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Ernie und Bert in meinem Kopf

Von dasmuli am 06.12.2011

Hallo liebe Läuferinnen und Läufer.

Heute, am Nikolaustag wurde der erste 10Km Volkslauf im Nachbardorf (Montuiri) ausgetragen.

Bombenwetter und über 260 Anmeldungen waren eigentlich eine tolle Voraussetzung für ein tolles Laufevent.

Zusammen mit einigen anderen Läufern aus unserm kleinen Nest, sind wir recht früh aufgebrochen um ganz in Ruhe die Startnummer holen zu können und uns warmlaufen zu können.

Montuiri ist wirklich ein recht kleines Dorf an und auf einem Hügel errichtet. Dies lässt den Schluss zu, das die Strecke auch recht hügelig werden könnte.

Pünktlich um 10:30 ging es los. Und nach nur 500m kam auch schon der erste Hügel hoch ins Dorf und auf der anderen Seite wieder herunter. Um es kurz zu machen, verlief die ganze Strecke nach diesem Prinzip ab. Rauf und runter.

Beim Warmlaufen sind wir dem Kurs entgegen gelaufen und haben gesehen, dass bei Km 9,5 noch ein letzter, sehr steiler Hügel zu erklimmen ist und es dann nur noch bergab bis ins Ziel geht. Meine Energieeinteilung hat dieses Mal hervoragend geklappt. Keine Seitenstiche meldeten sich und die Atmung hatte ich auch noch unter Kontrolle.

Am Fuss des Hügels habe ich dann ordentlich mit den Hufen gescharrt und bin beim Bergauflaufen an einigen Läufern vorbei. Das war auch fürs Ego recht gut. Und ab jetzt sollte es nur noch mit Vollgas ins Ziel gehen. Auf den letzten 300m lief ein Läufer ca. 10m vor mir her und in meine Kopf sagte eine Stimme: den kriegen wir auch noch !

Doch da gab es auch noch eine zweite Stimme die sagte: ach, wofür denn das.

"...der ist leichte Beute, der hechelt noch mehr wie wir :-)

"Ins Ziel kommen wir auch ohne den noch zu überholen"

Und so ging das bis zur Ziellinie.

Ich konnte es nicht glauben. Wie kann man sich denn für etwas entscheiden und der gleiche Kopf findet ständig Gründe (oder Ausreden) es doch nicht zu tun ?

Habe ich einen "kleinen Mann im Ohr" ?

Oder erlauben sich Ernie und Bert da einen Spass ?

So etwas ist mir eigentlich noch nicht passiert und ich kann auch nicht aufhören darüber nach zu denken.

Oder es fehlt an "Willenskraft" ? Doch die Entscheidung es doch zu tun war doch da.

Eine merkwürdige Sache , das mit dem Kopf.

Immer mehr unterstütze ich die Aussage " man läuft einen Wettkampf auch zu einem grossen Teil mit dem Kopf".

Aber wenn der sich nicht einig ist was er nun will ?

Kommentare

sorry muli, dass du diesmal nur ein Herzchen und keinen kommentar bekommen hast. steh grade ein bisschen unter Strom- hab bei der Arbeit Hauptsaison ;) lese deine Blogs sehr gerne und bin echt gespannt ab wann du dich umnennst zu dasrennpferd....

"Mach weiter so, der Viererschnitt will endlich geknackt werden." .....von Efah

 

Ja mein Lieber, das ist für mich wirklich eine magische Zahl geworden. Doch es gibt da auch noch die 4:30 und die 5:00 ..als magische Zahlen.

Mit der 4:30 beschäftige ich mich am kommenden WE - mal sehen wie es wird. Einen Hasen haben wir bereits, welcher ins "ziehen" wird. Er läuft das nur so als Trainingslauf - na Bravo.

An den Gedankenspielen muss ich wirklich noch arbeiten. Der Tipp mit dem "vorher entscheiden wie wichtig der Lauf ist" ist schon ein sehr guter Ansatz dazu und wird mir am WE bestimmt helfen. ...Ich werde berichten wie es gelaufen ist und ob wieder das Kopfkino dabei war.

