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Ultra laufen

Abonniere Ultra laufen 17 Beiträge, 9 Stimmen , Tagged: Ultra Ultras Ultramarathon

 

10 dasmuli 800 Beiträge

Liebe Gemeinde !

 

Ich mache mir schon seit einiger Zeit Gedanken, mal einen Ultralauf im nächsten Jahr zu laufen.

Da kommt dann natürlich die Frage auf, wie sich denn richtig auf so einen Event vorbereiten.

Wo liegt denn der Unterschied zwischen einer Marathonvorbereitung und einer Ultravorbereitung ?

Einfach nur längere Läufe noch länger laufen ? Das kann doch wohl nicht schon alles sein. Oder doch ?

Einige Infos habe ich unter DUV (Deutsche Ultramarathon Vereinigung e.V.) gefunden:

http://www.ultra-marathon.org/

Hier im Forum gibt es doch einige Läufer, welche sich dem Ultralaufen verschrieben haben.

Vielleicht könnten sie ja mal ein wenig über das Ultralaufen und die Vorbereitung hier preisgeben ?!

Wie sehen die Vorbereitungen für einen Nur-Ankommen-Ultralauf aus ?

Was spielt sich im Kopf ab ? Was tun wenn der Kopf sagt “es reicht”, aber das Ziel noch fern ist ?

Bin mir sicher, das nicht nur ich da sehr neugierig drauf bin.

Also, lasst Euch aus und werft mit den Infos nur so umher :-)))

 

 
Ziel_sehr_gut_medium Leissprecher 154 Beiträge

Halloechen

hast Recht, auch ich hab schon überlegt mal einen gaaaaaaaaaaaanz langen Lauf zu probieren.

Bin gespannt auf die Tipps der erfahrenen Läuferinnen und Läufer.

Besten Dank im Voraus.

Schönes Wochenende. MfG Leissprecher

 
Marathon_12_medium andy67 376 Beiträge

Hallo muli,

ich hab’ mich auf die 50 Km gar nicht so speziell vorbereitet – Ok, ich hab’ den Startplatz ja kurzfristig gewonnen gehabt – und war ja bereits durch eine Marathonvorbereitung gegangen.

Ich denke für 100 Km ist es wichtig die ganze Sache mental zu trainieren – aber da bin ich auch nicht so der Meister drin.

Gruß Andy

 
Icon_missing_medium EFah 153 Beiträge

Hallo Muli,

MEINE MEINUNG:

solange Du in den unteren Distanzen (10er, HM, M) noch um Bestzeiten ringen kannst und willst, ist das Training für die Ultradistanzen eher kontraproduktiv. Denn hier kommt es nicht auf Schnelligkeit, sondern auf Ausdauer an. Demnach würde man im Training sicherlich die Intervalle und die Tempodauerläufe reduzieren und somit an Schnelligkeit einbüßen.

Ich steige ins Ultrageschäft (alles größer 50 km) erst ein, wenn meine biologische Uhr neue Bestzeiten verwehrt, obwohl mich Biel, Transalp und MDS auch unheimlich reizen. Da ich noch viele, viele Jahre laufen will und immer wieder neue Herausforderungen suchen werde, kann ich diese Ziele beruhigt etwas nach hinten schieben.

Ein Bogenschütze kann auch nur ein Ziel treffen, wer sich verzettelt wird in keinem Bereich Höchstleistung erzielen.

Deshalb muss die erste Frage lauten: Was will ich wirklich? Was ist mir wirklich wichtig? Für welches Ziel gebe ich mein letztes Hemd?

 

Ganz liebe Grüße,

Efah

 
6-stunden-lauf-09-11-2008_014_medium Jeremies 65 Beiträge

Moin  Muli,

was für ein Ultralauf schwebt dir denn vor???

Ich habe letztes Jahr sehr kurzfristig im Anschluß an ein ausgiebiebiges Marathontraining an einem 6Stundenlauf in Troisdorf teilgenommen, die Entscheidung dort mitzulaufen ist erst am Abend vorher gefallen! Ein extra Training dafür habe ich nicht gemacht, aber ich habe schon in der Marathonvorbereitung viele lange Läufe um die 37km gemacht. Das hat für den 6Stundenlauf ausgereicht! Ob so ein Training auch für einen 100km reichen würde weiß ich aber nicht!

