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Umfrage_2018

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Jeder Marathonläufer bekommt Arthrose....

Abonniere Jeder Marathonläufer bekommt Arthrose.... 36 Beiträge, 17 Stimmen , Tagged: Arthrose Ernährung marathon Ultralauf

 

Dsc_3257_medium traudl 986 Beiträge

so die Aussage heute von einem Arzt, den ich wegen Mittelfussschmerzen besucht hatte. Als ich nachfragte ob ich mit Ernährung was machen kann bzw was ich sonst tun kann/soll bekam ich den Tipp, ich soll das Training einschränken und lieber walken, schwimmen oder Radfahren. Jawoll, genau das wollte ich hören! Also ging ich mit dem Einlagenrezept, das den Fuss an der schmerzenden Stelle abpolstern sollte, zu meinem Orthopädiegeschäft meines Vertrauens. Die Dame läuft auch Marathon ;))) Nachdem ich mit ihr gesprochen hatte, sah die Welt schon wieder heller aus… wenn alles normal läuft, werde ich mit 80 Jahren immer noch laufen- walken werde ich mir dann evtl mit 95 Jahren überlegen ;)))

Jetzt mal zu euch Vielläufer, Langläufer etc…. habt ihr wirklich alle beginnende Arthrose im Fuss, im Knie?? Ich kann das nicht so richtig glauben!!

Lieben Gruss

traudl

 
Derwaldseeer Beff 156 Beiträge

Griaß di Traudl,

was hast du denn da für einen Orthopäden erwischt??? Ich glaube du musst mal zu meinem in Bad Waldsee gehen – bei dem kriegste nur innerhalb von zwei Tagen nen Termin wenn du sagst, dass du Sport machst, ansonsten wartest du bis zu 3 Wochen ;-) !!!

Ich war bei dem jetzt zwei Mal und immer sagte er mir ich solle weiterlaufen – also kann das so ganz schädlich nicht sein. Und ich als angehender Physio lerne so einiges über die Biomechanik unseres natürlichen Laufstils – unsere Anatomie ist ein Wunderwerk der Natur. Und ich kann euch mal folgende Tabelle als Anhalt geben:

BELASTUNG DESFTGELENKS

In-vivo-Messungen – eine Messendoprothese mit Minisender wurde dazu in der FU Berlin 1989 entwickelt und implantiert. Dabei wurde folgende Messergebnisse erzielt (Angaben sind in % des Körpergewichts!!)

Abheben des gestreckten Beines                             150 %

Senken des gestreckten Beines                               250 %

Spreizung in Rückenlage gegen Widerstand                300 %

Innenrotation gegen Widerstand                              200 %

Assistives Bewegen (mit Hilfe)                                  50 %

Symmetrischer Stand                                            80 – 100 %

Gehen mit Stock                                                   150 %

Sitzen                                                                  30 %

Aufstehen vom Stuhl                                             300 %

Treppe hochgehen                                                300 %

Treppe runtergehen                                               400 %

Joggen                                                               350 %

90-100 Watt Fahrrad fahren                                     75 % (Auf- und Absteigen ist das Probelm!)

Bridghin (Becken hoch in Rückenlage)                       300 %

 

Aufgrund dieser Messergebnisse sieht man eindeutig, dass Joggen genauso belastend ist wie Treppen runterzugehen … Vielleicht sollten wir nur noch sitzen???

Wenn man bedenkt, dass ein Knorpel nur durch ein Gleichgewicht aus Druck- und Zugbelastung richtig ernährt werden kann, sollte man sich nicht soviel Gedanken darüber machen, ob man durch “Laufsport” Arthrose bekommt. Wer Angst hat, diese zu bekommen, bekommt sie mit 100% Sicherheit.

Daher ganz nach dem Motto von Emile Coué: “Mir geht es jeden Tag in jeder Hinsicht immer besser und besser!”

Einfach laufen und dies mit Demut und Dankbarkeit an unsere Natur und physiologischen Gegebenheiten annehmen.

Sportliche Grüße, Beff.

