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Taining mit Colitis Ulcerosa

Abonniere Taining mit Colitis Ulcerosa 13 Beiträge, 9 Stimmen , Tagged: Colitis Morbus Crohn Krankheit

 

Avatar16_medium Joern75 58 Beiträge

Hallo,

ich würde mal gerne eure Meinung zu einem Thema, bei dem es schulmedizinisch keine klare Richtlinie gibt hören.

Ich bin seit ca. 12 Jahren an Colitis Ulcerosa erkrankt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Colitis_ulcerosa

Ich war in der Zeit bei 2 Internisten in Dauerbehandlung. Beide rieten mir vom Sport ab(so wie ich ihn betreibe—>Freizeitsportler mit moderaten Ambitionen).

In erster Linie vom Kraftsport. Obwohl ich kein reiner Kraftsportler in dem Sinne bin, sondern eher Fitnesstraining mit höheren Gewichten betreibe.

In zweiter Linie allerdings wurde mir auch vom Laufen abgeraten.

Meiner Hausarzt ist in beiden Fällen gegenteiliger Meinung.

Begründung der Internisten:

Ihre Krankheit ist nicht gerade ein Schupfen

Schweres Heben, Ziehen, Drücken erzeugt eine hohe Belastung auf die Bauchpartie —> sei generell schlecht, kann Schübe auslösen.

Joggen kann durch die Erschütterungen Schübe auslösen (Erfahrung beruhte auf der Aussage eines(!!) Patienten). Egal, sicher ist sicher ;-)

Knochen durch Dauermedikation von Kortison geschwächt, kann zu Brüchen führen

 

Gegenargumente meinerseits:

Kräftigung auch der Mittelpartie durch Gewichtssport

Krafttraining gut gegen Osteoporose bei Kortisoneinnahme (Belastung stärkt die Knochen)

Kortison baut massiv Muskulatur ab. Meiner Meinung nach vor allem sehr schädlich im Bereich Beine und Rücken (u.a. Folgeschäden Haltung)

Herzkreislaufsystem wird weder bei einer Darmspiegelung noch auf der Couch trainiert. ;-)

Cushing-Syndrom (u.a. Wassereinlagerungen) kann man durch vermehrtes Schwitzen etwas entgegenwirken.

 

Wie sieht es bei euch aus? Gibt es hier Colitis- oder Morbus Crohn-Erkrankte, die Erfahrung haben bzw den Sport trotzdem weiter betreiben. Gibt es Sportler, denen wirklich eine Relation zwischen der Ausübung unseres Sports und das Eintreten der Akutphase (Schübe) dieser beiden Krankheiten aufgefallen ist?

 

Beste Grüße

 
Br10kn26699 Rennhuhn 146 Beiträge

Hi, Erfahrungen habe ich nicht, aber unter dem Wiki Artikel stehen Selbsthilfegruppen, vielleicht habe die ja Erfahrungen.
Wenn ich den Text aber richtig lese, sehe ich eigentlich keinen Grund, der gegen Sport spricht. Solange du halt keinen Stress hast. Nach meiner Erfahrung mit chronisch Erkrankten, tu was dir gut tut und Spaß macht solange es geht. Bei Ärzten bin ich eh oftvkritisch…. Die meisten raten ja oft von Sport ab.
Mach dich schlau!

 
101_medium Maratommy 322 Beiträge

Hallo Joern !

Es kommt auf jeden Fall darauf an in welcher Intensität Deine Krankheit verläuft. Du wirst in der Regel bei 10 Ärzten 10 unterschiedliche Meinungen hören. Klar machen musst Du Dir was im schlimmsten Fall passieren könnte und ob Du auch Negativerfahrungen akzeptieren kannst.

Ich würde ( sofern das nicht lebensgefährlich werden kann ) einen Versuch starten dies trotzdem von einem Sportmediziner absichern lassen.

 

Ich laufe übrigen auch mit einer chronischen Krankheit names MORBUS BECHTEREW.