Der Lauf selber war unglaublich schön, endlich habe ich auch mal das Gefühl des Runners High erleben dürfen….hat aber auch ca.55km gedauert bis sich dieses Gefühl eingestellt hat! ;o)

Gruß Olli

 
10 dasmuli 800 Beiträge

@ all

Mich interessieren einfach mal ein paar Erfahrungsberichte von Läufen jenseits des Marathons. Also z. B. 50Km, 72Km, aber auch 6h Läufe.

Als Beispiel, läuft jemand, der 72 Km/ 100Km laufen will im Traiing dann als langen Lauf nur noch Marathons ?

Oder bleibt der lange Lauf bei ca. 30-32 Km am WE ?

Wo ist der Unterschied im Training ?

@ Jeremies .. wenn – dann mal einen 6H Lauf oder 50-60 Km Lauf. Nur mal rein schnuppern. :o)

@ Efah .. meinst Du es lässt sich nicht das schöne (schnelle) Laufen mit dem langen (ausdauernden) Laufen zusammen trainieren ?

Mir wäre es egal, ob ich am Sonntag 30 oder 40 km laufe. Wenn das dann schon alles ist. Ich schliesse mich Deiner Meinung an, das ein Verzicht der Intervalle und schnellen Laufeinheiten auf Kosten des Tempos gehen wird. Das wäre schade und die vielen Einheiten dann (fast) für die Katz gewesen.

Dann muss man sich also entscheiden ob man schneller auf kurzen bis mittleren Distanzen werden und bleiben möchte oder die Kondition für längere Läufe ausbaut.

Habe ich das richtig verstanden ?

 
Sg101952_medium ThomasKnacks... 50 Beiträge

Hallo Muli,

 

ich will mich selbst einmal als “Ultraläufer” betiteln,
obwohl mir das nach meiner Definition nicht so recht zusteht. Ich bin
selbst die 100 KM von Biel in 10:24 h, den Rennsteig in 6:51 h und
den Schwäbisch Alb Marathon in 4:07 h gelaufen. Bei diesen Läufen
war ich bereits mehrfach am Start. Ich fühle mich aber eher als “Marathonläufer”, denn: Ultralaufen ist etwas ganz
anderes. Da ich jedoch auch Trainer von Läufern bin, die Strecken
bis 160 Kilometern laufen und sich dem Ultra verschrieben haben, kann
ich auch dazu ein paar Worte sagen. 

Zunächst: Efahs Ausführungen in diesem Thread bringen es auf den
Punkt: Man muss wissen, was man will! Das hört sich zwar einfach an,
aber im täglichen Läuferleben geht es genau da los. Fast jeder
Läufer beginnt mit kleineren Volksläufen, steigert sich irgendwann
zum Marathon und will dann Ultra laufen. Aber bitte schön alles
zusammen! Das Ergebnis ist stets kontraproduktiv. Okay, es gibt diese
Typen, die auf 1000 Meter Bezirksmeister werden und den Hunderter von
Biel in 8 Stunden, auf Platz 12 beenden. Aber wie viele sind das?
Nicht mehr als eine Handvoll. Die große Läuferschar nimmt sich
allerdings genau diesen Ausnahmetyp als Vorbild und glaubt: Das kann
jeder mit Training und Willenskraft schaffen. Meine Erfahrung sagt
mir: Das ist eben nicht so! Wenn Du ein Wettkämpfer, auf der Suche
nach deinen persönlichen Möglichkeiten, z.B. im Marathon, bist,
dann solltest Du dich auch darauf konzentrieren. Ultratraining oder
Intervalleinheiten für einen schnellen 1000er sind da nicht nur
hinderlich, sondern ziemlich unsinnig.

Was Efah ebenfalls richtig erkannt hat: Jede Distanz hat ihre
Zeit! Wenn ich heute, mit fast 50 Jahren, nach einem Dutzend
intensiver Laufjahre, meine Zeiten sehe, dann weiß ich: Eine
Verbesserung im Marathon ist nicht mehr möglich und eine
Verbesserung auf den Unterdistanzen ist absolut unmöglich. Auf den
Hundert Kilometern allerdings, da geht noch was. Dort geht es nämlich
nicht um Tempo, sondern “nur” um Ausdauer. Wer z. B. in
Biel eine 6:00 Minuten auf den Kilometer läuft(ich bin jetzt mal
etwas großkotzig: Dieser Schnitt käme bei mir im Marathon niemals
in die Tüte) der landet ziemlich weit vorn und erreicht ein gutes
Ergebnis(ich habe diesen Schnitt in Biel noch nie gepackt). Im
Marathon ist er damit einer unter Tausenden.