 
P4120036_medium traumboot 273 Beiträge

Das ist ja wieder mal eine Aussage,

wo ich doch annehme, das die allgemeine Lehrmeinung ist, das Bewegung wichtig für die Gelenke ist.

Laufen ist die natürlichste Bewegungsform warum sollte gerade dies zu Erkrankungen führen? (vorausgesetzt das richtige Maß).

Aber solche Ärzte sterben niemals aus, die ihre Patienten am liebsten ins Bett legen und Mittelchen verschreiben. Ist ja auch das Einfachste.

Ich weiß wie es ist wenn man sich nicht richtig bewegen kann, und genau das führt bei mir zu Problemen.

Laufen ist für mich das beste was ich meinen Körper und meinen Geist tuhn kann.

Nach meinen Wissen ist Arthrose eine Autoimunerkrankung dürfte also gar nicht so viel mit zuviel laufen zu tuhn haben.(korrigiert mich wenn ich falsch liege!)

Und noch was Traudl, wenn wir alle bis wir 90 sind Marathon laufen, sind wir auf jeden Fall sehr alt geworden , ha

grüße Traumboot

 
15102011117_medium Sandrax2 104 Beiträge

Na dazu muss ich mich sofort äußern….Liebe Traudl, das gleiche hat mir vor 2 Jahren auch ein Orthöpäde gesagt… tja…ich werd wohl da nicht drumrumkommen und vielleicht rollen wir dann mit 60 nen Marathon…ich habe den Orthopäden niemehr wieder besucht :-) Eine Bekannte von mir hat sich noch nie im Leben richtig bewegt, ausser schwer heben machte sie jeden Schritt um die Ecke mit dem Auto, ich würde behaupten, sie hat vieleviele Kilos mehr wie ich (um die 60) und nun mit Anfang 50 seit letztem Jahr Arthrose im Knie… Was ist nun das Fazit daraus?  Laufen wir lieber mit gesundem Mass und ohne Übergewicht weiter und ich bin sicher, dass gute und erfahrende Orthopäden anderer Meinung als unsere beiden Exemplare es sind. Liebe Grüße.

 
Mein_sportplatz_medium Weilersigi 100 Beiträge

@traumboot

@Sandrax2

 

Was ist nun das richtige Maß, oder das gesunde Maß?

 

Jeden 2. Tag 5 Kilometer stell ich mir gesund vor, macht wöchentlich etwa 20 Kilometer, dazu noch viel spazieren gehen, schwimmen und Gymnastik. Für einen Marathon-Lauf dürfte dies aber zu wenig sein. Gestern bin ich 20 Kilometer über 2 Berge (1100 Höhenmeter) gelaufen. Sehr gesund war das wahrscheinlich nicht….

 

LG

Weilersigi

 

 
P1030092_medium Massi 78 Beiträge

Hallo Traudl

Ich kann Beff nur zustimmen, doch das mit der Arthrose liegt im Gelenkverschleiß.

Der Gelenkverschleiß ist im normalen Bewegungsspektrum normal und eher langsam fortlaufend (Alter). Doch viele Läufer bewegen sich leider nicht in den Achsen der Gelenke und damit nicht normal (was ist schon normal). Und wenn die Gelenke nicht normal bewegt werden entsteht nun einmal eine Abnutzung auf den Belastungsflächen. Diese Belastungsflächen (Knorpel) nutzen zu schnell und dort wo der Druck zu groß ist ab. Das ist die Vorstufe der Arthrose. Es hat also schon etwas mit den Laufen zu tun, denn laut traumboot (sehe ich auch so) ist es die natürlichste Form der Bewegung. Und alle die einmal mit den Laufen anfangen informieren sich nicht genügend über das richtige laufen. Wir können es ja sowie so alle. Machen wir ja seit der Kindheit. Wer also eine Arthrose verhindern will, sollte sich eine Laufanalyse unterziehen und sich einen Menschen suchen der in einmal betreut wie man richtig läuft. Aber das ist leider ein Wunschdenken von mir. Wer Handball spielen will geht ja auch in einen Verein (natürlich auch weil man das nicht allein spielen kann).

