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ThomasKnackstedt

Deutschlandsprint Countdown Tagebuch

Von ThomasKnackstedt am 29.04.2008

Letzter Tag. 30. April 2008

www.deutschlandsprint.de

Aus…Ende…Finito…Vorbei. Geschafft! Ich will ehrlich sein, ich habe ein bisschen geschummelt und diesen Text schon gestern an- bzw. vorgeschrieben. Wenn ihr das lest, bin ich bereits im schönen Bayern und vermutlich ziemlich aufgeregt. Zusammen mit Tewes, Karsten, Besi und Ari bin ich auf die Reise gegangen. Nach einem echten Hektiknachmittag. Um 14 Uhr musste ich das Telefon zur Seite legen, es war schon fast festgeschweißt in meinen Pfoten. Ich bin in den Keller gewankt, habe meine Laufschuhe angezogen und bin 45 Minuten gelaufen. Soll das Telefon doch klingeln, oder das Emailfach überlaufen, ich musste einfach raus, sonst wäre ich geplatzt. Einem Läufer brauche ich das Gefühl nicht erklären, der weiß genau, was ich meine. Nach ein paar Kilometern, nur mit meinem Atem und Herzschlag als Begleitern sah die Welt plötzlich um Klassen besser aus.

Wieder zu Hause ging, welch ein Zufall, das Telefon. Herr Olschewski? Kenne ich nicht. NDR Fernsehen. Ach so. Da war dann auch der Rest des Nachmittags gelaufen. Es ist einfach komplett irre. Da rackerst und ackerst du dich mit dem Team durch die Vorbereitungen zum Deutschlandsprint und hoffst und machst und tust, aber irgendwie klappt nicht alles so, wie man dachte. Jetzt, einen Tag vor der Abfahrt, meldet sich der NDR und will uns ins Fernsehen bringen. Ich freue mich für unsere Sponsoren; die hatten den richtigen Riecher! Herr Olschewski möchte uns groß und gut als Reportage. Perfekt! Wir sprechen Einzelheiten ab, deren Sicherheit natürlich völlig von unserer Laufleistung abhängt. Es wird zwei Hauptdarsteller geben, lasst euch mal überraschen. Ich glaube, wir haben eine gute Wahl getroffen. Ein Läufer soll verkabelt werden. Wenn das unangenehm, schwer und kratzig wäre, hätte ich Jürgen ausgesucht, aber diese neuen Sender sollen ganz leicht und komfortabel sein; schade.

                                      TTB0

                        Hamburg, 6 Uhr. Die Läufer meiner Lieblingsmannschaft beim Frühstück.

Zum guten Abschluss muss die 0 stehen. Alter Fussballspruch, wird im übrigen Frank Rost zugeschrieben. Man munkelt ja zurzeit, dass der Spruch beim HSV falsch verstanden wurde und die Mannschaft das vorn versucht. Hoffentlich liest Tewes nicht, was ich hier schreibe.

Gestern habe ich ja Einser verteilt. Das wäre auch locker noch ein paar Seiten weiter gegangen, heute schiebe ich noch ein paar Nullen rüber. Damit ist nicht die Steigerung von Eins gemeint. Versteht das bitte nicht, als Nachkarten, Rache oder bittersüßer Kritik; nein, ganz und gar nicht. Aber es muss einfach mal raus, auch ohne böse Worte.

Wäre vorher bekannt gewesen, dass der NDR mit einsteigt, wer weiß, welche Sponsoren man noch hätte auftun können. Schon so ist das Spendenkonto fürs Elternhaus prall gefüllt, aber jeder Euro mehr wäre willkommen gewesen. So zierten sich manche ins Auge gefasste Sponsoren wie die sprichwörtliche Jungfrau vor der Hochzeitsnacht.

Bei der schreibenden Zunft war das nicht ganz so. Da war fast überall Interesse vorhanden und wir wurden richtig gut behandelt. Die Regionalzeitungen, die Running und Marathon und Mehr möchte ich hier als positive Beispiele nennen. Ausnahmen bestätigten auch hier die Regel. Einer der größten Laufgurus stempelte uns als Dilletanten ab. Das tat zwar nicht richtig weh, aber der Anschein gnadenloser Intoleranz berührte uns schon. Da waren mir dann schon die Magazine lieber, die sich gar nicht rappelten.

In den Foren waren wir auch ein Thema. Von überschäumender Begeisterung bis zum müden Lächeln war alles vorhanden. Mein Lieblingsbeitrag war der eines Läufers, der meinte: „Na ja, 4:20 Minuten auf den Kilometer ist ja nun nicht wirklich schnell“ und in dessen Profil man lesen konnte, dass er eine Marathonbestzeit von 3:30 Stunden hat. Da hätte ich wirklich fast in die Tastatur gebissen.

Aber lasst euch alle keine grauen Haare wachsen, wir vergeben jedem Kritiker. Vielleicht haben sie ja auch Recht und wir haben wirklich nichts drauf. Das wird sich zeigen. Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht, für euch die Vorbereitungen zum Deutschlandsprint zu veröffentlichen. Und wenn ich sehe, welche Unterstützung dabei für das Elternhaus herauskommt, stecke ich auch gern ein paar Verrisse ein. Zum Schluss bleibt mir nur zu sagen: Danke an alle Leser. Wir werden morgen alles geben, um den Deutschlandsprint zum Erfolg zu rennen. Vielleicht geht alles schief, aber wir werden es probieren. Dabei denke ich immer an meinen Lieblingsspruch aus der Marlboro-Reklame: „Wenn du wissen willst, welches Pferd schneller ist, gibt es nur eins: Du musst es ausprobieren!“ Probieren wir es halt…

 

Thomas Knackstedt

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