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ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 27.04.2008

Noch 3 Tage. 27. April 2008

www.deutschlandsprint.de

Der Hamburg Marathon 2008 ist Geschichte. Seit vielen Jahren mal wieder ein echter Hitzemarathon in der Hansestadt. Schon beim Start um 9 Uhr über 20 Grad. Während des Rennens stieg die Quecksilbersäule des Thermometers auf 25 Grad im Schatten. Wie sagt Jürgen immer so schön: Tauwetter für Dicke. Aber der Reihe nach:

Gestern Morgen trafen wir uns in Delligsen, beluden die beiden Kleinbusse und machten uns auf den Weg; na ja, fast. Der Trainer hatte seine Startunterlagen vergessen. Schande! Also noch mal schnell nach Hause und im Büro, das aufgrund der Deutschlandsprintarbeit aussieht wie ein Schlachtfeld, alles durchgesucht. Bekanntlich herrscht ja das Genie über das Chaos, also hat Kathrin den Umschlag gefunden.

Drei Stunden später sind wir in Hamburg. Trotz Navi gondeln wir mal wieder orientierungslos durch die Zielstraße. Erst nachdem wir das dritte Mal an dem Industriebau mit satten 8 oder 9 Stockwerken vorbeifahren, erkennen wir, dass es sich dabei um unsere Unterkunft handelt. Positiv zu vermerken ist, dass wir wirklich nah am Messegelände sind, die Unterkunft für eine Nacht mieten konnten und der Preis sehr moderat war. Einziger kleiner Nachteil ist, dass der Bau den Charme einer Uno-Flüchtlingsunterkunft in Rhodesien ausstrahlt; aber da haben wir in den letzten Jahren schon Schlimmeres erlebt. Unsere guten Geister kaufen Lappen, Spülmittel, einen Topf und was man sonst noch so braucht und beginnen ein Großreinemachen in dem Schuppen. Danach ist es wirklich gemütlich. Tewes, Rafael, sein Schwager Bernd und Alisa machen sich auf zum Bundesligaspiel Hamburg gegen Schalke, wir anderen fahren zur Messe.

Als wir zurückkommen ist die U-Bahn-Haltestelle total verstopft von Fußballfans. Ich tippe im Durchschnitt auf 2,3 Promille pro Fan. Hamburg hat verloren, ein schlechtes Omen für Tewes. Wir stehen fast eine halbe Stunde im Menschengedränge und es ist wirklich zum K…Karsten und ich kennen diese Situationen aus Zig-Polizeieinsätzen und auch hier gibt es natürlich Stress. Schlägereien, Pöbeleien, das Übliche. Für meine Läufer tut mir das leid, denn darauf kann man wirklich verzichten.

Abends gibt es Nudeln satt und der Doktor und Jürgen genehmigen sich einen Rotwein. Die Beiden lassen es sich verdammt gut gehen. Ich gönne es ihnen. Petra und auch Bernd wirken sehr angespannt vor ihrem ersten Marathonstart. Ich denke am Abend schon daran, dass es warm werden kann, sehr warm…sage aber nichts.

Um 6 Uhr ist die Nacht zu Ende. Jürgen und Rafael holen Brötchen von der Tanke. Die hatten wir am Abend vorher bestellt, aber natürlich hat die Übergabe des Bestellzettels nicht geklappt. So kaufen unsere Jungs sämtliche Backwaren der Auslage. Nettes Frühstück. Bis zum Start läuft dann alles reibungslos und ich quetsche mich mit Petra in den Startblock H. Für mich ziemlich abenteuerlich. So weit hinten bin ich noch nie gestartet. Nach dem Startschuss machen sich unsere schnellen Jungs vorn auf den Weg. Während sie, trotz der schwierigen Verhältnisse, um den Kreisrekord in der Mannschaft kämpfen, sage ich bei Kilometer 15 zu Petra: Den Kreisrekord können wir knicken, es ist einfach viel zu warm. Petra hat kurze Zeit später Seitenstiche und wir büßen satt Zeit ein. Erst bei Kilometer 25 wird es besser und es dauert noch bis Kilometer 30 ehe wir endgültig wieder im Rennen sind. Die letzten Kilometer fallen Petra schwer, aber sie schlägt sich wacker und ist dabei den gesamten Kurs durchgelaufen. Kurz vor dem Ziel muss ich mir noch anhören: „Mir ist so schlecht.“ Ich wische das mit einem: „Heb dir das bitte fürs Ziel auf.“ Petra macht genau das und wir sind nach 4:15 Stunden im Ziel. Es gibt wieder eine Marathonläuferin mehr in Delligsen.

                                       TTB3

                                            Es war hart, aber sie hat es geschafft. Petra im Ziel.

Die 3 steht heute natürlich für unsere Mannschaft. Jörn läuft eine hervorragende 2:39 Stunden und ist damit unter den deutschen Läufern auf  Platz 14. Rafael folgt überraschend mit einer Glanzleistung von 2:42 Stunden und Tewes wird von der Hitze bei Kilometer 34 regelrecht „abgeschossen.“ Er braucht 2:43 Stunden. Das sind bei den Deutschen die Plätze 23 und 26. Die drei Jungs verfehlen den Kreisrekord um 50 Sekunden. Schade. Karsten ist nach 2:46 Stunden im Ziel, eine gute Zeit, wenn man seine Vorbereitung kennt. Das kleine Delligsen dürfte damit als Mannschaft in Hamburg ganz weit vorn gelandet sein.

Achim kann sein Halbmarathontempo nicht halten und ist nach 3 Stunden und 50 Sekunden im Ziel Eine tolle Leistung. Tewes Schwager Bernd wird von der Hitze ebenfalls ausgebremst und braucht 4:04 Stunden. Wichtigstes Fazit: Niemand hat sich verletzt, alle meine Läufer sind fit für den Deutschlandsprint.

Auf der Rückfahrt wird dieses Mal nicht viel erzählt. Ich fahre den Bus und sehe im Rückspiegel einen Haufen von völlig fertigen Gestalten, die fast ausnahmslos eingeschlafen sind. Ein Marathon bei dieser Hitze ist kein Pappenstiel. Mit den gezeigten Leistungen bin ich überaus zufrieden. Viel mehr war heute nicht zu machen; ganz im Gegenteil. Wieder zu Hause klingelt das Telefon in einer Tour und ich lege es erst Mal zur Seite. Schließlich muss das Tagebuch noch ins Netz.

 

Thomas Knackstedt
itzHi

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