An Medikamenten nehme ich SULFASALAZIN ( ist Dir bestimmt bestens bekannt als tyisches Morbus Chron Medikament, sowie Indometaziin und Tramadol. Man hat mir ebenfalls davon abgeraten aber ich sehe die Sache ein bischen anders.Ich lebe nur einmal und ich akzeptiere auch Fehlschläge. Ich glaube ich habe in diesem Forum bei weitem mehr über Fehlschläge als über Erfolge berichtet. Trotzdem konnte ich mit meiner Krankheit 2009 einen Halbmararhon finishen. 2 Jahre konnte ich danach an keinem Wettkamf mehr aus gesundheitlichen Gründen laufen doch seit 8 Wochen bin ich wieder sehr aktiv. Trotz allem kämpfe ich täglich mit körperlichen Randerscheinungen wie Achillessehnenprobleme, Knieschmerzen, Ischias, Erkältung ( wegen des Immunsystems ) usw usw. Dir muss im klaren sein das Du über tausen Hindernisse springen mußt die gesunden Menschen meist erspart bleiben. Das ist das Los. Ich habe für mich den Entschluß gefasst damit Leben zu können den wenns auch nur wenige Zielüberquerungen in meinem Läuferleben geben wird, so sind sie dennoch das Ergebnis von Durchhaltekraft.

Du mußt Dich selber einschätzen können.Du mußt selber die Verantwortung übernehmen ob Du läufst oder nicht. Ich denke solange die Sache für Dich nicht lebensbedohlich werden kann dann VERSUCHE ES !

 
Avatar16_medium Joern75 58 Beiträge

@ Rennhuhn

Mit schlau machen ist das so eine Sache, da die Erkrankung immer noch sehr im Nebel liegt. Behandelt wird was scheinbar hilft aber wohl eher am meisten Kohle bringt. Ich habe mich mit vielen Betroffenen unterhalten. Die meisten lassen es mit dem Sport aus Angst sein oder haben eh kein Interesse daran. Daher interessieren mich eher die Meinungen von Sportlern, die es sich nicht trotzdem nehmen lassen. Die sind allerdings rar gesät.

@ shootertommy

ich sehe wir haben die gleiche Einstellung.

 
Dsc_3257_medium traudl 986 Beiträge

hab dir ja schon in deinem Blog geschrieben, lass dich nicht unterkriegen. Probiers aus- hier im Forum sind ja viele chronisch Kranke, die trotz Krankheit laufen können. Es muss ja nicht unbedingt Wettkampf sein, sondern einfach für die Gesundheit.

ich wünsch dir von ganzem Herzen alles gute! so wie sich das liest, WILLST du Sport machen. Wenn du immer wieder in dich hörst, wirst du bestimmt das richtige machen.

liebes grüssle tt

 
Bild006_medium chriba76 142 Beiträge

Hallo Joern!

Ich bin zwar kein Spezialist, aber die Krankheit ist mir in meinem näheren Umfeld bekannt. Die betroffene Person betreibt Sport, aber im moderaten Umfang. Heftige und v.a. ruckartige Belastungen der Bauchpartie haben sich als kontraproduktiv erwiesen. Daraus würde für dich folgen: Krafttraining, ja, aber nicht bis zum Anschlag. Auch Laufen ist für meinen Bekannten ok, wenn er sich fit fühlt. Leistungsmäßiges Training ist aber nicht drin. Es hört sich aber auch nicht so an, als ob du das anstrebst.

Ich denke ähnlich wie Shootertommy. Ärzte sind häufig viel zu pauschal in ihren Ansichten. Alles, was deine Lebensqualität verbessert, ist gut. Aber du musst hin und wieder mit Rückschlägen rechnen und einfach auch sehr genau auf deinen Körper hören. Weil du die Krankheit schon so lange hast, hast du auch sicherlich genug Erfahrung im Umgang damit.

In diesem Sinne drücke ich dir beide Daumen!

 

Chriba

 
Avatar16_medium Joern75 58 Beiträge

@ traudl

Wettkampf ist für mich kein Thema. Vielleicht ändert sich das noch, glaubs aber eher nicht. Laufen auf Zeit hat mich eh nie interessiert. Trotz allem ist ein gewisser Ehrgeiz auch bei mir immer dabei. Vor allem aber: Ohne Sport geht nix. War heute Mittag wieder geraume Zeit im Wald joggen und man ist anschließend einfach ein anderer Mensch. Mögliche Konsequenzen weils vielleicht zuviel war muss man dann tragen.

