MeinSportplatz
Umfrage_2018

deschbeck

Eine magische Grenze fällt

Von deschbeck am 20.07.2009

Am Samstag war es soweit, der heimatliche Volkslauf stand auf dem Programm. Wie es meistens bei den Läufen vor der Haustür ist, nimmt man sich besonders viel vor. Schließlich will man ja vor Freunden und Bekannten gut aussehen ;o) Auch ich hatte mir einiges vorgenommen, ich wollte die magische Grenze von 45 min über 10km knacken. Mit diesem Ziel vor Augen hatte ich auch ein leichtes tapen vor dem Wettkampf gemacht, dieses mache ich eigentlich nie vor einem 10er. Da das aber eine Verbesserung der Bestzeit von 1 Min bedeutet, mussten besondere Maßnahmen her.

 

Um 16.45 Uhr war Start für den 10er und ich fuhr um 14 Uhr los um mir die Jugendläufe und den 5er anzugucken. Aber auch der einzigartige 1000m Mannschaftsverfolgungswettbewerb, der ein Spaßwettbewerb ist, ist schön anzuschauen. Angekommen habe ich mir erst einmal die Startunterlagen abgeholt und dann wurde ein bischen an der Strecke geschlendert und mit Bekannten und Freunden ein Pläuschen gehalten. Beim 5er hat man schon gesehen das sich die kleine Streckenänderung auszahlt und die Strecke noch schneller geworden ist. Die ersten 3 liefen deutlich unter 16:30 min. Dadurch keimte natürlich Hoffnung bei mir auf, das ich mein Zeil auch erreichen würde.

 

1 Std. vorm Start begann dann mein Aufwärmprogramm. Aber was ist das? Zwicken in der Wade, schwere Beine und das Knie fühlt sich auch irgendwie komisch an. Ich dachte mir nur, egal Markus Du bildest Dir mal wieder nur etwas ein, schließlich hattest Du schon des öfteren bei einem Dir wichtigen Wettkampf das Gefühl das etwas nicht stimmt. Nach ein paar Minuten einlaufen war dann das Gefühl von Zwicken weg, nur noch die Beine fühlten sich etwas schwer an. Um 16.30 Uhr, pünktlich zum Start der Bambinis, goss es auf einmal wie aus kübeln. Den kleinen Döpken machte das aber überhaupt nichts aus, denn es wartete ja ein Eis auf sie im Ziel und davon hätte sie nichts abhalten können. Nach 5min regen war es dann aber auch schon wieder vorbei und ich war wieder einmal froh das ich für das aufwärmen andere Klamotten anhabe. Also Wettkampfdress und Schuhe an und ab zum Start.

 

Am Start war dann mal wieder das übliche treiben, die "wenig" Läufer wissen nicht genau wo sie sich hinstellen sollen und die "dauer" Läufer versuchen eine gute position zu bekommen. Leicht verspätet viel dann der Startschuss. Gegenüber sonst musste ich auf den ersten metern so gut wie keine(n) überholen. Was ist das dachte ich mir, haben die sich alle gut eingeschätzt oder ist das Feld so stark besetzt?! Bei KM 1 der Blick auf die Uhr, uff 4:09 Min, ich dachte mir hoffentlich rächt sich das nicht und trat sofort auf die Bremse. Trotz der Tempoverlangsamung schloss ich zu der Gruppe vor mir auf, dort orientierte ich mich an eine sehr schöne weibliche Rückansicht ;o), die auf mich den lockersten Eindruck der Gruppe machte. Auf den nächsten Metern viel dann auch einer nach den anderen aus der Gruppe heraus und ich war bei KM 2 nur noch mit der jungen Dame alleine unterwegs. Die Zeit war unter 4:30 und eigentlich immer noch zu schnell. Jetzt kam die Stelle wo eine ganz leichte aber stetige Steigung ist (eigentlich kann man das gar nicht Steigung nennen, aber bei der vierten Runde habe ich sie dann doch gemerkt). Nach der sogenannten Steigung ging es dann am Zielbereicht vorbei wo wir begeistert angefeuert wurden. Der Blick bei KM 3 auf der Uhr war über 4:30 Min. Die junge Dame hatte mittlerweile Ihre lockerheit verloren und ich musste handeln. Auch wenn das Single Männerherz nur schweren Herzens diesen Entschluss fassen konnte ;o), so konnte es nur heißen, Tschüss hübsche junge Dame. Auf den nächsten KM lief alles nach Plan und ich lief relativ genau die 4:30 Min. Das Problem war nur, nach vorne kam ich nicht ran und von hinten kam auch keiner und somit lief ich alleine. Bei KM 6 bekam ich einen Hänger (vielleicht war es auch der Hunger ;o)). Hier schoss auf einmal der Geruch von gerilltem in meine Nase und ich dachte nur wie gerne ich jetzt eine Grillwurst hätte. Im Zielbereich vorbei laufend wurde ich noch einmal von meinem besten Kumpel angefeuert und auf die letzte Runde geschickt. Auch der Mann am Mikro nannte mich beim Namen und erzählte auch noch wie locker das bei mir aussehen würde. Das beflügelte natürlich, aber wenn der wüßte wie kaputt und gar nicht locker ich mich fühlte. Bei KM 8 war dann die Zeit schon wieder zu langsam 4:35 Min, wie schon die beiden KM davor viel zu langsam und die magische Grenze war in Gefahr. Mist dachte ich mir, sollte sich jetzt doch der erste KM rächen? Nix, reiß Dich zusammen Markus und hol noch einmal alles raus und laufe unter die 45 Min, sagte ich zu mir. Ich merkte wie ich näher zu den Läufern vor mir aufschloss was für meine Psyche richtig gut war, schließlich war der Abstand seit Kilometern konstant. KM 9 kam und endlich wieder unter 4:30 um genau zu sagen 4:25 Min. Geht doch dachte ich mir und jetzt noch das letzte mal die sogenannte Steigung durch drücken und dann ab ins Ziel. Die Beine wurden immer schwerer und so langsam überholte ich doch noch den einen oder anderen Läufer. Dann bog ich auf die Zielgerade ein, mein bester Kumpel brüllte mich an das ich Gas geben sollte die 45 Min würde ich packen. Ich blickte auf die offizielle Uhr und sah 44:30 Min darauf. Noch einmal alles gebend rannte ich die letzten Metern. Kurz vor der Ziellinie war klar das ich deutlich unter die 45 Min bleibe. Voller Freude riss ich die Arme im Ziel hoch, die Zeit 44:47 Min.

