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ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 24.04.2008

Noch 6 Tage. 24. April 2008

www.deutschlandsprint.de

Was war gestern wieder alles los! Eigentlich sollten die Tage jetzt länger werden, bei uns werden sie seltsamerweise immer kürzer. Ein paar Extrastunden würden uns, so kurz vor dem Deutschlandsprint, gut tun.

Vor dem Training hatten wir einen Fototermin mit unserem Hauptsponsor Vodafone. Sehr unterhaltsam. Es gab reichlich rote Käppis und ein paar T-Shirts mit Deutschlandsprint-Aufdruck. Die Truppe war fast komplett angerückt, wurde ausgestattet und präsentierte sich in bester Fotolaune. Dazu kam eine Reporterin aus dem Bereich Höxter und Chefredakteur Markus Kater von der Alfelder Zeitung. Großer Bahnhof. Neben der ganzen Knipserei konnten wir noch einen Deal über einen Internetzugang per Laptop einfädeln. Wenn das klappt, werde ich euch in einer Art Live-Ticker aktuell unterrichten können, wo die Delligser Füße gerade den Asphalt bearbeiten.

Danach ging es auf die Laufstrecke. 75 Minuten Hils pur. Lockeres Tempo, reichlich Steigungen, jede Menge dummer Sprüche, einfach ein toller Trainingsabend. Mit einem Tross von über 20 Läufern geschlossen durch den Ort zu laufen, war dabei reinste Öffentlichkeitsarbeit.

Nach dem Training fand die letzte Besprechung für den Deutschlandsprint statt. Dazu trafen wir uns im Gasthaus und nutzten gleich die Möglichkeit eine Blutspende zur Typisierung für eine Knochenmarkspendeaktion abzugeben. Dr. Möller aus Duingen, der uns auch beim Sprint begleiten wird, erläuterte, dass eine Frau aus der Gemeinde unbedingt eine Spende braucht; auch in der Zeitung wird aktuell dazu aufgerufen. Da ließen wir uns natürlich nicht zwei Mal bitten. So ernst der Hintergrund der Geschichte ist, als ich sah, wie meine Mädels und Jungs ihr Blut gaben, dachte ich: Wenn das der richtige sieht, passt das hervorragend für die Seite-1-Schlagzeile in der Regionalzeitung. Mit dem passenden Bild dazu sehe ich vor meinem geistigen Auge die Überschrift: Blutdoping beim Delligser Lauftreff? Auf was für dämliche Gedanken man manchmal kommt…

Heute ging es in gewohnter Hektik weiter. Reichlich Emails zu beantworten, eine Spende der Kollegen vom Polizeikommissariat entgegen nehmen. Danach zu einer Beerdigung auf den Delligser Friedhof. Auch dort ging mir einiges durch den Kopf. Es geht darum, die Tage, die einem zur Verfügung stehen, zu genießen. Das ist ganz wichtig. Für unseren Lauf wünsche ich mir, dass alle meine Läufer ihren Kopf frei bekommen und die Stunden und Minuten während des Deutschlandssprints in ihre Erinnerung aufsaugen, wie ein trockener Schwamm das Wasser. Sie sollen sich reinhängen und alles geben, aber dabei nicht vergessen, für jeden einzelnen Schritt dankbar zu sein und im Bewusstsein, so etwas vielleicht nie wieder zu erleben, so viel wie möglich an Eindrücken mitnehmen.

                                         TTB6

Wieder mal ein Siegerteam beim Deutschlandcup in Seesen. Thomas, Jörn, der Trainer, Füßchen, Jürgen und Michael.

Fehlt noch die Zahl des Tages. Die klassische Ekiden Staffel hat sechs Läufer. Diese teilen sich die Marathondistanz. Haben wir natürlich auch schon gemacht. Nämlich beim Deutschlandcup der Marathonstaffeln. Im Lauftreffjargon auch der „Bretterbohlencup“ genannt. Wer diese Seiten hier verfolgt hat, der weiß warum. Da gemeinsam bekanntlich alles besser geht, steht der Weltrekord im Marathon der Ekidenstaffeln bei 1:57 Stunden. Aufgestellt in Japan, wo dieser Staffelmarathon ziemlich populär ist. Sechs Kenianer haben diese schnelle Zeit gelaufen. Wenn ich mir allerdings vorstelle, dass Haile allein nur 7 Minuten langsamer war, komme ich aus dem Staunen kaum heraus.

Zum Schluss gibt es heute noch die Email des Tages. Die kam gestern Abend, gegen 22 Uhr ins Postfach geflattert. Absender war Besi. Er hatte den Tagebucheintrag seiner Lauftruppe gesehen und seine Mail bestand aus einem einzigen Wort: Astrein. Das liest man doch gern. Bis morgen.

 

 

Thomas Knackstedt

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