Beim Ultralaufen, vor allem bei Strecken jenseits der 100
Kilometer geht es eigentlich nur um eines: Ankommen! Ich kenne eine
Menge Ultraläufer, die auch absolute Wahnsinnsdistanzen laufen.
Deren “Philosophie” des Laufens ist mit “meiner
Marathonlaufphilosophie” nicht vergleichbar. Das ist jedenfalls
meine Erfahrung.

Jetzt zum Training. Ich bin immer ein Freund davon, eine Stufe
nach der anderen abzuleisten. Das soll heißen: Wenn ich glaube,
meine Fähigkeiten als Marathonläufer ausgereizt zu haben, oder mich
am Limit dieser Fähigkeiten fühle, dann gehe ich ins nächste
Level. Auch hier ist immer wieder zu beobachten, dass Läufer im
Überschwang ihrer ersten Verbesserungen sofort das nächste Level
erreichen wollen. Die Ergebnisse sprechen dann oft für sich. Das ist
für mich so ähnlich, als ob ein Fussballer zunächst den
Fallrückzieher üben will, obwohl er das einfache Passspiel noch
nicht beherrscht. Ich will mich da aber nicht zu weit auslassen, das
würde den Rahmen sprengen.

 

Jetzt zu deinen speziellen Fragen:

Was dasTraining angeht. Wenn Du im Marathon voll “im Saft
stehst” dann sollte ein Ultralauf kein Problem sein. Ich habe meine
ersten Ultras nach einer Marathonvorbereitung gelaufen. Zum Beispiel:
14 Wochen Vorbereitung für den Hamburg Marathon, mit mindestens 12
langen Läufen am Wochenende, maximal 35 Kilometer. Danach
runterfahren, aber das Laufen nicht einstellen und dann den
Rennsteiglauf(74 KM). Das klappte sehr gut. Ein spezielles
Ultratraining war nicht notwendig.

 

Will ich “nur” einen Ultra laufen, dann kann ich natürlich
auch anders an die Sache herangehen. Wären wir wieder bei der Frage:
Was soll herauskommen? Ist ausschließlich ankommen gefragt, so
sollten am Wochenende wieder die langen Läufe stehen. Ein spezielles
Tempo oder Intervalltraining ist nicht nötig. Ich würde dann im
Monat drei Läufe über 30 – 35 Kilometer absolvieren und einen Lauf
zwischen 40 und 50 KM Länge, der dann aber sehr langsam wäre.
Nebenbei sollten die Wochenkilometer(jetzt für meine Person
gesprochen) mindestens 100 Kilometer betragen. Die Inhalte wären
hauptsächlich mit moderaten Läufen und vielleicht einer
Tempoeinheit(um die Schnelligkeit nicht völlig zu verlieren)
gefüllt.

 

Lang und schnell trainieren ist ein Widerspruch in sich. Das haut
nicht hin. Wie oben schon erwähnt, gibt es Läufer, die das können.
Aber das ist die absolute Ausnahme! Wer lange und gezielt Ultra
läuft, hier spreche ich jetzt wirklich von Erfahrungswerten, der
wird bei den 100 Metern fürs Sportabzeichen extreme Probleme
bekommen. Wer den Körper auf Ultradistanzen um die 100 Kilometer “einstellt” bezahlt mit seiner Schnelligkeit. Wie sagte meine Oma
immer so schön: “Das eine will man und das andere muss man.”

 

Für Läufer wie Du einer bist(das schätze ich jetzt so Pi mal
Daumen anhand deiner Einträge ab), bietet sich, meines Erachtens,
folgende Variante an: Konzentriere dich auf einen Marathonstart und
trainiere dafür intensiv. Such Dir einen Ultrastart, der drei oder
vier Wochen hinter dem Marathon liegt(in Ausnahmefällen dürfen es
auch zwei Wochen sein) und gehe dort an den Start. Konzentriere dich
bei deinem ersten Ultralauf lediglich aufs Ankommen und bau von
vornherein in deinem Tempo eine kleine “Sicherheitsmarge” ein.
Wenn Du nicht gleich den Spartathlon oder noch längere Kanten
angehst, sollte das klappen. Vielleicht musst du ein paar Kilometer
gehen, aber ich vermute das wird nicht passieren. Ich bin auf diese
Art und Weise meinen ersten Ultra in Biel gelaufen und das klappte
hervorragend. Alle späteren Starts erfolgten nach diesem Prinzip und
waren, jedenfalls für mich, sehr erfolgreich.