Danke Euch allen für die Kommentare !

Hallo Muli,

 

zunächst mal ein herzliches Danke für diesen tollen Bericht. 

Meiner Erfahrung nach, kommt die zweite Stimme nicht vom Kopf, sondern vom Körper. Dieser will nur aufhören, die Qual beenden, sich schützen.

Doch das kenne ich bereits aus allen harten Trainingseinheiten. Ich mache dann immer einen Deal. Bis zum Ziel bekommt der Kopf was er will, danach wird auf den Körper gehört.

Entscheidend ist natürlich, welche Grundeinstellung Du zu diesem Wettkampf hast. Willst Du unbedingt, unter allen Voraussetzungen, Deine Bestzeit schlagen, oder ist das Ergebnis zweitrangig, weil der Spass im Vordergrund steht. Demnach entscheide ich "VORHER" welcher Stimme ich Gehör schenke. Danach wird nicht mehr diskutiert.

Diese Grundsatzentscheidungen müssen wir doch täglich in vielen Situationen treffen. Lass ich mich hängen, gebe ich auf oder nach, oder reiß ich mich zusammen. Die letzten 10 Prozent Energieeinsatz bringen 80 Prozent Ergebnis (meine Philosophie). Trainiere ich dieses Durchhaltevermögen, dieses Durchbeißen beim Laufen kann ich dies auf alle anderen Lebensbereiche übertragen.

Ein Wettkampf ist ein Wettkampf, gegen sich und andere. Sonst kann ich im Wald für mich alleine laufen. In diesem Punkt habe ich eine andere Meinung als Thommy. Wenn mich jemand auf der Zielgerade überholen will, kann ich auf Energien zurückgreifen, die sonst nicht vorhanden sind. Manchmal kann ich dann den Angriff erfolgreich abwehren, manchmal gewinnt der andere. Auf jeden Fall werden wir uns danach in die Arme fallen und uns für diese Herausforderung bedanken. Denn letztendlich haben wir beide davon profitiert und unsere Grenzen erfolgreich verschoben. So habe ich schon viele Lauffreundschaften gegründet.

Genau das ist es, was ich am Wettkampf so liebe.

 

Mach weiter so, der Viererschnitt will endlich geknackt werden.

 

Hallo Muli, Beim Rennsteiglauf hatte ich beim Zieleinlauf einen älteren Herren vor mir und dachte" wie sieht das denn aus wenn du dir einen abkrampfst und ihn noch überholst. Hatte mir unter 5h vorgenommen. Rausgekommen sind 5:00:03. auch doof,ja mein schatz gollum, den holen wir uns, warum? Mißt hätt ich doch grüße Traumboot

Besser als Bernie und Ert im Kopf ;-)

http://www.youtube.com/watch?v=Ry1Fvkd333A

 

 

Soll ich Dir was sagen......? ..........ja mach ich........Du hast das genau richtig gemacht.

Du läufst nicht gegen andere ( das machen nur ganz wenige ) sondern letztendlich nur gegen Dich selbst.

Mir geht das übrigens seit dem ich RUNWALKRUN mache absolut genauso. Ich achte pinibel darauf defensiv zu laufen aber mich trotzdem zu steigern.

 

Du benutzt das Laufen nicht für Dein EGO sondern weil es Dir Spaß macht. Perfekte Situation denke ich.

Ich habe mal bei einem 10 KM Lauf mir auf den letzten Metern die Lunge raussgerissen , nur um jemanden noch zu überholen. Hinterher habe ich mir gedacht was für ein Depp ich doch war. Unter dem Motto der letzte hat den vorletzten überholt und brüstet sich damit.

Ich werde immer in meinem Leben als einer der letzten einlaufen, aber ich versuche die Distanz als meine Motivation zu nehmen.Je länger die Distzanz hat desto mehr ist der letzte Platz für mich wert.

Sieh die Sache so : " Ich habe die Größe jemanden sein Erfolgserlebnis zu erhalten indem er gemerkt hat das Du ihn nicht überholen (wolltest ) konntest. Er ist glücklich und Du bist reif !

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