Die Frage Traudl ist natürlich wie er bei Dir auf eine Arthrose kam. Nur durch schauen geht das leider nicht.

Gruß Massi

 
Main0610d_medium HaraldBart 15 Beiträge

Das Marathonlaufen aus sportmedizinischer Sicht ungesund ist steht ja fest. Jede körperliche Höchstleistung die über 3 Stunden geht ist zuviel für den Körper. Nur was macht denn ein Vielläufer? Ein Marathon ist ein Fernziel das motiviert sich täglich aufzustellen. Ein Marathon wird ein oder zweimal im Jahr gelaufen. Womit beschäftigt sich ein Läufer denn sonst das Jahr über? Er geht so oft wie möglich seinen Hobby nach und erfreut sich an Natur, körperlichen Anstrengung, der tiefen körperlichen Entspannung danach und den vielen positiven Nebeneffekten des Sports. Die Figur stimmt und man ist ausgeglichen. Arthrose in dem Zusammenhang ist doch vollkommener Quatsch! Wer langsam zum laufen beginnt und sich lang Zeit lässt sich zu steigern der baut einen Muskelapparat auf der die Gelenke bestens schützt. Ein Körper leidet nicht unter Bewegung sondern unter einem Nichtstun. 8 Stunden Bürojob jeden Tag als Mittelpunkt des Leben und ich garantiere euch Übergewicht, Bandscheibenvorfall, Rückenschmerzen, Magengeschwür und was es sonst noch alles gibt. Also raus und laufen :-)

 
Dsc_3257_medium traudl 986 Beiträge

da sind ja schon ganz viele interessante Beiträge. Danke.

@massi- der Fuss wurde geröngt und Kernspint wurde auch gemacht. Das mit der Laufanalyse- da hast du vollkommen Recht! Hab ich vor ein paar Jahren schon mal gemacht und wollte auch ein Lauflernprogramm durchziehen. hat sich leider bisher mit meinem Dienstplan nicht vereinbaren lassen. Aber heute beim Laufwerk in Esslingen habe ich erfahren,  dass sie demnächst vormittags einen Kurs anbieten wollen. Da wird am Anfang eine Videoaufnahme vom Laufen gemacht und dann mitten im Kurs wieder. Damit jeder seinen Erfolg sehen kann und die Möglichkeit hat, weiterhin am Laufstil zu arbeiten.

Ich nehme an, dass es zur beginnenden Arthrose bei mir durch Fehlhaltung kam. Da bin ich ja schon am Arbeiten ;) und ich glaube an die Ernährungstipps von Dr. Feil – ich glaube die haben mir letztes Jahr nach meiner Knie-Op auch geholfen.

Liebes Grüssle an euch alle

traudl

 
P1030092_medium Massi 78 Beiträge

@HaraldBart

In Grunde gebe ich Dir Recht. Doch das mit der Arthrose ist mit der Biomechanik zu sehen. Und dort läuft von den Hobbyläufern fast jeder (ich mich eingeschlossen) nicht obtimal in den Gelenken. Und dort kommt es wie oben schon geschildert zu den Problemen. Also kein Quatsch.

Gruß Massi

 
Img_1291_medium denni79 93 Beiträge

Hallo alle zusammen,

Ich trainiere mit jemanden der ist in der M70. Er macht seid vielen Jahren Sport, hat ein enormes Sportpensum in der Woche. Zeigt im Training mir immer die Zähne. Und jetzt beginnt erst bei ihm, die Beschwerden von Arthose.

Also kann mir nicht vorstellen das das vom Laufen ausgeht. Habe im Beruf Kollegen, die kein Sport betreiben und unter Artrose im Endstadium leiden.

