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Umfrage_2018

Foren laufen / Laufen allgemein werdet ihr auch manchmal blöd angemacht?

werdet ihr auch manchmal blöd angemacht?

Abonniere werdet ihr auch manchmal blöd angemacht? 7 Beiträge, 6 Stimmen

 

Kajakwolli_medium kajakwolli 137 Beiträge


ich glaub irgendwie beim laufen gibt es das kleine problem, dass ein nichtläufer einfach nicht kapiert, warum man das tut.
es wird kaum verstanden, dass es nur ums laufen geht und nur wenige nehmen uns ab, wie sehr das laufen eigentlich ganzheitlich verstanden werden muss. vielleicht mach ich auch den fehler, dass ich immer wieder in begeisterung verfalle, wenn mich jemand (vielleicht nur anstandshalber) nach dem laufen fragt. desweiteren wird es auch kaum sinn machen, einem nichtläufer zu erzählen was man bei einem marathon alles erlebt.
sie können es einfach nicht nachvollziehen! (glaube ich) :)



grundsätzlich ist mir das ja alles egal, aber bei manchen hab ich sogar das gefühl eine gewisse aggressivität unsereinem gegenüber zu erleben. sie wollen mit aller gewalt am laufen etwas finden, das nachweist, dass der läufer:



  • … total spinnt
  • … impotent ist
    … vor dem wahren leben davonläuft
  • … sogar unsere familie uns als deppat erklärt, nur sagen sie es uns nicht
    … auf allen gebieten ein versager ist und nur deswegen läuft
  • … usw usw

    ja klar, es ist die ausnahme, doch ich erlebe immer wieder solche aussagen in meinem noch jungen läuferleben. zuletzt nach einer durchzechten nacht von meiner cousine, die man als hobbypsychologin bezeichnen darf:


ernster blick, besorgte miene und schließlich die ultimative frage:
wolli, wovor läufst du davon?
**seufz
wie gehts euch damit?????????????



 
Dsc_3257_medium traudl 986 Beiträge


lass sie doch, die armen Nichtläufer. die haben doch keine Ahnung!!! als ich damals anfing mit laufen, waren meine Kids, nicht mehr so richtig klein, aber die Familie, die Freunde, Bekannte, na ziemlich viele haben mir vorgeworfen ich würde meine Familie im Stich lassen, ich würde meinen Problemen davonlaufen wollen etc. das hat damals schon weh getan, so manche sogenannte Freundschaft ist dann auch daran zerbrochen. ab und zu hatte ich dann schlechtes Gewissen…. am Anfang lief ich ja nur um mein Gewicht und meinen Blutzucker in Griff zu bekommen. Wäre ich damals nicht konsequent gelaufen, wäre ich bestimmt immer noch fett und müsste zudem Insulin spritzen, hätte wahrscheinlich Bluthochdruck usw.



Meine Kinder finden es toll, dass ihre Mutter läuft, mein Mann ist inzwischen stolz, dass ich die gesundheitliche Seite so im Griff habe und für ihn attraktiver aussehe. vor kurzem ist er sogar eine lockere Einheit mitgelaufen….. fand ich echt super von ihm. was die Verwandtschaft und Bekanntschaft, Nachbarn etc. hinter meinem Rücken sagen, ist mir inzwischen egal.



bei Familienfesten bin ich auch schon oft gefragt worden, wie ich das alles mache, am anfang habe ich noch viel darüber erzählt, weil ich einfach davon begeistert bin. Das kann leider fast keiner nachvollziehen, der nicht läuft. also erzähl ich da eben nicht so viel. ich finde es schade… wenn ich nun den ganzen Tag Socken stricken würde, oder neue Rezepte nachkochen würde, marmelade kochen etc. das würde meiner Verwandtschaft schon besser gefallen, das wäre aber nicht mehr ich. DARUM LAUFE ICH jetzt weiter, wenn die wüssten, dass ich mich auf Marathon vorbereite, ich glaube die würden mich für verrückt erklären.



Mein Leitspruch seit meiner Lebensumstellung: Ich bin ich, die einen kennen mich, die anderen können mich.



übrigens es haben sich schon viele neue Freundschaften gebildet, die dann doch verstehen warum man läuft, bzw. einige davon laufen auch…..



 



so aber nun wolli, sag ehrlich, wovor läufst du davon? ggg ;)



ich finde laufen macht glücklich, laufen macht frei, man kann bei lockerern Läufen so viele Gedanken sortieren und kommt durch und durch zufrieden nach Hause



 



ich wünsch dir viel spass, Freude und gesunden Ehrgeiz beim Laufen.

grüssle
traudl


 



 
Dirka_gedesby_medium dirka 107 Beiträge


Hallo Sportler und Nichtsportler!



 



traudl und wolli Ihr seid ja wirklich süß, aber das Thema, das ihr da angeschnitten habt ist wirklich heikel und äußerst ernst zu nehmen.



Meine “Läuferkarriere” weilt ja nun schon über 20 Jahre. Ich habe derweil ganz verschiedene Phasen durchlebt, die mal von Ehrgeiz geprägt waren und mal von der Erkenntnis “man muss was für sich tun”. In den von Ehrgeiz geprägten Phasen ging es mir so wie es Euch heute zu gehen scheint. Ich bin schon hier und da angeeckt. Nach dieser Zeit, mit etwas Abstand zu der Sache, musste ich mir eingestehen, dass an mancher Kritik an mir und meinem “Lauffimmel” auch etwas dran war. Man muss da schon sehr genau differenzieren. Tatsächlich haben Läufer, wie auch viele andere Menschen, die einem Hobby mit großer Begeisterung nachgehen, oft nur noch ein Thema: das Laufen, bzw. ihr Hobby. Alles in ihrem Leben scheint sich nur noch darum zu drehen. Einige Menschen im näheren Umfeld fühlen sich dadurch vielleicht zurückgesetzt – leider oft mit Recht.