 

Im Zielbereich gönnte ich mir sofort ein paar Wasser und auch ein leckeres Erdinger Alkolfrei. Irgendwie fühlte ich mich gar nicht so erschöpft wie es sich unterwegs anfühlte. Mein bester Kumpel kam dann auch schon und beglückwünschte mich zu der Leistung. Wir quaselten noch eine Weile mit den einen oder anderen Läufer bzw. Läuferin. Mittlerweile war auch die Sonne heraus gekommen und somit war es für mich ein perfekter Läufertag. Zu Hause angekommen merkte ich wie erschöpft ich doch wirklich war, aber egal, duschen anziehen und dann feiern gehen. Das hast Du Dir heute verdient Markus.

 

Gruß

deschbeck

Kommentare

Gratulation zu der Traumzeit!

deine Gefühle kann ich absolut nachvollziehen, denn mir ging es beim Stadtlauf in Ulm auch so, als ich unter 50 min geblieben bin!

Gruß Andy

Danke für die Glückwünsche :o)) Hmmm, die nächsten Ziele. 7min pro Meile hört sich nicht schlecht an, aber mein nächstes Ziel ist kein Zeitziel. Ich möchte einen Marathon laufen (11. Oktober München) aber auch hierfür habe ich mir ein Zeitziel gesetzt, 4 Std. Ich möchte zwar auf 3:30 anlaufen, aber wenn es nicht klappt ist es halb so wild. Nur bin ich mir nicht so sicher ob ich das wirklich hin bekomme. Habe in der letzten Woche den Trainingsplan erstellt und ich habe festgestellt das ich im September evtl. große Probleme mit dem Training haben könnte da enormer Zeitengpass. Ich werd es versuchen, aber nicht auf biegen und brechen. Nächstes Jahr findet der M in München ja immer noch statt ;o))

Ohja... meine erste unter-45 war auch aehnlich. Herzlichen Glueckwunsch. Ein langer Text, der kurzweilig zu lesen war.

Was ist Dein naechstes Ziel... so wie sich das anhoert sind die magischen 7min pro Meile (43:20) ja nicht mehr fern.

Aber Hallo,
auch von mir einen herzlichen Glückwunsch zum knacken der magischen Grenze....
Was sind die nächsten Meilensteine ;-)

Auch von mir, viele Grüsse aus dem Süden
Nico

Solche Zeilen motivieren immer wieder, herzlichen Glückwunsch

Traumboot

Fantastisch geschrieben! Gänsehautfeeling pur!!!! ich gratuliere dir von ganzem Herzen zu deiner wohlverdienten persönlichen BESTZEIT!!!

grüßle aus dem "wilden Süden"

traudl

» Alle Kommentare
» Kommentar-RSS-Feed

Zum Kommentarschreiben anmelden or registrieren