  

 
P1030092_medium Massi 78 Beiträge

Hallo denni79

Es hat mit den jeweiligen individuellen Gelenkstellungen eines einzelnen zu tun. Bei Deinen Mitläufer zum Bsp. wird es so sein das seine Gelenke sehr gut in den Achsen waren. Entweder sind die Gelenke aus Altersgründen jetzt “durch”!!! oder aus irgendein Grund sind die Gelenke nicht mehr in den Achsen. Ausweichbewegungen. Was ich damit sagen möchte, jeder Mensch bewegt sich optimal oder nicht optimal. Ob er jetzt Läufer ist oder wie Dein Kollege kein Sport treibt, hat erst einmal nichts miteinander zu tun. Seine Belastung (Bewegung) ist das Problem. Bei den einen langt die normale alltägliche Bewegung und bei den anderen die sportliche Bewegung.

Fazit: Ob wir Arthrose bekommen oder nicht hängt nicht unbedingt mit unser tägl. Leistung zusammen, sondern wie wir uns in den Achsen der Gelenke bewegen. Bsp. x- oder o-Bein Menschen bekommen früher oder später auf jedeen Fall Arthrosen.

Wir können noch unzählige Beispiele an Menschen in unser Umgebung darstellen, es sagt nichts aus wie sie sich bewegen (Qualität in der Biomechanik der jeweiligen Gelenke). Deshalb können wir auch nichts sagen warum xy Arthrose bekommt und warum yx keine.

Wenn die Gelenke optimal belastet werden kommt der Beitrag von Beff zum tragen Zug und Druckbelastungen (Ernährung der Knorpelschichten). Werden die Gelenke nicht optimal belastet werden die Gelenkflächen (Knorpel) Schäden bekommen und die spätere Folge ist eine Arthrose.

Gruß Massi

 
Dsc07767_medium Bunny27 12 Beiträge

Hallo Traudl,

ist doch klar, wer nicht mehr so viel läuft, ist öfters mal krank. Da kann man mehr Geld mit verdienen, als mit einer vor Gesundheit strotzenden TT. 

 

chöne Grüsse Bunny

 

 

 
Br10kn26699 Rennhuhn 146 Beiträge

In der letzten Geo ging es um den Körper und um die “Fehlkonstruktion” Körper. Wobei, der so schlecht gar nicht ist, wir werden nur zu alt. Wir sind halt recht alt, wenn wir in die Kiste springen. Mit den Abnutzungserscheinungen müssen wir nun mal leben. Davon mal abgesehen, dass wir durch die Bewegung wichtige Geschlenkschmiere aufbauen, die unsere Gelenke schützt. Ein guter Freund von mir ist jetzt anfang 40 und er klagt immer über seine Handwerkerknochen und die Hüfte usw….Ich bin ja der Überzeugung, wenn er außer saufen und rauchen noch ein wenig Ausgleichssport betreiben würde, dann hätte er weniger Probleme mit den Knochen.

Was Ärzte angeht, meiner hat mir mit Anfang 20 ja von jeglicher Bewegung abgeraten, was ich viel zu lange auch befolgt habe!!! NIE WIEDER!!! 

 
Dsc_3257_medium traudl 986 Beiträge

da werde ich doch heute bei der Arbeit einfach mal in die Leseecke schleichen und gucken ob die Geo noch daliegt und mal reinlesen… auf jeden Fall habe werde ich weiterhin das Laufen und Leben geniessen bis ich steinalt bin;)

grüssle

traudl

 
10 dasmuli 803 Beiträge

@ Rennhuhn … mhhhh ..ein Arzt rät Dir von jeglicher Bewegung ab !

Ha !   Ich hab´s !! es war der Zahnarzt, welcher gerade sein Finger zwischen Deinen Zähnen hatte und er sicher noch einen Termin am gleichen Tag hatte.

Richtig ?

Deinem Handwerker-Freund fehlt vielleicht die nötige Muskulatur die ihn vor ständigen Problemchen bewaren würde.

Rate ihm doch mal zu ein wenig laufen und reichlich Lauf-ABC.

