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ThomasKnackstedt

Lückenfüller

Von ThomasKnackstedt am 19.10.2008

Irgendwie scheint ja so ein wenig die blogfreie Zeit bei meinsportplatz ausgebrochen zu sein. Ehe es gar nichts mehr zu lesen gibt, stelle ich einen Artikel ein, der bei uns vor einger Zeit in der Regionalpresse erschienen ist. Das war zu der Zeit, als Erik Zabel und Rolf Aldag ihren Dopingmißbrauch gestanden haben. Die Zeit ist bis heute nicht stehen geblieben. Die Kolben der Spritzen im Radsport leider auch nicht. Wer also ein bisschen Lesestoff mag: Bitte schön. In der Vorschau des Berichts sehe ich ca. 1 Million Steuerzeichen abgebildet. Sollte das im Original auch so rüberkommen: Sorry, das scheint ein technisches Problem der Website zu sein.

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Neue Helden

Ich habe noch ein Jan Ullrich-Poster in meiner Fahrradwerkstatt an der Wand hängen. Das werde ich jetzt wohl abnehmen. Meine alten Helden existieren nicht mehr. Wäre es nur Ullrich…ich hätte seinen Platz auf dem Sockel einfach neu besetzt. Aber der Palast meiner Sportheroen ist in sich zusammengestürzt, hat alle Exponate und Erinnerungen unter Schmutz, Lügen und Betrug begraben.

Ich weiß, was es bedeutet 10.000 Kilometer im Jahr mit dem Rad zu fahren, oder 4000 Kilometer zu laufen. Ich bin Radrennen über 200 Kilometer Länge gefahren und am Stück 100 Kilometer gegen die Uhr gelaufen. Meine Ergebnisse waren für mich befriedigend, im Gesamtkontext gesehen jedoch eher bescheiden. Wenn ich dann die Leistungen der Ullrichs, Armstrongs oder Baumanns sah, löste das stets grenzenlose Bewunderung in mir aus. Und es waren nicht nur die Zeiten. Es waren die Rennen, die Siege, die phönixgleichen Aufstiege und heldenhaften Kämpfe um die Kronen des Sports. Als dann die Zweifel aufkamen, waren natürlich die ganz Großen betroffen. Da, wo die Leistungen ins übermenschliche stiegen, fragten wir uns plötzlich: Wie konnten wir das glauben? Für solche Fälle hatte ich meine Alternativhelden. Jens Voigt, Udo Bölts,  Rolf Aldag und natürlich Erik Zabel. Die erbrachten die nachweisbaren, menschlichen Leistungen; waren nicht in der Lage drei Wochen lang jeden Tag über den Zenit zu gehen. Einzelne Etappensiege, Sprinterfolge oder einfach nur ein guter Tag in einer Ausreißergruppe. Das konnte, ja das musste doch einfach mit rechten Dingen zugehen. Dazu die Interviews von Jens Voigt oder Erik Zabel. Da „menschelte“ es an allen Ecken und Enden, dass es eine Freude war. Und jetzt das!

Ich habe Hochachtung vor dem Mut von Erik Zabel und Rolf Aldag so an die Öffentlichkeit zu treten. Dafür haben sie meinen Respekt. Aber wissen sie eigentlich auch, was sie mir,  und Tausenden anderer Fans, angetan haben? Die Nachmittage 96 und 97 vor dem Fernseher, die Freude über jeden Sieg, das Wunder in Andorra, das Leid, einem Armstrong nicht gewachsen zu sein. Wir haben Radsport gelebt, jeden verdammten Tag der Tour de France, des Giro oder der Vuelta. Unsere Emotionen waren ehrlich, sauber, aufrichtig. Heute sind sie nichts mehr wert. Wir möchten sie am liebsten von der Festplatte in unserem Kopf löschen. Ihr habt eure besten Freunde belogen und betrogen. Habt denen, die bedingungslos an euch geglaubt haben, den Boden unter den Füßen weggezogen. Kann man das verzeihen?

Ich werde jedenfalls das Ullrich-Poster abhängen und umdenken. Ich suche mir neue Helden, bei denen ich auf der sicheren Seite bin. Menschen, die ich kenne. Vielleicht hänge ich mir Fotos von meinen Freunden Jörn, Karsten oder Tewes auf. Das sind zwar keine Sporthelden und werden das auch niemals werden, aber die wissen, was es heißt, über Monate diszipliniert, entbehrungsreich und hart zu trainieren. Die laufen hervorragende Zeiten und brauchen dafür unterwegs nur eine Apfelschorle oder einen Müsliriegel. Ganz sicher! Ich könnte noch ein Foto meines Kumpels Blecki dazuhängen. Der ist auf dem Rad raketenschnell, obwohl er nicht mehr der Jüngste ist. Der hängt mich an jedem Berg ab, dass ich nur staunen kann und…nimmt der irgendetwas? Wenn wir zusammen sitzen vielleicht mal ein Glas Rotwein, oder auch zwei. Das war es dann aber auch. Dazu noch ein Foto von der Schwimmtruppe aus unserem Ort. Eine Menge junger Leute, die mit Fleiß und harter Arbeit in die Bestenlisten des Landes schwimmen. Und noch ein Foto eines Bekannten, der überhaupt keine Wettkämpfe bestreitet. Der läuft nur ab und zu, um seine Pfunde in den Griff zu bekommen. Wenn ich ihn begleite, stelle ich jedes Mal fest, dass er sich dabei noch viel mehr quälen muss, als ich. Auch das verdient meine Hochachtung.  Wenn dann noch Platz ist, kommt ein Foto von Sabine dazu. Die kann nach zwei Operationen zwar momentan nicht laufen, aber bei ihr habe ich gelernt, was es heißt mit dem ganzen Herzen Sportler zu sein. Mit Anstand, Moral, Ehrlichkeit und jeder Menge Fleiß in seinem Sport so weit nach vorn zu kommen, wie es nur geht.

Das sollen meine neuen Helden sein. Für heute; vielleicht für immer. Ein Foto von mir kommt nicht dazu. Da sollte es reichen, wenn ich in den Spiegel schauen kann, ohne mich zu schämen. Das ist mehr wert, als jede noch so gute Zeit.

Und Erich Zabel…jedes Ende birgt die Chance für einen neuen Anfang. Meine neuen Helden müssen nicht perfekt sein. Sie müssen auch nicht immer Sieger sein. Sie sollen ihren Sport lieben, ehrlich sein, an mich denken, wenn sie auf der Strecke sind. Sie sollen alles geben, was in ihnen steckt. Nicht mehr und nicht weniger, dann will ich zufrieden sein. Eine zweite Chance gewähre ich jedem. Also Erich, Rolf, Udo oder auch Jan: Lasst diese Chance nicht verstreichen. Denkt an die Menschen, die an euch glaubten, die mit euch weinten und lachten. Enttäuscht sie bitte nicht ein zweites Mal…

                            Thomas Rad

 

Thomas Knackstedt

 

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