den Joggern. Im Marathon ist die 2:59 Stunden immer noch die Schallmauer, die es zu durchbrechen gilt. Und in Biel sind die Jungs, die den Hunderter in 9:59 Stunden oder schneller schaffen, echte Giganten. Die 9 ist in diesen Bereichen einfach überall zu finden.

                                        TTB9

                                      Thomas "Doktor" Griebel. Marathonbestzeit: 2:59 Stunden.

Ich werde die Laufschuhe heute im Schrank stehen lassen. Das herrliche Wetter ist eine Aufforderung zum Rad fahren. Ich muss zur Spätschicht, da bietet es sich an, eine Runde mit dem Renner zu drehen. Ohne Stress und Hektik, sich die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen. Die Räder sind in diesem Jahr ohnehin viel zu kurz gekommen, stehen im Stall herum, wie Pferde, die endlich wieder auf die Weide wollen. Zumindest einem davon werde ich diesen Wunsch heute erfüllen.

Am Ende noch ein kleines Schlaglicht von der Helferfront. In Glückstadt ist der Bürgermeister ein Läufer. Der wird sich, wenn ich Arno Kaps, unseren Mann vor Ort, richtig verstanden habe, an unserem Lauf aktiv beteiligen. Das nenne ich Bürgernähe. Hut ab.

 

Thomas Knackstedt

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