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ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 23.04.2008

Noch 7 Tage. 23. April 2008

www.deutschlandsprint.de

Ich weiß nicht, wie lange ich das noch aushalte. Dieses Telefon will einfach nicht still stehen. Ständig klingelt das Teil und es geht um den Deutschlandsprint. Gut, ich habe mich darauf eingelassen, aber dass es so wird, habe ich wirklich nicht erwartet. Wenn dann mal niemand anruft, muss ich Telefonate führen. Was mich so ein bisschen annervt, ist die Tatsache, dass wir seit Dezember 2007 mit jeder Menge Enthusiasmus und Herzblut Richtung Deutschlandsprint steuern und uns dabei wirklich richtig den A…aufgerissen haben. Jetzt, kurz vor Toresschluss, merken auf einmal ganz viele Menschen, was für eine tolle Idee das ist. Ich bin der letzte, der irgendjemanden auf den Schlips treten will, aber: Warum habt ihr euch nicht im Januar, Februar oder März gemeldet? Es war auch zu dieser Zeit schon eine tolle Idee! Allerdings weiß jeder, der schon einmal eine größere Veranstaltung organisiert hat, dass es so, und zwar ganz genau so, immer abläuft. Also Thomas, hör auf zu jammern, erledige die paar Anrufe noch und schreib dein Tagebuch zu Ende. Lächerliche Sieben Tage. Ein Witz…

Das Telefon ist nicht nur der Quell von Stress und Hektik, es gibt ja auch richtig schöne Anrufe. Heute konnte ich mit Armin Hast, von der LT Breitenbach und Wolfram Schulze, vom TV Hessisch-Lichtenau, telefonieren. Seit Wochen frage ich mich, wie geht das: Von Wertach bis Hilders ist die Strecke komplett mit Helfern besetzt. Von Göttingen bis Flensburg sieht das genau so aus. Aber was bedeutet dieser weiße Fleck da mitten in Deutschland? Ich habe Emails versandt, Telefonate geführt und…und…und, aber mein einziger ortskundiger Radbegleiter bis heute war der „Einzelkämpfer“ Matthias Wunn vom RV05 Ronshausen. Um den guten Mann habe ich mir echt schon Sorgen gemacht. Das ist jetzt vorbei. Hessisch Lichtenau und Breitenbach helfen uns, mir fällt ein Stein vom Herzen. Jetzt bleiben maximal noch ein paar Kilometer unbegleitet, die wir allerdings schon abgefahren sind. Da kann nicht mehr so viel schief gehen.

Diese vielen organisatorischen Fragen halten einen vom Laufen ab, oder? Wollten wir uns in diesem Countdown Tagebuch nicht übers Laufen unterhalten? Mir war jedenfalls so.  Schnappen wir uns also die 7 und laufen damit zur Zahl des Tages. Beim Alfelder Staffelmarathon, der seit ein paar Jahren in unserer Nachbarschaft veranstaltet wird und, auch auf die Gefahr hin als großkotzig verspottet zu werden, bisher immer vom Delligser Lauftreff gewonnen wurde, teilen sich 7 Läufer die Marathonstrecke. Dieser Lauf ist einer von ganz wenigen, die ich kenne, wo wirklich absolute Anfänger mit ziemlich guten Läufern aufeinander treffen. Das Ganze harmonisch und mit reichlich Spaß. Ein echter Gewinn.

Beschäftigen wir uns mal nicht mit den langweiligen Delligsern, die ja immer gewinnen, sondern schauen mal ganz woanders hin. In Alfeld starten von Betrieben über Vereine und Schulen alles, was man sich vorstellen kann. Mein Freund Andreas Besler hatte diesbezüglich immer einen Traum. Er wollte mit einem Team der Gudrun-Pausewang-Schule an den Start gehen. Das ist eine Förderschule mit dem Schwerpunkt für geistige Entwicklung. Besi ist dort Lehrer, übrigens einer der engagiertesten Pädagogen, die ich kenne. Seine Schüler haben einige Handicaps, aber auf der Laufbahn, mit Besi als Antreiber, sind die vergessen. Dieses Jahr ist es soweit, die Schule wird ein eigenes Team stellen. Besi hat sechs Schüler trainiert, die an den Start gehen werden. Den siebten Platz nimmt er selbst ein. Da einer aus dem Team nicht laufen kann, wird er von Andreas im „Besimobil“ über die Strecke gerollt. Wenn ihr mich fragt: Die „Glorreichen Sieben“ wäre der richtige Name für dieses Laufteam. Würde vor allem gut passen, weil Besi eh wie Yul Brynner aussieht.  

                                     TTB7

                       Die "Glorreichen Sieben" beim Training für den Alfelder Staffelmarathon.

Das ist doch wieder viel zu viel geworden. Aber an der Tastatur kann ich mir immer ein bisschen Stress von der Seele schreiben. Jetzt wird der Rest des Tages angegangen. Vor dem Training ist ein Termin mit Vodafone. Dann geht es mit meinen Läufern auf die Bahn, letztes Training vor dem Hamburg Marathon mit der Einheit 7 x 700 Meter im Marathonrenntempo. Anschließend die Abschlussbesprechung für die Organisation des Deutschlandsprints. Ich hoffe, kurz, knapp und bündig, ohne Vereinsmeierei oder Fragen, die wir schon zehnmal beantwortet haben. Denn eigentlich ist das genau die Stärke unseres Lauftreffs: Wir sind schlicht und einfach.

 

Thomas Knackstedt

 

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