Kann ja nur besser werden :-))

 
Br10kn26699 Rennhuhn 146 Beiträge

@Traudl: Mach das. :)

@Muli: Ja,ne, war mein Orthopäde. Was will ein Huhn beim Zahnarzt!? ;) Ich sollte Radfahren und Schwimmen. Mehr aber bitte nicht. Ich schicke ihm ein Foto von meinem Marathon-Finish. Was meinen Handwerker angeht, ich glaube da ist Hopfen und Malz verloren…. 

 
Dsc_3257_medium traudl 986 Beiträge

@ rennhuhn zeitschrift war schon weg! Kannst mir ja mal eine Zusammenfassung schreiben, wenn du Lust und/oder Zeit hast.

schönes Pfingstwochenende!

grüssle tt

 
Br10kn26699 Rennhuhn 146 Beiträge

Das geht auch einfacher, es war außerdem ein Sonderheft, sorry… :)

http://www.geo.de/GEO/heftreihen/geokompakt/676…

 
Imgp2197_resized_medium NorSportBert 63 Beiträge

@traumboot Arthritis ist das “heiße” Gelenk – also entzündlich, Immunsystem. Arthrose ist “kalt”, nicht entzündlich, man sagt Abnutzung. Aber Abnutzung in unserem gewohnten, also technischen Sinne gibt es nicht. Der Körper wird jeden Tag ganz normal geschädigt, abgenutzt und regeneriert sich jede Nacht wieder.

@traudl: frag doch mal Deinen Orthopeden, ob er die Mars-Fraktur kennt. Das kriegen die Krieger vom vielen Marschieren mit schwerem Gepäck. Ermüdungsbruch Mittelfußknochen. Der Knochen ist noch ganz aber tut weh. Der muß heilen ungefähr wie ein richtig gebrochener Knochen.

Da war dann das Gleichgewicht zwischen Schädigung des Knochens durch die tägliche Belastung und Regeneration in der Nacht aus dem Lot gekommen, die Regeneration ist nicht hinterhergekommen und der Schaden ist nachgeblieben.

Zu den Ärzten: Als es mir letztes Jahr lauftechnisch ganz schlecht ging (gehen ging fast nicht, Fahrrad war ok), da hat der Arzt in den Blutwerten nach genetischer Disposition für Morbus Bechterew und dazugehörig nach Rheuma suchen lassen. Und anhand der Röntgenaufnahme wollte er mir Arthrose der Hüftgelenke verkaufen. Dabei hatte ich keine Hüftgelenkprobleme beklagt. Ob das eine Ermüdungsfraktur des Kreuzbeins gewesen sein könnte? Auf jeden Fall war es eindeutig zu viel Laufen gewesen und der Arzt hat nicht geholfen.

 

Ich glaube, Laufen im richtigen Rahmen unterstützt die Regeneration sehr effektiv. 

 
Derwaldseeer Beff 156 Beiträge

Ein ganz interessanter Newsletter-Bericht von Peter Greif ;-) einfach köstlich:

Hallo und guten Tag liebe Läuferin, lieber Läufer!


Manchmal
habe ich das Gefühl, dass sich unsere unsportliche menschliche Umgebung überaus
freut, wenn uns einmal eine Erkrankung erwischt. Egal was man bekommt, immer
ist die “Lauferei” und besonders der Marathon schuld. “Das kann doch nicht
gesund sein!”


Das hast du doch bestimmt auch schon erlebt, wenn du
mit einem Schnupfen ins Büro kommst und die ganze fette Bande deiner Kollegen
tönt: “Ist doch klar, dass du einen Schnupfen bekommst, wenn du bei jedem
Wetter draußen herumrennst.


Wenn du dann den gehässigsten Typen
fragst, woher denn bei ihm die Erkältung kam, mit der er 14 Tage lang krank
gemacht hat, dann antwortet dieser: “Da habe ich mich ja auch bei meinem Sohn
angesteckt, der hat das aus dem Kindergarten mit gebracht.
” Ach
so!

