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deschbeck

Der doppelte Versuch

Von deschbeck am 14.09.2010

Wie das so ist mit steigenden Leistungsniveau, ist man auch schneller unzufrieden. Obwohl in diesem Jahr auf den 3 Distanzen 5, 10 und HM Bestzeiten erzielt wurden bin ich bis auf die HM Zeit (1.38.53) überhaupt nicht zufrieden.

 

So kam es das ich in der Wettkampfarmen Zeit im August mein Training von Pulsorientierten auf Geschwindigkeitsorientierten Training umstellte. Mir war klar das ich dadurch nicht sofort Bäume ausreißen würde, aber im laufe des Herbstes sollten sich schon Erfolge abzeichnen können.

 

Am letzten Wochenende waren bei uns in der Nähe 2 Läufe wo ich eine Standortbestimmung haben wollte. Ich wollte meine 5km Zeit unter 21 Min. drücken und dafür meldete ich mich für 2 Läufe innerhalb von 40 Std. an. Da ich noch nie 2 Wettkämpfe an einem Wochenende gemacht habe, war ich neugierig wie ich das wohl verpacken würde. Dachte mir aber auch, bei einem wirst Du schon die 21 Min. packen.

 

Am Freitag war es dann um 19 Uhr soweit, Start über 5km bei Xantener Citylauf. Ich guckte mir im Vorfeld das Starterfeld an um nach jemanden zu suchen der in meinem Leistungsbereich ist und suchte mir eine junge Dame aus die bei den letzten beiden Wettkämpfen eine 21er und eine gute 20er Zeit gelaufen war.

 

Obwohl über 200 Starter sah ich sie am Start und ich sortierte mich kurz hinter ihr ein. Ich stand in der 3 Startreihe und somit wußte ich das ich zumindestens am Start mir keinen großen Zeitverlust einhandeln werde. Zu laufen waren 3 1/3 Runden und bevor ich mir die Zwischenzweiten noch errechnen konnte (es kamen keine KM Schilder) viel auch schon der Startschuß. Peng und schon ging die Post ab. Die junge Dame im Blick ging es durch die ersten Kurven und nach gefühlten wenigen Sekunden kamen wir das erste mal an der Zielgeraden vorbei. Das Tempo fühlte sich gut an und ich hatte mein "Zugpferd" immer gut im Blick. Die erste "richtige" Runde fühlte sich immer noch gut an und bald kam schon wieder der Ziel Bereich. Dieses mal konnte ich ohne großes Rechnen auf die Uhr schauen, denn es waren genau 2km. Uff dachte ich mir, als ich auf die Uhr schaute 7:40 Min bei KM 2. Ich trat sofort auf die Bremse, denn mir war klar das Tempo wirst Du nicht lange halten können. Mitte der 2 Runde merkte ich es dann auch deutlich, die Beine meldeten sich und wie. Als ob das in ganz Deutschland befindliche Blei dort dran gehangen wurde. Ich reduzierte weiter das Tempo und mein unwissendes "Zugpferd" war schon nicht mehr zu sehen. Die 3 Runde: Ein Kegelbruder war mit seinen Söhnen an der Strecke und feuerte mich auf der letzten Runde dann noch mal richtig an und ich sagte mir, komm irgendwie mußt Du die letzten 1,5 km noch hin bekommen. Ich hörte schon wieder den Moderator und es war für mich nur noch ein Kampf gegen meine Beine. Die Beine wollten aufhören zu laufen, aber ich wollte die 21 Min Grenze knacken. Also befahl ich meinen Beinen immer wieder weiter zu laufen. Endlich ist sie da die Zielgerade, ich kann die Uhr sehen und weiß endlich das es klappen wird. Völlig fertig aber glücklich erreiche ich das Ziel in 20 min 56 Sek. Trotz des viel zu schnellen Beginns hat es am Ende doch noch gereicht, Bestzeit um 30 Sek. verbessert. Übrigens mein "Zugpferd" lief eine mittige 19er Zeit. Also habe ich mir da wohl doch nicht das ganz richtige "Zugpferd" heraus gesucht ;o)

 

Wie heißt es so schön, nach dem Rennen ist vor dem Rennen. Also lief ich am Freitag abend dann gemütlich 20 Min aus um für Sonntag morgen wieder Fit sein. Am Samstag war dann auch noch mal 5,7km in gemütlichem Tempo angesagt.