Heute trainiere ich für einen Ultra auch schon mal gezielt. Ich
bin ehrlich: Das ist auch ein wenig Bequemlichkeit. Ich lasse es dann
bei 14, manchmal auch 18 Wochen, und konzentriere mich nur auf das
Lauftempo, das ich im Wettkampf erzielen will. Also: Das angestrebte
Renntempo in allen langen Läufen. Tempo und Intervalltraining
erspare ich mir fast komplett. Übrigens: Die Ergebnisse im Ultra
sind, was meine Person angeht, dabei fast identisch.

 

Das ist jetzt doch ganz schön lang geworden, oder? Na ja…ist
auch ein komplexes Thema. Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig helfen.

 

Ach ja…noch zum Schluss: Wenn man die Hundert Kilometer
geschafft hat, fühlt man sich tatsächlich wie ein Held. Man zehrt
auch noch Jahre später davon. Wenn mir allerdings jemand sagt, dass
das Ganze während des Laufens Spaß macht…also…das würde ich
persönlich nicht unterschreiben. Es ist(und bleibt) eine ziemliche
Schinderei…

 

 

Viele Grüße

 

Thomas

 

 

 

 

 
Icon_missing_medium EFah 153 Beiträge

OH THOMAS,

wie habe ich Deine Beiträge vermisst. Herzlichen Dank für die vielen, sehr hilfreichen Infos und für die Bestätigung, dass ich mit meinen Ansätzen gar nicht so daneben lag. Aus Deinem “Munde” fühle ich mich fast ein bisschen geadelt.

Dein Erfahrungsschatz ist echt riesengroß, davon können wir alle profitieren.

Nochmals vielen Dank, dass Du Dir so viel Zeit genommen hast.

Herzliche Grüße,

Efah

 
10 dasmuli 800 Beiträge

Hallo Thomas.

Vielen Dank für die Klaren Worte. Die sind meist besser (zu verstehen) als die “schön geredeten”.

Ich möchte auch nicht nur noch Ultras laufen. Ich bin eigentlich noch auf der “Suche” nach dem idealen Bereich für mich.

Ich habe jetzt an 2 Bergläufen teilgenommen von denen einer für mich mege-heftig war (da es mehr ein Wett-klettern als ein Wett-laufen war. Der andere “Rheinsteig-Extremlauf” war da mehr ein Waldspaziergang (hat auch mehr Spass gemacht, weil man da richtig laufen konnte.) So viel zur Richtung “Begrläufe”.

Die andere Sache sind die typischen Strassenläufe, von denen ich bis jetzt nur bis zum HM gekommen bin und mir für diesen Herbst den ersten (ganzen) Marathon vorgenommen habe. Da aber jeden Sonntag ein ca. 28-32 Km Lauf auf meinem “Program” steht und ich das nicht unbedingt als “Megastrapaze” sehe, kam mir die Idee, auch mal einen Ultra aus zu probieren. Vielleicht ist das ja “meine Bestimmung”. Wer weiss ?

Ich bin ja gar nicht unzufrieden mit den Strassenläufen, zumal ich da ständig Verbesserungen erreiche. Nur finde ich, sollte man verschiedene Dinge ausprobieren um dann sicher entscheiden zukönnen, welcher Art von Läufen einem besser liegen.

Aus Deinen und Efah´s Erläuterungen habe ich entnommen, das man wohl kurze Strecken schnell und mal eine lange Strecke langsam laufen kann, aber eine der anderen im “Weg steht”. Nicht aber verhindert die andere auch mal zu probieren (mit Vorsicht).

Weiter ging es ja um die Frage, wie man sich nun richtig auf einen Ultralauf vorbereitet. Zu erwarten sind da ja viele Wochenkilometer und (nach Euren Ausführungen) wenige bzw. gar keine Intervalle und Tempodauerläufe.

Habe mal einige Berichte gelesen, von Leuten die speziel für Ultra trainieren und genau das ist mir da aufgefallen. Die laufen alle mindestens 80 Kilometer (und aufwärts) pro Woche und eigentlich nur “Ausdauertraining”.

Was ich nicht erfahren habe, wie es z.B. beim Thema Ernährung und Verpflegung aussieht.

Was nehmen die jenigen mit für unterwegs (beim Training) ? Bei einem 50Km-Lauf brauche ich schon eine Menge Wasser und sicherlich auch einiges an Kohlenhydraten. Alles auf dem Rücken tragen ?