Andere zerreissen sich das Maul über das Laufen im Allgemeinen und kommen mit Parolen wie “Sport ist Mord”. Daraus spricht auch oftmals der Neid, weil diese Leute nicht die Disziplin und den Ehrgeiz haben etwas in der Intensität zu betreiben, wie die meissten Läufer das Laufen. Sie sind nicht in der Lage überhaupt irgendetwas regelmäßig zu betreiben und wollen einem einreden man hätte wohl zu viel Zeit, wenn man sich das leisten könne – na ja.



Ich denke, man sollte als Laufenthusiast immer auch ein bisschen selbstkritisch auf das blicken, was man da macht und sich gelegentlich auch in Nichtläuferkreisen ein bisschen zurücknehmen, damit man die Anderen nicht überrollt mit seinem Ehrgeiz. Was man nicht muss, ist das Laufen grundsätzlich in Frage zu stellen. Laufen ist eine gute Sache und die Euphorie, die man dabei manchmal verspürt ist Balsam für so manche Wunde. Man muss sich deswegen nicht in die Spinnerecke stellen lassen, obwohl so ein Tick auch nicht das Schlimmste ist. Ich habe das schon einmal gesagt: “Besser laufen als saufen”. Das ist zwar ein bisschen plakativ und einfach gesagt, aber dürfte schon so ziemlich die Hälfte der Dummschwätzer zum Schweigen bringen.



Ich könnte zu dem Thema noch eine Menge absondern. Das wichtigste scheint mir aber schon gesagt. Eins noch: seid nachsichtig mit den Nichtläufern! Die haben nicht diese wunderbare “Droge” – was für ein Verlust, was für eine Leere! ;) :)



Viele Grüße



dirka



 
Icon_missing_medium Thea 116 Beiträge


Tolles Thema, es läßt einen erst schmunzeln und dann drüber nachdenken.



Habe in meinem Bekanntenkreis einen Marathonläufer (2:39!) über den immer etwas die Stirn gerunzelt wurde: “naja er läuft halt, weil er keine Freundin findet”. Mittlerweile hat er eine Freundin und läuft immer noch ?!



Es ist doch mit dem Laufen wie mit jedem anderen Hobby auch: Wenn mich meine Nachbarin zu sehr mit ihren Geschichten von den Kids zutextet, schalte ich ab – im Gegenzug darf ich sie natürlich auch nicht mit meinem Laufenthusiasmus zu sehr belabern..



Laufen ist einfach geil, dieses Hochgefühl einen Berg erklommen zu haben, immer wieder Grenzen zu überschreiten. Wir erleben doch das wovon andere auf ihrem Sofa nur träumen und haben immer das sichere Gefühl den inneren Schweinehund mit Freude besiegt zu haben.



Ich kann sagen, daß ich nur positives in meinem Umfeld erfahren habe, pivat und beruflich. Die Leute freuen sich mit mir und meiner Lauferei. Allerdings bewahre ich mich davor missionarisch unterwegs zu sein.



Gut Lauf!



 
Kajakwolli_medium kajakwolli 137 Beiträge


wooow, schöne antworten, echt *D A N K E* :)



die worte von dirk haben mich entwas nachdenklich gemacht und auch von traudl. ich werde es wohl lünftig auch eher so halten, dass ich mich mit meiner begeisterung etwas mehr zurückhalte. thea hat auch etwas sehr wichtiges gesagt, in dem sie ausdrückte nicht missionarisch unterwegs zu sein.
ich selbst habe nämlich diese tendenz. wenn das thema zum laufen kommt, dann versuche ich immer das tolle daran zu betonen und die ganzen vorteile aufzulisten.

mit eurer hilfe hab ich erkannt, dass das ein fehler ist, weil man dann eben dazu neigt MISSIONARISCH unterwegs zu sein. einfach zu lächeln und zu sagen “ich machs halt einfach gerne …” kommt der wahrheit womöglich am nächsten und alle können gut damit leben.

schöne grüße aus tirol,
wolli :)



 
Stewo1_medium stewo1 39 Beiträge


Hallo @ all,



ich habe die Erfahrung gemacht,das viele meinen,das man bekloppt ist,in der Woche mehrmals zu joggen.Aber hintenrum,so erfährt man es manchmal,bewundern einen doch einige für die Ausdauer die man aufbringt um Woche für Woche immer seine Kilometer zu laufen,egal wie das Wetter ist.



Das schönste wissen sie aber garnicht—-das es soooviel Spaß macht bei Sonne,Schnee,Wind usw   :)



 
Icon_missing_medium celia70 6 Beiträge


Ich habe eigentlich noch nie etwas wirklich Negatives zu hören bekommen. Die meisten bewundern eher, daß ich am Halbmarathon teilnehme, wissen, daß dafür viel Training und Disziplin sein muss.



Wenns jemand wissen möchte, dann erzähle ich auch, daß Laufen nicht nur dem Körper, sondern auch der Seele guttut. Missionieren kann man sich schenken. :)



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