@ chriba76

Die Zeiten von Training mit Maximalgewichten sind lange vorbei. Wobei “Hardcoretraining” nicht falsch sein muss. Hier tickt jeder Körper anders, reagiert auf einen Trainingsreize oder auch nicht. Habe Jahre gebraucht um zu merken, dass bei mir gerade im Beinbereich Gewichte bis ca. 80% mit ordentlich Volumen (20-30 Wiederholungen) bessere Effekte bringen als “6 mal das Hirn rausdrücken”. ;-)

Bauchtraining ist für mich in dem Zusammenhang noch ein Buch mit sieben Siegeln. Einerseits sehe ich das wie du, Mittelplartie in Ruhe lassen. Andererseits eine trainierte Bauchmuskulatur steckt auch einiges weg. Da ich im Studio nichts mehr hasse wie Bauchtraining habe ich hier keine wirklichen Erfahrungswerte. Trainiere immer ordentlich die Gegenseite (Rückenstrecker), aber eigentlich sollte man ja beides. Fakt ist: Solange ich nicht vollkommen Ruhe im Bauch habe werde ich was das Bauchtraining betrifft auf gar keinen Fall was riskieren.

 
Bild006_medium chriba76 142 Beiträge

Hallo Joern!

Ich denke, es gibt Bauchtraining und Bauchtraining. Es gibt diese Wahnsinnigen, die 100 Situps hintereinander weghauen, und sich dabei ruckartig hochreißen. Das ist sicher nix.

Es gibt aber auch sanftere Methoden, z.B. langsam mit wenig Gewicht im Studio auf dieser Maschine (keine Ahnung, wie die heißt), bei der man sitzt und das Gewicht durch Neigen des Oberkörpers zieht.Hier kann man Tempo und Belastung ganz genau dosieren.

Ich will dir aber hier zu nichts raten, weil ich – wie gesagt – auch kein Fachmann bin, aber ich sehe halt, was viele bei uns im Verein unter Bauchtraining verstehen, und das ist Variante 1.

Alles Gute!

chriba

 
Zieleinlauf_online_medium Brueller1 261 Beiträge

HAllo Jörn,

 

leider kann ich Dir auch nicht mehr sagen als die Anderen, nämlich, tue das, was Dir gut tut und traue niemandem mehr als Deinem Bauchgefühl, was Belastung und Erholung angeht.

Eigentlich will ich nur ein dickes Lob aussprechen an Dich, weil Du Dich von Deiner Erkrankung nicht unterkriegen lässt und aktiv an Deiner Gesundheit und an Deinem Wohlbefinden arbeitest. Als Krankenpfleger, der häufig mit Colitis Ulcerosa Patienten zu tun hat (allerdings erst dann, wenn operiert werden muss) kann ich Dir sagen, dass Du damit eine wirkliche Seltenheit bist. Viele Patienten mit Deiner Erkrankung haben massive psychische Probleme und viele lassen sich runterziehen und machen dann vieles, das ihrer Gesundheit schadet, hören nicht auf die Ärzte und das führt nun mal häufig zur Operationspflichtigkeit. Andererseits ist es wahrscheinlich auch nicht leicht, einen guten Arzt zu finden und wie ich gelesen habe gibt es nicht die einzig richtige Meinung. Also mach Dein Ding und vor allem lass Dich nicht davon beeindrucken, wenn Dir jemand sagt, es sei schädlich, zu laufen, oder Fitnesstraining zu machen. Gut ist, was sich gut anfühlt und Dir gefällt!

 

Das andere Lob geht mal wieder an dieses tolle Forum, welches erneut zeigt, dass hier eine tolle Solidaritä herrscht und Menschen echte Unterstützung anbieten, wir sind schon eine tolle Gemeinschaft!

 

Sportliche Grüße, Martin

 
Avatar16_medium Joern75 58 Beiträge

@ Brueller1

erstmal Danke für das Lob! Scheint wirklich kaum Jogger zu geben, welche die gleiche “Seuche” haben und einen guten Arzt zu finden ist (wie du schon vermutest hast) sehr schwierig. Gerade was Fachärzte betrifft habe ich da sehr ernüchternde Erfahrungen gemacht. Sobald es nicht um Spielgelungen und Standardmedikation geht bist du da völlig auf dich alleine gestellt. Ernährung, alternative Behandlungsmethoden, neue Studien (Lecithin z.B.) wird dort alles mit einem Lächeln ignoriert. Gemacht wird was Kohle bringt.

Gruß

Jörn

 
Icon_missing_medium sunshin 1 Beitrag

Hallo Joern, 

ich habe auch seit ein paar Jahren mit Colitis ulcerosa zu kämpfen. Das hält mich allerdings nicht vom Sport ab! Das einzige was ich nicht mehr benutze ist das Fitnessstudio. Habe mir einen Crosstrainer für zu Hause gekauft, und mache dort 3-4 mal die Woche jeweils 1 -1.5 Stunden Ausdauertraining. 