Du kannst machen was du willst, das Laufen ist an allem Unbill
Schuld.
Besonders eingeschossen haben sich Fettwanst und Co auf die Arthrose
in Knie- und Hüftgelenk. “Das sagt doch schon der gesunde Menschenverstand, dass
diese vielen km die du läufst die Knie kaputt machen.”

Wenn du dann
argumentierst, dass es so ewig viele Menschen gibt, die neue Gelenke bekommen
mussten, obwohl sie sich in ihrem ganzen Leben nicht sportlich bewegten, wird
abgewunken. Solche Einlassungen werden von der Armee der körperschonenden
Weichcouchbewohner mit den Worten abgebügelt: “Kommt vor, aber bei dir ist
das viel schlimmer!


Selbst meine 91-jährige lebenslang unsportliche
Mutter stößt in dieses Horn, obwohl sie zwei künstliche Hüftgelenke und ein
neues Kniegelenk ihr eigen nennt. Sie hält mir vor: “Du siehst doch was du mit
deinen Knie gemacht hast, du kannst doch gar nicht mehr soviel laufen.”
Solche Aussagen treiben mich fast in den Wahn.

Ich frage mich
immer, ob sie denn die eigenen viel schlimmeren Schäden nicht sehen will oder
nur davon ablenken möchte. Manchmal denke ich, dass diese ganzen Verleugner
einmal zum Psychologen gehen sollten. Aber ganz realistisch betrachtet, wird
es so bleiben wie es ist.
Da hilft uns auch nicht der nachfolgende
IdW-Artikel vom 02.06.2011:

"Marathonlaufen schädigt die
Kniegelenke nicht


92. Deutscher Röntgenkongress widmet sich der
Schnittstelle von Radiologie und Sportmedizin

Ein gesunder Marathonläufer
schädigt seine Kniegelenke nicht, sagt Privatdozent Dr. Wolfang Krampla vom
Wiener Donauspital. Der Radiologe hat die Kniegelenke aktiver Marathonläufer
mittels Magnetresonanztomografie (MRT) untersucht, einem Verfahren, das
besonders gut zur Diagnose der Gelenke geeignet ist.

Zwischen der ersten
Aufnahme und der letzten Kontrolluntersuchung nach rund zehn Jahren lagen bis zu
40.000 Kilometer Lauftätigkeit. Dabei zeigten die Kniegelenke der
Probanden keinerlei neu aufgetretenen
Abnutzungserscheinungen.


Entgegen weit verbreiteter Meinung
habe die Marathondisziplin keinen schädigenden Einfluss auf die Menisken,
Knorpel und Knochen,
so der österreichische Radiologe – und das trotz der
kaum vorstellbaren Belastung von 6.200 Tonnen, die die Kniegelenke eines 75
Kilogramm schweren Läufers während eines Marathonlaufs abfedern
müssen.

Zum Vergleich: die Stahlkonstruktion des Eiffelturms wiegt 7.300
Tonnen. Der Körper passt sich der vermehrten Belastung an, erklärt Dr. Krampla.
Nicht nur das Muskelgewebe wächst unter Belastungen, auch die Knochendichte
nimmt unter Anstrengung zu.
Dennoch sollten gerade
Hobbysportler ihren Sport nicht überreiben, warnt Dr. Krampla, dessen
Forschungsschwerpunkt Überlastungsschäden bei Sportlern sind. Als Faustregel
gilt, dass Hobbyläufer mit einem Trainingspensum von maximal 80km/Woche ihre
Knochen, Gelenke, Muskulatur und Kondition steigern. Ab ca. 100 km/Woche
nehmen Überlastungsschäden dramatisch zu, da die Regenerations- phasen nicht
mehr eingehalten werden können.


Eigentlich schön für uns,
aber die Einschränkung bis 100 km ist zweifelhaft. Und wer ist
Hobbysportler?
Der, der ohne Ehrgeiz einen Marathon läuft, nur gut
durchkommen will? Oder zählt dazu auch der leistungssportlich orientierte
Läufer(in) für den/die diese Zeilen gedacht sind?