Das wäre z.B. mal eine Info gewesen, die ich von einem Ultraláufer erwartet hätte. Welche anderen Probleme sind bei ihm aufgetreten und wie hat er sie gelöst ?

OK, ich möchte mich dann mal ganz doll bei Euch allen bedanken für Eure Tipps und Ratschläge und vielleicht kommt ja noch der ein oder andere Ratschlag für alle die, die mal einen Ultra laufen wollen.

Ich für meinen Teil weiss jetzt das ich “erst mal” bei meinen (wirklich) geliebten Intervallen bleibe und da weiter mache wo ich angefangen habe.

Einen schönen Tag und viele viele Kilometer noch wünscht Euch …. das Muli

 

 

 
Sg101952_medium ThomasKnacks... 50 Beiträge

Hallo Muli,

 

noch eine Antwort auf deine Fragen zum Thema Verpflegung/Ernährung:

Ich spreche jetzt für mich(und meine Läufer), mit wissenschaftlichen Abhandlungen oder professionellen ärztlichen Ratschlägen kann(und will) ich nicht dienen.

Bei den oben erwähnten Läufen nehme ich das zu mir, was angeboten wird. Es gibt zwar auch Ultraläufer, die den gesamten Inhalt ihres Kühlschranks am Körper verteilt mitführen, aber davon halte ich nichts. Beim Rennsteig gibt es Haferschleim, Brot, Kekse, Müsliriegel und Bananen. In Biel darf es auch mal ein Heidelbeertörtchen oder Schokolade sein. Eines ist jedoch klar: Beim Marathon kann man auf Essen verzichten, beim Ultralauf musst Du essen, ansonsten kann es heftige Probleme geben. Wer am Limit läuft, verbraucht satt Kalorien und die müssen wieder rein.Bei mir ist es so, dass ich vor allem am Anfang des Ultralaufs esse. Ein gutes, reichhaltiges Frühstück vor dem Lauf ist obligatorisch. Wie sagte mein Freund Jörn so schön: “Ich futtere mich beim Frühstück richtig voll. Das sorgt dafür, dass ich genug Power habe und vor allem nicht zu schnell loslaufe.”

Ab Kilometer 60 geht bei mir persönlich nichts mehr rein. Dann wird nur noch getrunken. Im Training kann man sich Müsliriegel oder eine Banane mitnehmen. Wer mehr braucht sollte Runden laufen und sich ein Depot am Auto o.ä. anlegen.

Von teuren Nahrungsergänzungsmitteln oder sonstigen “Wundermitteln” halte ich persönlich nichts. Beim Marathon nehme ich auch Powergel mit, da es bequem in die Hosentasche passt, aber bei den längeren Läufen nehme ich mir schon Zeit, an den Ständen kurz zu verweilen und zu essen.

Über die ganzen Gels und Powermischungen habe ich mir eigentlich zum ersten Mal richtig Gedanken gemacht, als ich an einem 200 Kilometer Radrennen teilnahm. Da gab es diese Dinge überhaupt nicht; im Gegenteil, die beinharten Radfahrer hatten Mettwurstbrötchen mit und an den Verpflegungsständen gab es Schmalzbrote. Auf meine Fragen an einen alten Hasen, was das denn soll, sagte der mir: “Was glaubst Du denn, wo mehr Energie drinsteckt. In so einem komischen Riegel oder in einem Mettwurstbrötchen?”

So viel dazu. Aber komm bitte nicht auf die Idee, dich beim Ultralauf mit Mettwurstbrötchen zu ernähren. Da, im Gegensatz zum Radfahren, dein Magen beim Laufen ordentlich durchgeschüttelt wird, könnte das Probleme geben. Auf dem Rad ziehe ich das Brötchen allerdings jederzeit vor.

Probier einfach aus, was am besten “drin bleibt”. Dazu bietet sich das Training geradezu an. Auf gar keinen Fall solltest Du Experimente, was die Ernährung angeht, beim Ultrastart machen. Das kann im schlimmsten Falle zur Beendigung des Laufs führen.

Ach ja…und was die “richtigen” Ultras angeht. Also die Läufe, wo es kaum Verpflegungsstände gibt und man sein Kram mitnehmen muss: Ja, das musst Du das Zeug tatsächlich auf dem Rücken tragen. Es sei denn, Du hast eine eigene Helferschar um dich, die dich zeitgerecht versorgt.

 

Viele Grüße

 

Thomas

 

 

 
10 dasmuli 800 Beiträge

Sehr interessant, sehr interessant.