Am Sonntag morgen fühlte ich mich nicht wirklich in Bestform, das Gefühl von einem leichten Schnupfen kam auf. Wirst Du wirklich krank, oder spielt Dein Kopf nur wieder verrückt dachte ich mir. Ich bemaß dem Gefühl keine große Aufmerksamkeit und fuhr dann zu einem kleinen liebevollen Volkslauf direkt um die Ecke. Heute wird ein ganz anderes Rennen sein. Es werden "nur" ca. 40 Starter da sein und wenn überhaupt nicht viele lokale Asse. Beim Einlaufen merkte ich das meine Beine mir immer noch den Freitag übel nahmen, aber es gab kein zurück da mußten sie jetzt durch. Am Start stellte ich mich direkt mit in der ersten Reihe und wen erblicken meine Augen, richtig, mein "Zugpferd" vom Freitag. Heute wird mir das nicht passieren sagte ich zu mir und es viel der Startschß der uns auf dei 3 1/8 Runde (oder waren es 3 1/6?, keine Ahnung auf jeden Fall ne krumme Zahl) schickte. Da auch hier wieder keine KM Schilder gab und Aufgrund der krummen Rundenlänge auch im Zielbereich keine richtige Referenzzeit herhalten konnte mußte ich völlig aufs Laufgefühl vertrauen. Man ist das ein komisches Gefühl wenn man nicht die ganzen Laufasse vor sich hat. Die erste Runde lief noch einigermaßen gut, aber in der 2 Runde begann schon der Kampf. Uiuiui, das wird heute ganz schön zäh werden. Der Antrieb der heute den Schweinehund anfeuert ist das man auf Platz 6 liegt. Das sage ich mir immer wieder und laß mich auch nicht von den 2 Jugendlichen beirren die völlig unrhytmisch laufen. In der 3 Runden waren die beiden Jugendlichen zurück gefallen und ich nahm mir vor den 5. Platz anzugreifen. Ca. 100m vor mir lief er und ich zog das Tempo leicht an, nach dem ich merkte das es keine Auswirkung hat, drehte ich noch mal an der Geschwidnigkeitsschraube. Aber auch das hatte keine Auswirkung, als ob er das merkte zog er jedes mal das Tempo mit an. Nach dem ich nicht näher kam und ich schon schnaufte wie eine alte Dampflok beschloss ich nach hinten zu gucken und den 6. Platz nach Hause zu laufen. Weit und breit war keiner zu sehen und so konnte ich als 6. Gesamt und 5. bei den Männern in 21 Min 13 Sek ins Ziel einlaufen.

 

Ich hätte gerne noch mal die Zeit von Freitag wiederholt oder getoppt, aber es war einfach nicht mehr drin und so bin ich doch zufrieden. Zumal es für die Platzierung eine Flasche Wein vom Veranstalter gab. Als Fazit bleibt, endlich wieder ne Grenze geknackt und das umstellen des Trainings scheint sich auszuwirken. Aber 2 Wettmämpfe an einem Wochenende brauch ich nicht noch einmal ;o))

 

Danke fürs lesen

Gruß

deschbeck

Kommentare

Hallo Deschbeck,

danke fürs lesen?? danke fürs schreiben!!!

Meinen Glückwunsch für die neue Bestzeit, Traumboot

Danke für die Glückwünsche und netten Worte.

 

@Ralf: Ja die Zeiten auf den Unterschiedlichen Distanzen sind ein ähnliches Leistungsniveau. Liegt aber auch daran das ich nicht speziell für eine Strecke trainiere. Ich wechsele im Training halt gerne ab um mir den Spaß zu erhalten. So gehören 25x 200m Intervalle genauso dazu wie 4x 2000m oder einen lala über 30km am Sonntag.