Ganz sicher
nicht, denn wir achten speziell auf unsere Regeneration, nehmen
Nahrungsergänzungsmittel zu uns, essen und trinken in Bezug auf unsere
Leistung.


Und wir machen eines, was die wahren Hobbysportler meist
nicht tun und es auch nicht beherrschen: Wir periodisieren unser
Training.
Damit geben wir unserem Organismus die Zeit und die Mittel um sich
nach langen und schnellen Belastungen wieder aufzubauen.

Diese Idee
unterstützte auch die Würzburger Studie aus dem Jahr 2004. Auf der Seite des
Deutschen Olympischen Sportbundes wird aus dieser Arbeit zitiert:”…. Aber
gerade das Joggen stand stark im Verdacht, sich negativ auf die besonders
involvierten Sprung-, Knie- und Hüftgelenke auszuwirken. Jetzt können die vielen
Jogger unter uns aber aufatmen. Eine Studie an der Universität Würzburg
belegt, dass sie nicht mehr unter Arthrose in den beschriebenen Gelenken zu
leiden haben als andere Menschen auch.


Dr. Markus Walther vom
Würzburger Lehrstuhl für Orthopädie hatte sich intensiv mit dem Thema
auseinander gesetzt. In einer groß angelegten Untersuchung befasste er sich mit
über 1.200 Läufern, um eventuelle Muster der körperlichen Folgen durch
Langstreckenlauf festzustellen.

Alle Sportler wurden mit Blick auf die
aufgetretenen Verletzungen und Überlastungsschäden intensiv befragt. Die
Ergebnisse sind erstaunlich und lassen viele Befürchtungen schwinden, da die
Forscher keinen Zusammenhang zwischen der Menge der gelaufenen Kilometer und den
ermittelten Veränderungen feststellen konnten.
"

Eines ärgert mich
bei der “Röntgenstudie” und zwar dieser Absatz: “Zum Vergleich: die
Stahlkonstruktion des Eiffelturms wiegt 7.300 Tonnen. Der Körper passt sich der
vermehrten Belastung an, erklärt Dr. Krampla. Nicht nur das Muskelgewebe wächst
unter Belastungen, auch die Knochendichte nimmt unter Anstrengung
zu.


Eigentlich ganz positiv, aber im Unterbewusstsein impliziert
beim Leser der Gedanke, dass man den menschlichen Organismus mit einer
Maschine vergleichen kann
. Denn aus 100-ten Gesprächen weiß ich, dass der
größte Teil der unsportlichen Durchschnittsbürger von einem mechanischen
Verschleiß in unserem Körper ausgeht.

Je mehr man läuft, desto eher gehen
die Gelenke kaputt, so wie das bei einer Maschine der Fall ist. Und dieses
Vorurteil wird durch den Eifelturmvergleich sofort wieder geweckt. Warum nimmt
man nicht einmal die Störche, die jedes Jahr zweimal mehrere 1000 km zwischen
hier und Afrika fliegen. Bekommen die auch Arthrose? Und die, die im Sudan
überwintern, weniger als die in Kenia.

Werde mal meine Mutter fragen, was
die davon hält.





Mit einem Lächeln, dein


<a href="mailto:greif@greif.de">

 

 
Br10kn26699 Rennhuhn 146 Beiträge

@Beff & Greif: Wie wahr, wie wahr…

Mein Lieblingsspruch: “Sind Laufschuhe nicht teuer?” 

 
P1030092_medium Massi 78 Beiträge

Guter Text

Habe auch schon von der (oder anderen) Studie gehört, länger her. Der Sachverhalt ist ja auch richtig. Nur der Haken an der Sache ist doch das mit der Haltung der “normalen” Läufer. Und Du @Beff als Fachman solltest doch wissen, dass man “das Laufen” nicht mit "dem richtigen (Biomechanischen) Laufen vergleichen kann.

