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ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 25.04.2008

Noch 5 Tage. 25. April 2008

 www.deutschlandsprint.de

Mit der 5 geht es wieder mal direkt in die Vergangenheit. Kathrin hat bestimmt geahnt, was mich mit der 5 verbindet, Jürgen tappt ganz sicher im Dunklen herum. Ich sage nur: Julian, Dick, Anne, George und Timmy, der Hund. Die meisten Menschen meines Alters wissen sofort, von wem die Rede ist. Die fünf Freunde! Als Kind habe ich die Geschichten von Enid Blyton geliebt. Die englische Kinderbuchautorin, die 1968 in London starb, hat mir unzählige Sternstunden meiner „Lesekindheit“ beschert. Zum Laufen ist es da übrigens nicht weit. Die Zeit, in der alle Fünf Freunde Romane von mir verschlungen wurden, war auch die Zeit der Trimmspirale. Wer erinnert sich noch daran? In der Schule gab es diesen roten Karton zum Ankreuzen und man konnte sich für eine Runde auf dem Trimmpfad oder den Lauf um den Block ein Kästchen abstreichen. Verdammt, wie lange ist das her…

Gestern habe ich etwas sehr Positives festgestellt. Ruhe macht sich im Trainer breit. Ein gutes Gefühl. Da geht es jedem Menschen anders. Wenn große Ereignisse ihren Schatten voraus werfen, findet der eine vor Hektik nicht mehr in den Schlaf, der andere schaltet komplett ab und wieder ein Dritter wird sehr, sehr ruhig. Nr.3, das bin ich. Ungelogen. In punkto Deutschlandsprint ist so gut wie alles getan. Die Kontakte sind geknüpft, das Training ist abgeschlossen, die eigenen Läufer wurden von mir kontinuierlich aus den Tälern der Tränen bis auf die Berge der Freude gescheucht. Jetzt fehlt nur noch der Startschuss und dann warten wir mal ab, was passiert.

In brisanten Situationen auszuflippen und sein Umfeld in einen wild gewordenen Hühnerhaufen zu verwandeln, ist weder konstruktiv noch bringt es verwertbare Ergebnisse zustande. Es ist schwierig ruhig und kühl zu bleiben, wenn um einen herum das Wasser kocht und Blasen schlägt, aber man kann das trainieren. Wie fast alles im Leben. In meinem Job ist es manchmal sogar (überlebens)wichtig auf seine Umwelt wie eine gut dosierte Schlaftablette zu wirken.

                                         TTB5

                      Hier fällt es leicht, einen kühlen Kopf zu bewahren. MTB-Tour auf La Palma.

Gestern Abend stand natürlich noch ein Lauf auf dem Plan. Eigentlich wollte ich mit Petra die 7 x 700 Meter im Marathonrenntempo laufen, aber unsere Marathon-Novizin fühlte sich noch ein bisschen verschnupft. Ich hoffe, das legt sich bis Sonntag. So bin ich abwechselnd mit meiner, vor Ort verfügbaren, in den letzten Jahren(leider) geschrumpften Familie gelaufen. Erst 5 Kilometer mit Kathrin, dann 7 mit Frodo. Kathrin blieb, im Gegensatz zu Frodo, lieb und brav an meiner Seite, dafür war Frodo besser in Form. So hat jeder momentan seine Stärken und Schwächen. Mit dem kleinen Fellknäuel an meiner Seite habe ich noch drei schnelle Kilometer eingelegt. Das lief gut vom Fuß und ich war bei jedem schnellen Schritt gedanklich beim Deutschlandsprint auf der Strecke.

Morgen geht es dann im Konvoi zum Hamburg Marathon. Da sind die Delligser Läufer alte Bekannte. So unterschiedlich diese vielen seltsamen Gestalten im Delligser Trikot auch sind, bei diesen Gelegenheiten sind wir eine große Familie. Und zwar eine, die jede Menge Spaß hat. Ich freue mich schon jetzt auf den Lauf durch die Hafenstadt. Das ganze Drumherum mit eingeschlossen. Wir haben wieder ein paar Busse gechartert, werden quatschen, lachen, uns gegenseitig ein bisschen aufputschen und am Sonntag die Beine in die Hand nehmen.

Gestern Abend habe ich noch mit Dirk Liedtke, unserem Helfer im Bereich Walsrode, telefoniert. Läufergespräch am Telefon, sehr interessant. Einzelheiten, Sorgen, Vorfreude und Spannung wurde da kabellos von Mensch zu Mensch transportiert. Dirk meinte zum Schluss: „Du bist doch zur Zeit sicher völlig im Stress.“ Ich konnte ihm nur sagen, was ich schon erwähnte: „Nein Dirk, bin ich nicht. Es gab Momente vom Dezember 2007 bis letzte Woche, da brannte hier die Luft und ich gleich mit, aber das ist vorbei. Jetzt ist Ruhe eingekehrt, auch in meinen Gedanken. Vielleicht die Ruhe vor dem Sturm. Schauen wir mal…


Thomas Knackstedt    

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