Mettwurstbrötchen für unterwegs – klingt aber zuuu verlockend. Auf die Idee, beim Radfahren Brötchen zu essen wäre ich nicht gekommen. Aber da hast Du Recht, beim Laufen wird da alles ordentlich durch geschüttelt und ist sicherlich nicht ratsam.

Und ich finde, genau diese Dinge die den Unterschied zu einem HalbMarathon bzw. Marathon ausmachen sind doch mal interessant zu erfahren. Deine Info “bei den Verpflegungsstellen stehen zu bleiben um zu essen” ist ja etwas ganz wichtiges für mich. Das heisst, man nimmt sich einfach die Zeit für die kleine Auszeit. Das würde wohl beim HM niemand machen, da man bei den mittleren Distanzen, doch auf Essen verzichten kann und einfach nur seinen Vorgabezeiten hinterher läuft.

Prima. Ein weiterer guter Ratschlag für alle die mal eine Ultraerfahrung erleben möchten.

…mal sehen was noch so alles kommt ???

 
Ziel_sehr_gut_medium Leissprecher 154 Beiträge

Halloechen

habe die Beiträge mit grösstem Interresse gelesen, besser gesagt förmlich verschlungen.

Bei meinem ersten und bisher einzigen Marathon hatte ich einen Riegel mit (der war hinterher alle) und dreimal Banane verspeist (ohne anzuhalten). Ich kam damit wunderbar zurecht und bin nicht verhungert.

Da ich ja nicht mehr der Jüngste bin und somit keine Weltrekorde mehr in Sachen Geschwindigkeit aufstellen kann und will, würde es mich schon mal reizen meinen Körper in Sachen Ausdauer zu testen.

Aber alles zu seiner Zeit. Jetzt bei den Temperaturen macht es wenig Sinn für mich solche Strecken zu laufen (das Sauerstoffzelt hinterher kann gar nicht gross genug sein).

Ich hoffe auf viele weitere Tipps und Anregungen und wünsche ein schönes Wochenende. MfG Leissprecher

 
Img_0302_medium Dirk_LCW 18 Beiträge

Hallo Thomas,

habe heute deinen Eintrag vom 08.07. sehr aufmerksam gelesen. In den nächsten Tagen lese ich den Rest dieser Diskusion. Ich glaube für den Röntgenlauf werde ich die “normale” Marathonvorbereitung ablaufen und dann 4 Wochen später in Remscheid starten. Einzige Änderung in der Marathonvorbereitung werden einige Läufe über 4 1/2 Stunden sein.

 

 
101_medium Maratommy 322 Beiträge

Also mal herzlichen Dank für die tollen Berichte hier.Ich bin zwar ca soweit vom Ultra weg wie der Papst vom Kind aber ein Gehirnpfurz kommte vielleicht irgendwann mal an die Luft um es auf westfälisch zu sagen. Es macht Spaß über Dinge nachzudenken die weit weit entfernt sind.

Mein Marathon war übrigens auch mal weit entfernt. Werde mir diese Diskussionen in mein Forumsarchiv abspeichern……………………………………und vielleicht nochmal herausholen.

 
Ziel_sehr_gut_medium Leissprecher 154 Beiträge

Hallo

@ Tommy geht nicht , gibt es nicht .

Hab auch mal gedacht , ich schaffe nie einen Halbmarathon und nun hab ich innerhalb einer Woche einen Marathon und einen Halbmarathon (eher gemütlich, um die Atmosphäre zu geniessen, heute waren in Kassel um 10.00 Uhr schon 27 Grad) gefinished . Und das alles ohne Wehwehchen. Also im Moment bin ich offen für alles, mir geht es saugut. Schönen Abend. Gruss Leissprecher

PS    hoffentlich kommen zu diesem Thema noch viele Beiträge

 
101_medium Maratommy 322 Beiträge

Suuuuuuuper Leissprecher….!!!!!!  Geht niccht gibts nicht, muss ich unterstreichen !!!

Das gibt Dir die Möglichkeit in einen neuen LEVEL einzutreten, von Möglichkeiten die Du Dir selber schwer zutrauen konntest.

Du bist mit Zweifeln angetreten aber hast jetzt Klarheit..Absolut genial !!

 
Profilbild4_mf_kopie_medium khel76 133 Beiträge

Toller Thread! Auch ich habe mich, meinen geplanten 6-Stunden-Lauf im September im Hinterkopf, richtig festgelesen. Thomas, Deine Tipps werden wahrscheinlich Gold wert sein – gerade was die Verpflegung angeht :-)

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