 

@dasmuli: Natürlich hätte auch ein Lauf gereicht, aber ich hatte mich im Vorfeld schon bei beiden angemeldet und wollte auch mal was anderes probieren. Dazu habe ich das als Schule für Tempohärte und vor allen Dingen den Kopf angesehen. Denn ich muss für mich erkennen das ich vom Kopf her als purer Anfänger mich mehr gequält habe als jetzt.

 

@shootertommy: Ich hatte mir das „Zugpferd“ nicht aufgrund ihres Aussehens ausgesucht sondern ausschließlich aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit. Aber ich kenne natürlich auch die Motivationsspritzen die sich bei größeren Veranstaltungen mit bewegen. Habe ich mir auch schon häufiger zu nutzen gemacht ;o)) Umgekehrt ist das denke ich mal nicht anders.

Meine Gratulation , das waren zwei wirklich tolle Leistungen und ein genauso guter Bericht dazu. Hatt sich gelesen wie ein Krimi.

Ich war richtig gespannt als ich über den zweiten Lauf gelesen hab.

Mußte leise schmunzeln als ich das mit der weiblichen Tempomacherin gelsen habe. Mir ging das mal bei Kilometer 18 beim Rhein Energie Halbmarathon so.

Bei mir ging es allerdings nicht um Bestzeit, sondern um das nackte Überleben.

Alles schmerzte extrem und übrig geblieben war ein Stück Willenskraft meinen großen Traum vom Finish erleben.

Wichtig war mir nicht im Gehschritt es zu schaffen und siehe da, ich wurde erhört.

Mich überholte eine junge Dame die wirklich, wirklich wirklich gut aussah.

Die letzten 3 Km gingen dann wie im Flug vorbei und ich war glücklicher Finisher, ha  ha ha

Na ja schauen kann man ja wohl oder ?

Mensch, da wolltest Du es aber wissen.

Meinen Glückwunsch zu der persönlichen Bestzeit.

Hätte denn da nicht auch ein Lauf gereicht ?

Das Jungs sich aber auch stándig mit anderen messen müssen :-))

Egal, wichtig ist, Du bist mit Dir zufrieden und über Deinen Erfolg begeistert.

Viel Erfolg bei Deinem weiteren geschwindigkeitsorientieren Training !

Gruss ... das Muli

Hallo Deschbeck,

dein Bericht ist sehr schön und gut vorstellbar geschrieben. Ja, Frauen eignen sich gut als Tempomacher. Da es nicht soviele schnelle Frauen wie Männer gibt, sind sie leicht im vorderen Feld auszumachen. Außerdem haben sie ein besseres Tempogefühl. Wenn eine Frau einen 4er Schnitt (oder schneller) über 10km  läuft, gehört sie meistens zur Spitze im Landkreis und trainiert auch dementsprechend. Bei ihnen kommt es selten zu einem Einbruch.

Na klar wirkt sich die Umstellung des Trainings positiv auf deine Grundschnelligkeit aus.

In jedem Fall korreliert deine Halbmarathonzeit recht gut mit deiner 5 km Zeit, obwohl das nicht unbedingt so sein muss. Manche können halt besser ein schnelles Tempo über lange Strecken laufen und kommen über 10 km nicht weiter. Andere besitzen eine enorme Grundschnelligkeit und können sie auf der langen Strecke nicht umsetzen.

Es istvor allem eine Frage des Alters, finde ich. "Früher" war ich auf den 5 und 10 km immer unter den ersten 10% der Finisher und im Marathon froh im ersten Viertel zu sein.

Heute hat sich das angeglichen, d.h. gleiche Zeiten im Marathon und deutliche Verschlechterung über 10 km (Quotient bei beiden etwa 25%).

Zwei Wettkämpfe an einem Wochende habe ich auch schon des öfteren durchgeführt, ist grundsätzlich auch kein Problem, wenn man nicht auf Rekordjagd ist. Geht aber hin- und wieder auch einmal, es sollte nur nicht zu oft passieren...ist zumindest meine Erfahrung.

Viele Grüße aus Wiesbaden

Ralf

 

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