Meine Colitis ist immer ein bisschen aktiv – aber ich habe das Gefühl, dass es mir nach dem Sport körperlich besser geht. Vielleicht durch das ausgeschüttete Cortisol?  Eigentlich ja egal – Hauptsache es tut gut :-) 

 
Icon_missing_medium lumpy 1 Beitrag

Hei

bin durch zufall auf deinen blog getroffen. habe nun auch seit ca. 7 Jahren CU. denke ich habe es in etwas leichterer form. also kein KHZ aufenthalt usw. hatte nach der diagnose mit 800mg ascercol o.ä angefangen. hatte zu dem zeitpunkt ganz gut trainiert, bin viel in den bergen gelaufen und hab sogar an einen triathlon teilgenommen. hatte das gefühl alles im griff zu haben. dann kam der Winter wieder, weniger training=> mehr tabletten, schlapper, weniger training=> noch mehr tabletten. hab zwischendurch immer wieder mal ein bisl gemacht, aber nicht viel. hatte das gefühl, das es nach dem sport besser ist, so lange ich nicht vollkommen ausgepowert war!
Das war kontraproduktiv.
hab in der zwischenzeit ein kind, wenig schlaf, wenig sport und bin nun auf 4800mg + cortison. hab nun wieder mit leichtem lauftraining angefangen und habe das gefühl das dies positiv ist, werde nun versuchen mich wieder hochzutrainieren und bin gespannt wie es dann weitergeht.
in der summe muss ich sagen, das MIR sport, also laufen und fahrradfahren sehr gut getan hat. wenn ich die tablettendosis sehe, besteht bei MIR auf jeden fall ein zusammenhang mit bewegung/viel sport und medikamentendosis.
werde das weiterverfolgen…
nur eins möchte ich zum schluss sagen, ihr werdet vllt. keinen wettkampf gewinnen, aber trithlon, halbmarathon, 90 km fahrradfahren ging alles mit guter vorbereitung.

 
Icon_missing_medium oanagehtno 1 Beitrag

Vielleicht hilft es ja dem Einen oder Anderen:

Ich leide seit 5 Jahren an Colitis Ulcerosa. Es begann relativ “sanft” mit einer Proktitis, hat sich aber dann im Laufe von 3 Jahren nach Ausbruch der Krankheit auf eine linksseitige Colitis ausgeweitet. Bin am Anfang mit Mesalazin als einziges Präparat ganz gut klar gekommen. Den dritten Schub, der ziemlich heftig war, musste ich mir Prednisolon niederbügeln und bin seither in Remission mit Salofalk Granulat. Ich würde meienr Form der Colitis so als Mittelding aus leicht und heftig beschreiben.

Jetzt aber zum Thema Sport und meiner Erfahrungen:

Alles, was den Körper bzw. die Gegend um den Bauchraum belastet oder erschüttert, kann Schübe auslösen. Ich habe bei mir über die Jahre beobachtet, dass Joggen bei mir über einen Zeitraum von 3-4 Wochen einen Schub auslöst. 

Das kommt aber aus meiner Sicht wirklich rein von den Erschütterunge. Ausdauertraining ist sogar förderlich! Ich fahre leidenschaftlich MTB und Rennrad (Umfänge 5000-10000km/Jahr) und das auch in Trainingszonen, die weit über Grundlagenausdauer gehen (Für diejenigen, die tiefer im Thema sind: FTP um die 280 Watt/4W/kg). Ich fahre Radmarathons und lange Touren im Hochgebirge. Noch nie, und wirklich noch nie, auch nach extremster Anstrengung, hat meine Colitis in irgendeiner Form reagiert. Ganz im Gegenteil. Außerdem ist des für die Psyche sehr förderlich, wenn man sich klar macht, dass man trotz schwerer chronischer Krankheit zu Höchstleistungen fähig ist. im Winter gehe ich regelmäßig Schwimmen oder mache Radtraning auf der Rolle.

Ich hoffe, ich kann damit einigen Betroffenen die Angst nehmen, dass die Krankheit sich durch Ausdauersport verschlimmert. Natürlich ist jeder Körper anders. Was ich mir aber gut übelregen würde sind Sportarten, die mechanische Reize auf die Bauchgegend ausüben. 

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