Will damit sagen, wenn wir hier 100 MSPler aussuchen, biomechnisch analysieren und auswerten würden, werden wir mit Sicherheit einen großen Teil in den Verdacht der baldigen Arthrose stecken können. Und das hat nichts mit dem Laufen an sich zu tun als mit der Tatsache der eigenen Belastung und normalen Bewegung eines jeden MSPlers. Nur mit der weiteren Belastung des Laufens wird das nicht besser.

Wenn wir aber Marathonläufer als Wettkämpfer (Leistungssportler oder sehr ambitionierte Läufer) sehen würden, werden diese doch viel mehr für ihren Körper tun weil es ihr Kapital ist. Bewegungsanalysen usw.. Das die in einer Studie weniger bzw. gar keine Abnutzungserscheinigungen haben werden ist logischer.

@NorSportBert

Wenn Dir Dein Arzt an Hand Deiner R-bilder eine Arthrose verkaufen will wirst Du sie warscheinlich auch haben. Eine Arthrose muß keine Schmerzen verursachen (änlich wie beim Bandscheiben"vorfall" -wölbung, haben auch viele und haben keine Schmerzen). Der Gelenkverschleiß kann demnach auch “erst einmal” Schmerzfrei sein. Der Befund ist aber schon da. Es gibt viele Leistungssportler die mit einer Arthrose noch Sport machen, so lange es auch nicht Schmerzhaft ist, warum auch nicht. Doch irgendwann sind auch die letzten Schutzmechanismen weg und dann kommen auch die bleibenden Schmerzen.

Zu Schluß: Wir können uns gar nicht darüber auslassen ob jemand eine Arthrose hat oder nicht. Mehrere Merkmale gehören dazu. Die warscheinlichkeit das wir alle eine kriegen ist mit dem zunehmenden Alter klar. Die davon geleistete Arbeit (Laufen oder nicht) spielt nur eine untergeortnete Rolle. Die wichtigste Rolle ist wie wir unsere Gelenke belasten. O-Bein, x-Bein, Beinlängendifferenz, Knickfuß usw., das sind die Faktoren auf die es ankommt. Dort findet die Abnutzung statt. Wenn wir eine verkorste Statik/Belastung der Gelenke haben und wir auch diese noch mit dem laufen einen drauf setzten kommt es eben früher als ohne laufen.

Gruß Massi

 
Ti_0011_medium Shining08 15 Beiträge

Ich sage Greif hat recht!

Hatte nach einer OP am linken Knie, mit 15, jahrelang Probleme beim stehen, laufen und radfahren.

Aber seit ich regelmäßig laufe und auch für den ein oder anderen Marathon trainiere keine Schmerzen und keine Probleme mehr.  Bin jetzt mitlerweile 14 Marathons gelaufen und es werde noch einige dazu kommen! :-) Muß aber erwähnen das ich mir jeden Frühjahr 5 Aufbauspritzen geben lasse, die mir auch die Kasse bezahlt. :-) Und natürlich ernähre ich mich auch Gesund!

Nur wenn ich nichts mache muckt das Knie auf! Komisch!

Aber immer weiter. so lang die Füße tragen….

In diesem Sinne…Viele Grüße Charly

 

 
Brocken_1 Ralf 67 70 Beiträge

Leute tut dass was euch Spass macht solange ihr es tun könnt !!!

Das Altern ist ohnehin ein Rückzugsgefecht, also worauf warten ???

Und. Was kommt vom laufen? Was vom Steine schleppen (Arbeit, Haus bauen etc.)

Und wer nicht läuft stirbt an Herz- Kreislauferkrankungen. An irgendwas gehst du sowieso zugrunde. Wer Spass hat am Leben wird alt (wenn man nicht vorher durch dritte zu Schaden kommt).

Übrigens mein Lebensmotto !

Ralf

 
15102011117_medium Sandrax2 104 Beiträge

@Ralf67 Das ist die beste Einstellung zum Leben ! Und meinen Glückwunsch auch noch zum Hessentagsmarathonfinish. Ich bin oft hier nur stíller Leser und beteilige mich nicht immer an allen Themen, aber lesen tue ich hier alles, was mich interessiert. lg aus Hessen nach Hessen :-)

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